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Von Faries, Pixies und anderen Kobolden…

Wer findet und erkennt den kleinen Kobold auf diesem Bild?

Er ist ja wirklich nicht zu übersehen, doch wer erkennt den kleinen Kobold auf diesem Bild?

Die zauberhafte, grüne Insel Irland ist voll von Faries und Kobolden. Das ist Euch sicher alles andere als neu. Doch in diesem Jahr begegneten wir auf unserer Reise auf die Insel  besonders vielen Naturgeistern und Wesen aus der Anderswelt. Ja, sie sprangen uns zum Teil regelrecht an und trieben zuweilen auch ihren Schabernack – besonders mit mir. Zugleich aber fanden wir unter ihnen sehr neugierige, sympathische und liebenswerte neue sowie alte Freunde. Davon möchte ich berichten und davon zeugen auch allerlei Fotoaufnahmen, die ich machen konnte. Zugleich wächst in mir die Erkenntnis: Dringend muss eine neue Kamera her!

Gleich an unserem ersten Tag in Irland besuchten wir – mein Vater und ich – eine unserer Lieblingsangelstellen. Sie liegt verborgen in einem kleinen ‚Feenloch‘, gleich an einem winzigen Flüsschen. Seid Jahren gehen wir hierher, um zu fischen und die Natur zu genießen. Hier waren wir bereits in der Vergangenheit kleinen Kobolden begegnet, die wir sehr mochten. Und in diesem Jahr wurden wir tatsächlich bereits von ihnen erwartet! Zwei altbekannte Freunde stürzten sich, kaum das sie uns entdeckt hatten, regelrecht auf uns und konnten es kaum abwarten, bis wir in das Feenloch hinab gestiegen waren und ihnen unser Geschenk mit brachten. Denn das wir ein Geschenk für sie haben würden, dies wussten die beiden genau! Schließlich kamen wir ja jedes Jahr vorbei und hatten jedes Jahr Leckereien für sie in unseren Taschen.

Fishermen's best friend, der Thorsbote, Feenfreund oder auch das Rotkehlchen.

Fishermen’s best friend, bekannt als Thorsbote, Feenfreund oder auch einfach als Rotkehlchen.

Das die Rotkelchen, denn dies sind unsere koboldigen Freunde von denen ich hier schreibe, die Angler so sehr lieben, mag an der simplen Tatsache liegen, dass die Fischer in Irland eigentlich alle irgendwo in ihren Taschen ein Döschen mit fetten Maden haben. Diese gelten bei den sehr zutraulichen Vögeln als Leckerei. Und wer kann den kleinen Kerlchen schon widerstehen, wenn sie einen bettelnd umflattern? Doch zugleich gelten die freundlichen Vögel auch als kleine Boten, die zumeist freudige Nachrichten mit sich bringen. Oder aber sie kommen als Trostspender in unruhigen Zeiten. Ihr rotes Gefieder wird zuweilen in Zusammenhang mit der Sonne gebracht. Aber noch mehr erinnert ihre rote Brust an einen göttlichen Freund und Beschützer, der auch einen schönen, roten Bart auf der Brust hat: Die Rotkehlchen sind Thorsboten, dessen Farbe sie stolz tragen. Ihre Gegenwart verspricht Thors Wohlwollen, ein Geschenk an sie ist zugleich eine Opfergabe an den Donnergott, der ja Beschützer der Menschen ist. Zudem gelten die Kehlchen als Begleiter der Faries. Manchmal sieht man sie auch zusammen.

Erst wollte ich diese verschwommene Aufnahme direkt löschen, vergaß es jedoch. Mein Staunen war groß, als ich sie daheim noch einmal genauer betrachtete...

Erst wollte ich diese verschwommene Aufnahme direkt in Irland löschen, vergaß es jedoch. Mein Staunen war groß, als ich sie daheim noch einmal genauer betrachtete… statt einem sah ich nun zwei Kobolde!

Befreundet sind die Rotkehlchen in der Mythologie unter anderem mit dem Zaunkönig, der mir persönlich ja besonders nahe steht. Und so wundert es die Leserschaft meines Blogs ganz sicher nicht, wenn ich mitteile, dass wir für unsere koboldigen Freunde einen eigenen ‚Reisealtar‘ dabei hatten, den wir stets aufgestellt haben, wenn wir vor Ort waren: Ein grüner Napf voller Maden.
Ein besonders schöner Moment war, als eines der Rotkehlchen sich – satt gefressen an den fetten Maden – auf einem Ast neben meinem Kopf nieder ließen und mir tatsächlich ein fröhliches Lied ins Ohr zwitscherte. Dann kann doch nichts mehr schief gehen auf der Insel der Feen, oder?

Was uns im weiteren widerfuhr erfahrt ihr in den kommenden Tagen!

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Vielen Dank für Eure Fragen!

Nach der Ausstrahlung der Sendung Unter uns haben mich einige Kommentare hier bei WordPress und bei Facebook erreicht. Darüber hinaus habe ich unzählige Emails erhalten, gefüllt mit Fragen und Anregungen. Dafür bedanke ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bei Euch. Das Feedback hat mir viele Anregungen gegeben.

Bevor ich mich nun für einige Zeit zurück ziehe, weil ich – wie jedes Jahr – Irland bereise, möchte ich auf einige Fragen hier schon einmal antworten:

1.) Viele fragten mich nach ‚Altären‘ und ob ich wirklich mit einem Altar reise bzw. ob ich Altäre zu Hause habe. Hierzu habe ich in diesem Blog schon sehr viel geschrieben. Ich empfehle meinen Artikel zum Thema Altäre und den zum erstaunlichen Beitrag noch mehr Altäre 😉 . Wen das immer noch nicht reicht, der mag sich hier durch kämpfen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Und wenn danach noch Fragen offen sind, dann immer her damit.

2.) Angeregt wurde von zweierlei Seite, ob ich nicht einen Youtube Channel mit Hexenwissen eröffnen könnte. Ihr Lieben, dafür fehlen mir schlicht und ergreifend die technischen Möglichkeiten. Allerdings habe ich einen Trost für Euch: Es gibt bereits einen kleinen Hexenkanal und zwar von einer sympathischen Kollegin von mir. Schaut doch einfach mal bei Minervas Hexen 1×1 rein. Vielleicht findet Ihr hier schon zauberhafte Inspirationen.

Die Runenkarten enthalten jeweils ein kraftvolles Gedicht zur jeweiligen Rune.

Die Runenkarten enthalten jeweils ein kraftvolles Gedicht zur jeweiligen Rune.

3.) Viele fragten was für Karten ich im Film verwende. Zum einen sind im Einspieler meine Energiekarten zu sehen. Diese sechseckigen Karten habe ich selbst entworfen und erstellt. Es gibt nur ein einziges Set davon und das benutze ich selbst bei bestimmten Formen der Devination. Es ist nicht käuflich erwerbbar. Zudem hatte ich im Studio meine Runenkarten in der Hand. Diese Karten sind auf der Rückseite mit einem kraftvollen Runenmotiv ausgestattet. Jede Karte beinhaltet zudem einen zauberhaften, magischen Sinnspruch. Die Runenkarten waren in der Vergangenheit käuflich bei mir zu bekommen. Allerdings war die Nachfrage so groß, dass ich sie nicht mehr von Hand fertigen konnte. Im Moment suche ich nach einer Druck- oder Verlagsalternative, um die Karten wieder anbieten zu können. Bis dahin könnt ihr in meinem Musenkuss-Shop stöbern, auch hier findet sich – in Farbe – das rückseitige Motiv der Karten.

4.) Besonders erfreut war ich natürlich über die vielen, vielen Gedanken, Anregungen und Anfragen zum Thema ‚Magie und Wissenschaft‘. Dieses Thema bewegt mich selbst – wie ihr vielleicht gemerkt habe – sehr. Ich hoffe hier in Zukunft auch noch einiges von mir geben zu dürfen.

5.) Gefragt wurde ich, ob ich tatsächlich auch Tränkekundig sei und mein Wissen weiter geben würde.  Das Thema ist in Arbeit und ich werde dann hier im Blog drüber berichten. Workshops und Seminare sind in der Vorbereitungsphase. Lasst Euch überraschen!

6.) Ganz viele Zuschriften bekam ich von Menschen, die mir ihre Probleme, Sorgen und Ängste schilderten und mich um eine ’schnelle‘ Kartenlegung, einen ‚fixen‘ Zauber oder um sonstige magische Unterstützung baten. Das hat mich sehr bewegt, denn zum Teil erhielt ich durchaus sehr persönliche Anschreiben von Menschen, die mich ausschließlich durch die Medien kannten. Darin beschrieben Menschen ihr Problem, in der Hoffnung ich könne Ihnen helfen.
Liebe Mitmenschen, ich bin zwar eine Hexe, aber ich kann die Welt nicht verändern, indem ich mit den Fingern schnipse oder kurz den Zauberstab benutze. Ein Zauber, eine Kartenlegung, magische Arbeit und Energiearbeit kosten sehr viel Kraft und vor allem benötige ich dazu persönlichen Kontakt. Meine Arbeit mache ich aus vollem Herzen und es ist meine Berufung, sie zu machen. Nicht umsonst stammt der Begriff Beruf von Berufung. Das heißt: Ich arbeite nicht umsonst! Und schon gar nicht gratis! Auch eine Hexe muss ihre Miete, ihre Krankenkasse, Strom etc. bezahlen. Meine Arbeit hat einen Wert. Und diesen Wert lasse ich mir auszahlen. ‚Mal eben so‘ Karten legen oder ‚mal fix‘ einen Zauber machen gibt es bei mir nicht. Ihr alle seid ganz zauberhafte, einzigartige Menschen und einige von Euch haben sehr bewegte Erlebnisse hinter sich. Aber auch ich bin zauberhaft und einzigartig in dem was ich tue. Dies möchte ich dann auch vergütet haben.
Sehr viele haben auch direkt nach Terminen gefragt. Hier bin ich erst im April wieder im Einsatz, denn nun geht es erst einmal in die wohlverdiente Ruhepause auf die grüne Insel. Dort tanke ich die Kraft, um dann meiner Berufung wieder vollem Herzen folgen zu können.

In diesem Sinne: Irland! Ich komme!

Verzaubertes Irland

Verzaubertes Irland

 

 

Der große Maggieklau und andere Vergehen

Die Birnen blühen - die summenden und brummenden Bewohner des Planeten freut es!

Die Birnen blühen – die summenden und brummenden Bewohner des Planeten freut es!

Ich hatte Euch bereits in der Vergangenheit von unserem Grundstück, auf dem wir Permakultur betreiben, berichtet. Dafür haben wir, mit mehreren Frauen, ein Stück Land, welches Jahre lang brach lag, gepachtet. Vor ca. drei Jahren begann das Projekt nach langer Vorbereitung. Mit viel Energie, Kraft und Herzblut haben wir begonnen das Land urbar zu machen. Wir haben verschieden Obst- und Nußbäume gepflanzt, Beeren und Sträucher angesiedelt und Hochbeete angelegt. Dies alles kostete viel Kraft und Energie und zusätzlich auch Geld. Aber das war es uns auch wert. Unser Land ist eine Oase der Erholung und wir fühlen uns dort wohl. Gerne picknicke ich dort oder mache im Sommer auch meinen Mittagsschlaf draußen, vor den Toren der Stadt. Dafür verzichtete ich auch auf anderes, einfach, weil es mir das wert ist.

Für andere besteht die Möglichkeit in das Projekt einzusteigen, ebenfalls ein Hügelbeet anzulegen und sich zu beteiligen. Unser Land ist kein Schrebergarten oder ähnliches, sondern offener Raum, der direkt am Wald liegt. Menschen, die vorbei wandern, fragen oft nach, während wir arbeiten. Den Förster kennen wir persönlich und ab und an unterhalten wir uns. Auch der nebenan liegende Hundeclub kennt uns inzwischen und zuweilen hat man ein Schwätzchen mit den Hunden oder deren Besitzern. Der Ort, zu dem das Pachtland gehört, ist klein. Und wie das so ist, in so kleinen Orten, da weiß man ‚Bescheid‘ über die verrückten Frauen, die es tatsächlich geschafft haben schon einiges Land fruchtbar zu machen. Allen Widerständen zum Trotze.

Diesen Naturaltar gibt es nicht mehr...

Diesen Naturaltar gibt es nicht mehr… So sah er aus, als er noch komplett war mit allen Edelsteinen.

Ja, und als ich dann am letzten Freitag in aller Frühe auf dem Land war, nur um die neu gesetzten Bäume zu gießen, da erlebte ich eine Überraschung, die mich völlig perplex machte. An den neu gesetzten Haselstecken war auch ein Schneeglöckchen, welches ich gedachte umzusetzen. Das Schneeglöckchen war… verschwunden. Jemand hatte es offenkundig ausgegraben und sich sogar die Mühe gemacht wieder etwas Erde an den Haselnüssen anzuschütten. Ich war ziemlich erschrocken – und auch traurig. Aber zunächst dachte ich wirklich an nichts böses. Ich suchte sogar noch nach den Schneeglöckchen, in der Hoffnung jemand Übereifriges hätte mir die Arbeit des Umsetzens abgenommen. Dem war leider nicht so. Die Haselstecken sind etwas abseits von unseren Beeten und es regte mich  auf, dass jemand einfach so die Schneeglöckchen klaut. Sie waren ein Geschenk von meinem Vater und ich hatte vor gehabt ein Blumenbeet anzulegen. Also goß ich am Freitag nur die Bäume, moserte ein bisschen vor mich hin und fuhr zurück nach Berlin – ein Arbeitstag wartete. Auf die Idee einen magischen Schutz zu errichten kam ich überhaupt nicht. Leider.

Ich arrangierte für die Zukunft neue Schneeglöckchen und informierte den Rest unserer Gruppe über den Blumen-Diebstahl. Ansonsten freute ich mich auf Sonnenwetter am Sonntag – mit Frühstück auf dem Land. Zusammen mit Brighid Kildare ging es Sonntag bereits sehr früh raus aufs Land. Brighid hatte zu Hause bereits Pflanzen vor gezogen und die sollten nun raus gesetzt werden. Poree, Sellerie, Kohlrabi wollten in die Freiheit. Möhren, rote Beete und Streublumen warteten darauf gesät zu werden. Tja, doch es erwartete uns eine böse Überraschung… Um es kurz zu machen: Man hatte sich großzügig an unserem gepflegten Hügelbeet bedient. Der gesamte Liebstöckel, den Brighid mühsam aus ihrer alten Heimat importiert hatte, war sorgsam ausgegraben und entwendet worden. Fassungslos standen wir vor dem Beet. Hier hatte jemand gezielt unser Beet durchsucht und sich das Maggiekraut angeeignet. Und diesmal waren wir beide schockiert. Denn es waren mehrere Pflanzen gewesen und da war schon eine kleine Logistik für notwendig, um die Pflanzen zu transportieren. Doch das sollte nicht die letzte böse Überraschung an diesem Tag sein!

Jetzt gibt es kontra! Der zackig errichtete, neue Altar...

Jetzt gibt es kontra! Der zackig errichtete, neue Altar…

Unter einem Hagebuttenbusch, da wo die Feen wohnen, hatten wir einen kleinen, verspielten Naturaltar errichtet, mit einem Feentor. Vom Fußpfad her war der Altar nicht zu sehen! Ausschließlich von den Hügelbeeten aus konnte man den Ort sehen. Für den Altar hatte ich einen faustgroßen Schneeflockenobsidian (schwarz), einen ebenfalls faustgroßen Howlith (weiß) und einen großen, roten Achat von zu Hause mitgebracht. Alle drei Edelsteine waren entwendet worden. Und energetisch fühlte es sich keineswegs so an, als sei die Göttin persönlich vorbei gekommen und habe ihre Steine eingesammelt. Nein. Jemand hatte uns schlicht und ergreifend bestohlen!

Was soll ich davon halten? Natürlich bin ich sehr traurig und erschüttert, und aus sicherer Quelle weiß ich, das auch andere aus unserer Gruppe mehr als nur konsterniert sind. Ein bisschen entsetzt bin ich auch. Was für eine Motivation muss einen Menschen antreiben, wenn er Schneeglöckchen, Liebstöckel, Edelsteine und anderes (er hat noch eine Pflanze entwendet, aber wir wissen nicht mehr welche) einfach so vom Feld klaut? Und damit andere Menschen einfach nur traurig macht?

Wir werden unsere Konsequenzen ziehen und es dürfte für etwaige Langfinger in der Zukunft äußerst ungemütlich werden!

Brighid bei setzen der Pflanzen

Brighid bei setzen der neuen Pflanzen

Wir haben dennoch weiter gemacht und haben auch Sonntag viele, viele Stunden gesät und gesetzt. Ich halte mich hier strickt an Captain Taggart aus Galaxy Quest:

Never give up 

Never surrender!

 

 

 

Altäre im römischen Rekonstruktionismus

Ende letzten Jahres habe ich begonnen eine kleine Minireihe zum Thema Altäre zu schreiben. Hier hatte ich Euch einige Hausaltäre, Altarkerzen aber auch Altäre zu speziellen Anlässen vorgestellt. Eine kürzliche Reise führte mich unter anderem in die Regionen der Eifel und von dort aus durch gallische Gebiete bis nach Trier. Verbracht habe ich diese Zeit mit guten, alten Freunden, römischen Heiden, die unter anderem die empfehlenswerte Website Mos Maiorum – der römische Weg betreiben. Und so habe ich die Möglichkeit Euch heute ein paar ganz besonderer Hausaltäre zu präsentieren.

Handgefertigtes Lararium mit Lampe und Schlangen-Räucherschale

Handgefertigtes Lararium mit Lampe und Schlangen-Räucherschale

Im Cultus Deorum Romanorum, dem Römischen Rekonstruktionismus, gilt das, was auch für viele neuheidnische Strömungen bedeutsam ist. Der Mittelpunkt des spirituellen Fühlens drückt sich auf der materiellen Ebene im Heim durch einen Hausaltar aus. Dieser Hausschrein wird bei den Römern als Lararium bezeichnet, da der Schrein auch als Wohnort der sogenannten  Laren, römischer Schutzgottheiten, gilt. Das Lararium ist Mittelpunkt der heimischen, rituellen Praxis.

Das Lararium: ein Heim für die Laren und Penaten.

Das Lararium: ein Heim für Götter, Laren und Penaten.

Die hier dargestellten Lararien sind etwas ganz besonderes, da es sich bei ihnen um handgefertigte Einzelexemplare handelt. Die Stücke sind eigens für den jeweiligen Haushalt vermessen, zugeschnitten und zusammengebaut worden und dann, nach römischen Vorbild, farbenfroh bemalt worden. Hierbei ist anzumerken, dass die Römer insgesamt einen Hang zu sehr farbenintensiven Darstellungen hatten. Sowohl ihre Hauswände, als auch die Statuen der Gottheiten waren farbenfroh und lebensecht bemalt, wie sich anhand von Farbresten und Funden belegen lässt. Einen kleinen Eindruck dieser einstigen Farbintensität kann man gewinnen, wenn man römische Mosaike betrachtet. Aber darüber hinaus gibt es auch Rekonstruktionen römischer Bauwerke und Tempelanlagen, in denen versucht wurde in der Gestaltung so orginalgetreu wie möglich zu arbeiten. Während meiner Reise hatte ich die Möglichkeit eine solche Anlage zu besichtigen und ich werde zu einem späteren Zeitpunkt darüber berichten.

Das Lararium als Mittelpunkt des sakralen Raumes.

Das Lararium als Mittelpunkt des sakralen Raumes.

Auch die hier gezeigten Lararien sind Rekonstruktionen, die sich am römischen Lebensalltag anlehnen. So findet man in beiden abgebildeten Lararien zum Beispiel jeweils mindestens eine Schlange. Die Schlange ist in der römischen Mythologie ein Symbol für Heil und gilt als Bringerin von Frieden und Wohlstand. Sie gehörte bei den Römern zum Inventar des Larariums, vor allem da sie den Genius Loci repräsentiert.

So ist das Lararium zum einen eine Form des Hausaltars, wie wir ihn aus anderen spirituellen Richtungen kennen. Zum anderen ist es Rekonstrukion römischer Lebenswirklichkeit, eine Rückbesinnung auf alte, kulturelle Einflüsse, die bis heute wirken. Doch nicht zuletzt ist es Ausdruck tief empfundener Spiritualität und Anbindung an die Götter.

Sacrarium mit Apollo

Es geht auch ohne ‚Behausung‘: Apollo-Sacrarium

Ich danke an dieser Stelle Q. Albia Corvina für das zur Verfügung stellen der hier verwendeten Fotos!

 

Die Altarkerze

Unser Sylvesteraltar zum Sylvesterritual - im Mittelpunkt die Altarkerze!

Unser Sylvesteraltar zum Sylvesterritual – im Mittelpunkt die Altarkerze!

Ende 2013 habe ich in meinem Blog zwei Artikel publiziert, den ersten über Altäre und den zweiten sinnigerweise über noch mehr Altäre. Beide Artikel wurden nicht nur viel gelesen, sondern ich erhielt darauf erfreulich viel Feedback, so dass ich meine kleine Reihe über Altäre gerne heute fort führe. Dabei geht es heute um einen Gegenstand den man auf (fast!) jedem Altar findet: Die Altarkerze!

'Danke schön' Kerze an Merkur für Hilfe in einer für mich schwierigen Situation.

‚Danke schön‘ Kerze an Merkur für Hilfe in einer für mich schwierigen Situation.

Altarkerzen gibt es inzwischen für Hex‘ und Heide in allen möglichen Formen und Farben zu kaufen. Vom Teelicht, bis zur hohen, großen Stumpenkerze sind scheinbar alle Kerzen dazu geeignet den Altar zu verschönen, ihr Licht zu verbreiten und den Altar zu bereichern.

Vor einigen Jahren habe ich begonnen eigene Kerzen herzustellen – es fing an damit, dass ich Kerzenreste sammelte und aus ihnen neue Teelichter erstellte. Das Kerzengießen war für mich von Anfang an eine so entspannende und erfreuende Tätigkeit, dass ich bald meinen Horizont erweiterte und schon nach kürzester Zeit begann Kerzen für spezifische Rituale oder für Gottheiten her zu stellen.

Zunächst arbeitete ich mit unterschiedlichen Farben und Formen, doch bald entwickelte ich neue Ideen und Vorstellungen und ließ dabei meiner Kreativität freien Lauf. Magische Öle finden ebenso Verwendung wie unterschiedliche Techniken des Kerzengießens und des Verzierens. Hatte ich zuvor all meine Kerzen käuflich erworben, so investierte ich nun mein Geld in Wachs und allerlei Zubehör. Tatsächlich ging die Kreativität so weit, dass sich auch neue Kerzenrituale entwarf. Für mich persönlich wird jedes Ritual durch die eigenen, handgemachten Kerzen noch einmal vertieft.

Doch was macht die Altarkerze so besonders? Was unterscheidet sie vom Teelicht auf dem Mittagessentisch oder dem Speiseleuchter?

Das Feuer ist das einzige der vier Elemente – Feuer, Wasser, Erde, Luft – welches, in seiner Reinform, nicht permanent um uns herum ist. Wir stehen auf der Erde, wir atmen die Luft, wir trinken das Wasser und waschen uns damit – jeden Tag. Doch das Feuer in seiner Reinform ist vielen Menschen fremd geworden, ausgenommen hiervon sind Raucher. Sie aktivieren Tag täglich Feuer! Liebe Raucher, seid Euch darüber bewußt, dass ihr jedes Mal ein Tabakopfer bringt. Denn dies war die ursprüngliche Bedeutung des Rauchens, des Entzünden der Tabakpflanze.

Zurück zum Thema: Natürlich haben auch wir es täglich mit Feuer zu tun – die Sonne, die uns wärmt ist pures Feuer! Wir spüren ihre Kraft, wir spüren ihre Wärme und zumindest ich vermisse diese im Winter schmerzlich. Die Speisen, die wir kochen, werden ‚auf dem Feuer‘ gegart, auch wenn dies heute oft elektrisch geschieht. Ich persönlich nutze einen Gasherd und gebe ihn um keinen Preis her! Das Feuer ist unsere Lebenskraft, es wärmt uns und ohne Feuer könnten wir nicht existieren. Zugleich ist es dasjenige der vier Elemente, welches sich allein der Mensch auf diesem Planeten zu Nutze machen lernte. Das Entzünden von Feuer, die Fähigkeit ein Feuer zu machen und es zu schüren, es zu nutzen, ist ein wesentlicher Aspekt, der uns von unseren terrestischen Mitgeschöpfen unterscheidet.

Große Thorskerze und zwei kleine Hexenkerzen.

Große Thorskerze und zwei kleine Hexenkerzen.

Die Altarkerze ist Trägerin des Feuers. Sie zu entzünden macht uns unsere Menschlichkeit bewußt. Zugleich ist die Entzündung Hingabe an das Numinose, wie auch immer man es bezeichnen mag. Kerzen spielen für die Menschen auch heute noch eine große Rolle!

Wer kennt es nicht? In einer schweren Stunde kann es hilfreich sein, ein Lichtlein in der Kirche oder im Tempel zu entzünden, ein Gebet zu sprechen oder eine Meditation zu machen und auf segnende Unterstützung, Kraft oder eine Inspiration zu hoffen. Auch ich selbst habe schon in vielen Kirchen und Tempeln Kerzen angezündet. Wenn ich auf einer Fernreise bin, dann gerne einmal für die Lieben daheim oder auch um für einen schönen Tag, eine besonderes Erlebnis zu danken. Für mich sind einige Kirchen durchaus Orte der Kraft. Vor allem Kirchen in denen schwarze Madonnen verehrt werden oder die einen starken Marienkult pflegen werden von mir persönlich als angenehm empfunden.

In meiner Arbeit als spirituelle Lebensberaterin habe ich es oft mit Menschen zu tun, die in schwierigen oder verzweifelten Lebenssituationen sind. Regelmäßig biete ich an, individuelle Kerzen für die Menschen zu entzünden. Dieses Angebot wurde bisher noch nie von jemanden abgelehnt. Und inzwischen erstelle ich all diese Kerzen selbst und bekomme immer wieder ein positives Feedback. Es hilft manchmal schon, wenn man weiß, dass da jemand ist, der das persönliche Problem ernst nimmt, es vielleicht nicht lösen kann, aber zumindest ein Licht setzen kann. Im wahrsten Sinne des Wortes!

Die Altarkerze an sich ist für mich immer wichtig. Sie zu entzünden ist ein Symbol des Gedenkens an die Kräfte, die mich umgeben, die mich stärken, die für mich wichtig sind und denen ich wichtig bin. Sind die Kerzen entzündet, so ist der Altar ‚aktiv‘. Seine Energie verändert sich. Selbst Menschen, die nicht religiös sind, aber meinen Hausaltar sehen, nehmen diese Energie wahr. Es ist schön, den Blick auf die Kerzen und auf den Altar zu wenden. Mir persönlich gibt es Kraft und sie ist für mich inzwischen zu einer regelrechten Gebetsmühle geworden. Sie zu entzünden heißt die Wünsche zu den Göttern zu senden oder die Probleme des Alltages abzubrennen, je nachdem wofür ich die Kerze ursprünglich gemacht habe. Aber oft kann eine einzige Altarkerze sehr, sehr viel bewirken. Und das wunderbarste, was sie bewirkt: Sie bringt den Zauber des Feuers in das Wohnzimmer und ist einfach nur schön!

Wechselfarbkerzen, die an den Regenbogen Bifröst erinnern. Beim Abbrennen verändert sich ihre Farbe.

Wechselfarbkerzen, die an den Regenbogen Bifröst erinnern. Beim Abbrennen verändert sich ihre Farbe.

P.S.: Noch immer sammel ich Fotos von Altären! Wer also welche hat und mir zur Verfügung stellen möchte kann sich gerne an mich wenden: Curtis.Nike(at)arcor.de