Willkommen in Berlins Anderswelt!

Foto: LiBella Models: Curtis Nike und Rebecca Rubin

Foto ‚Die Sterndeuter‘: LiBella

In der Vergangenheit habe ich bereits an diverser Stelle von der Magie meiner Heimatstadt Berlin berichtet. Hinter den Fassaden der Stadt verbergen sich magische und kraftvolle Orte. Wer es wagt sich einen Schritt abseits der Wege zu stellen, kann Staunenswertes finden. Die Welt der Menschen hinter sich lassen und eintauchen in die Welt der Naturgeister, der Feen und Elfen, dies ist auch in der Großstadt Berlin möglich.

Während die Touristen die Bergmannstraße entlang schlendern, die Düfte der Stadt in sich auf nehmen oder in einem der zahlreichen Restaurants und Cafes einkehren, um sich verwöhnen zu lassen, geschieht im Victoriapark seltsames. Der Wasserfall unterhalb des Schinkel-Denkmals ist versiegt. Einige Berlinbesucher ziehen vorbei, schenken den nun nackten Felsen und Steinen kaum einen Blick. Öde ergießt sich die Schneise des trockenen Wasserfalls ca. 60 Meter in die Tiefe. Im Tümpel schwimmen ein paar Enten. Ein Mann sitzt auf einem Stein und ist in seine Lektüre vertieft. Spaziergänger gehen vorbei, ohne einen Blick hinüber zu werfen in den Schnitt, der zwischen den Welten verläuft.

Foto: LiBella Model und Bearbeitung: Curtis Nike

Foto: LiBella
Model und Bearbeitung: Curtis Nike

Ich ziehe meine Schuhe aus, taste mich mit meinen Zehen über den steinigen Boden, gehe einen Schritt. Vorsichtig. Dann noch einen. Und noch einen. Es ist unangenehm. Es tut weh. Und mit einem Male verwandle ich mich. Eben noch ging ich durch das heiße Berlin, in meinen leichten Sommersachen. Doch nun trage ich ein Gewand, bin eingetaucht in die Anderswelt und fühle mein Herz schlagen. Kraftvoll und intensiv. Das Wasser, es zieht mich an. Sehnsucht durchdringt mich. Sehnsucht nach einem Zu Hause, welches ich hinter mir ließ. Jeder Schritt über die Steine schmerzt. Meine Füße, sie bluten. Sie schmerzen. Dies ist der Preis. Es sind die Füße der kleinen Seejungfrau, die – entbrannt in Liebe – ihr mystisches Wesen eintauschte gegen ein paar blutender Füße, die sich durch die Menschenwelt trugen. Ich schaue zur Sonne hinauf. Hell ist sie, gleißend. Sie ist mir so fremd, dieses feurige, flammende Element. Nie berühren ihre Strahlen den Grund des Meeres. Und genau dort sitze ich, auf einem Fels am Meeresstrand. Zerrissen zwischen der Liebe zu einem Mann, der einer Anderen versprochen ist und der unerfüllbaren Sehnsucht wieder nach Hause zurück kehren zu dürfen. Letztendlich werde ich sterben müssen.

Foto und Bearbeitung: LiBella Model: Curtis Nike

Foto und Bearbeitung: LiBellaModel: Curtis Nike

Oben am Himmel über mir ist der Saturn, zunächst noch verborgen durch das Licht der Sonne. Doch ich spüre seine Präsenz. Er ist der Unheilsbringer, aber ihm zu begegnen bedeutet auch einen Lehrmeister zu finden, der das Leben schmerzlich begleitet. Die kleine Seejungfrau erwacht aus ihren Träumereien. Sie erhebt sich und wird zur selbstbestimmten, kraftvollen Frau, die ihr Leben in die Hand nimmt. Als Priesterin streckt sie sich den Sternen entgegen. Nun ist sie Mittlerin zwischen den Welten, nun ist sie Frau, unabhängig und frei! Die Nacht steigt auf in der Anderswelt, die Sterne beginnen zu glitzern, erfüllen den Himmel. Die kleine Seejungfrau ist Vergangenheit!

Wieviele Minuten sind vergangen? Fünf oder zehn? Eine kleine Träumerei, vielleicht sind es fünfzehn Minuten gewesen? Nein! Drei Stunden waren es! Drei Stunden lang weilte ich in der Anderswelt. Und dann drehe ich mich um. Da steht LiBella, die Fotografin. Da ist meine Freundin, gewandet in ihren Elfenmantel. Vorhin trug sie doch noch eine Hose. Hat sie sich umgezogen? Ich erinnere mich nicht. Einen Moment lang wähnte ich mich in der Anderswelt. Und nun bin ich wieder hier, in der Welt der Menschen. Doch was ist es, was uns stets zurück führt aus den verschlungenen Pfaden der Anderswelt in das Reich der Menschen? Zurück in die Großstadt Berlin? Darauf kann es nur eine Antwort geben: Es sind unsere Verbindungen des Herzens!

Foto: LiBella Models: Curtis Nike und Rebecca Rubin

Foto ‚Verbindungen‘: LiBella

 

 

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Über Curtis Nike

Verhinderer apokalyptische Zustände.

Veröffentlicht am August 2, 2014 in Das mystische Berlin, Kreatives und Arbeit, Mein Berlin und mit , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Ich will miiit!

    Ihr harmoniert so wunderbar. Ihr seid zwei alte Seelen, die sich lange kennen…

    Alles Glück der Welt euch beiden.

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