Blog-Archive

Ein Stück Winkelgasse in Berlin

09.11.2017

Hochwertige, handgefertigte Zauberstäbe – jeder ein Einzelstück – gibt es in der Hexenstube.

Kalt ist es geworden. Nachts sind die Temperaturen hier in Berlin zuweilen nahe am Gefrierpunkt. Der Winter naht in großen Schritten. Und mit dem nahenden Winter kommt auch die Zeit, in der man sich zum einen gemütlich zu Hause einmummeln möchte und man zum anderen schon an die bevorstehende Julzeit, die Rauhnächte und Weihnachten denkt. Für mich gehört zu dieser Jahreszeit auch Elfenwein, heißer Met, Kerzenschein, Räucherungen, Kreativität und magisches Wirken. Und um sich entsprechend einzudecken lohnt sich ein Ausflug nach Berlin-Spandau, denn hier findet sich in der Falkenhagener Straße 53 – neben dem einschlägigen Pub ‚Hexenkessel‘ – Phoebes Hexenstube, die Anschrift für Met, Ritualbedarf, Zauberstäbe und einfach alles, was das Hexenherz begehrt. Ausserdem trifft man hier in der Regel immer Menschen an, die sich Zeit und Muse für einen Plausch nehmen.

Niffler hinter Sicherheitsscheibe, mitten in seinem Raubzug geschockzaubert. Keine Sorge! Es bleibt nicht in diesem Zustand, sondern verbringt die meiste Zeit in seiner natürlichen Umgebung in artgerechter Haltung! Davon habe ich mich persönlich überzeugt!

Um sicher zu gehen, dass der hauseigene Niffler auch garantiert unter einem effektiven Lähmungszauber steckte (schließlich hatte ich keine Lust Geld- und Schmucklos nach Hause zu kommen), meldete ich mich und meinen Neffen im Vorfeld an. Und so wurden wir nicht nur erwartet, sondern auch noch mit frischen Kaffee und einem Halloween-Naschkorb begrüßt. Allein dieser freundliche Empfang und die anschließenden Gespräche waren die Reise schon wert!

Phoebes Hexenstube ist ein kleiner, aber feiner Laden, der in keiner Weise mit den gängigen Muggel-Esoterikläden zu vergleichen ist. Fast alle angebotenen Waren sind handgefertigt von Hexen und Magiern, von den Zauberstäben, über rituellen Kopfschmuck hin zu Göttinnenfiguren und Altarzubehör. Ja, es gibt hier sogar für die moderne Hexe von heute Hüllen für das Mobiltelefon, welche handgehäckelt sind, hergestellt von einer weisen Frau. Diese Stube ist so besonders wie jedes einzelne Stück, welches hier angeboten wird.

Während ich meinen Kaffee genieße und mein Neffe Zauberstäbe ausprobiert, erfahre ich, dass es diesen kleinen, aber feinen Laden bereits seit 2014 gibt. Zuvor war die Hexenstube ein reiner Online-Laden. Ursprünglich war Bianca, die Eigentümerin, mit einem kleinen Designlabel selbständig tätig. Unter anderem nähte sie Taschen. Doch es schlichen sich immer mehr keltische Muster in ihre Arbeit und nach und nach wurde klar: Da bahnte sich etwas neues an! Und so entstand die Hexenstube, die heute Anlaufstelle für Hexen, Magier und magische Kreaturen im weiteren Umfeld sind. Unvoreingenommen alle Besucher, die im Stande sind sich an die Umgangsformen zu halten, sind willkommen: Schamanen, Freifliegende, Lernende ebenso wie Fortgeschrittene, Todesser ebenso wie Muggelstämmige und auch für Werwölfe gibt es immer ein Plätzchen (bei Vollmond allerdings aus nachvollziehbaren Gründen nur bei vorheriger Einnahme des Wolfsbanntranks!).

Ob Zauberflaschen, Beutel oder Handhüllen – die meisten Artikel hier sind in liebevoller Handarbeit von Hexen hergestellt worden.

Phoebes Hexenstube ist immer einen Besuch wert. Jedes Stück, welches hier erworben werden kann, hat eine eigene Geschichte, welche Bianca auch gerne teilt. Wer also wissen möchte, was es mit Ratatösks Kumpel Hansi auf sich hat oder wie es Atos dem Widder ergangen ist und wieso er nun im Hexenladen rumhängt, der mag Bianca doch einfach einmal besuchen und ihren Ausführungen lauschen. Ich empfehle beim Besuch das GoldenDark Bier zu probieren. Dieses Schwarzbier mit Honig kostet 2,50 € und in der Regel kann man es vor Ort auch gekühlt erwerben. Natürlich ist es auch möglich bei einer Flasche Met den Geschichten zu lauschen oder sich auf Entdeckungstour durch die Regale zu begeben.

Phoebes Hexenstube ist Dienstags und Freitags von 15.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.
Es ist auch möglich ausserhalb dieser Zeiten einen Termin zu vereinbaren, eine Email an Bianca genügt:

bianca.wertheimer(at)phoebes-hexenstube.net

Schön, dass es so zauberhafte Orte in Berlin gibt ❤

Zauberhafte Kerzen für den Altar.

Advertisements

Odins Rat

Von Loki geboren, von Odin geritten: Sleipnir. Die Postkarte Sleipnir‘ ist für 1,70 €/Stück bei mir erhältlich. Weitere Motive werde ich demnächst vorstellen.

22.10.2017

Eine kleine Lampe brennt, taucht den Raum in dezentes Licht. Draussen ist es bereits dunkel geworden. Die Tage werden jetzt sehr schnell und spürbar kürzer. Die erste Kürbiscremesuppe wurde heute serviert und läutet damit unweigerlich das Ende dieses Sommers ein. Sie war köstlich und erdend. Beim Essen haben wir viel geredet, zugehört, uns ausgetauscht, Hexenfrauen unter sich. Es ist eine kleine, private Runde, Katzen streifen um unsere Beine, suchen sich einen gemütlichen Platz. Wir sind entspannt, trinken Tee, lachen. Und dann wird uns mitgeteilt, dass Odin bereit ist sich zu uns zu gesellen, sich unseren Fragen zu stellen. 

Es geht ganz schnell: Der heilige Raum ist schon da, Kerzen werden entzündet, Schatten schweben durch die Luft. Vier Frauen sitzen im Halbkreis. Die Katzen ruhen nebenan, die Luft wabert. Magie wirkt. Die Schleier werden dünn. Die Übergänge öffnen sich. Ein Lachen. Mit dem Methorn stimmt etwas nicht. Eine springt rasch auf, füllt es mit süßem Wein. Wieder ein Lachen. Odin ist da! Direkt vor uns sitzt er, die Krempe seines Hutes taucht Teile seines Gesichtes in Schatten. Sein linkes Auge ist unter einer Augenklappe verborgen, er sitzt locker und entspannt, lacht. Er mag es unter Hexen zu sein. Er ist gut drauf. Und wir – wir stellen unsere Fragen. Ich stelle meine Fragen. Und er antwortet uns, klar und deutlich. Er gibt uns Hilfestellung, er gibt uns Wegweiser, er gibt uns Runen.

„Was willst Du das ich tue?“ so lautet – stark vereinfacht – eine meiner Fragen. Und seine Antwort verblüfft mich. Alles ist mit einem Male so klar, so verständlich. Eigentlich hätte ich doch auch selbst darauf kommen können… doch geht er über die Frage hinaus. Da kommt noch etwas. Ich ahne was es sein kann. Ich lausche. Er rät mir. Ich weiß was zu tun ist. 

Hier schließt sich der Kreis zu meinem ersten Beitrag über die Ereignisse der letzten Tage, in denen Diana Paxon hier bei mit in Berlin zu Besuch war. Vieles wurde in Bewegung gebracht, vieles angeregt, vieles will nun gewirkt werden. Es war eine wundervolle, intensive Zeit voller Magie, Lachen, Freude und Herausforderungen. Und ich merke immer wieder wie gut es mir tut mir Gleichgesinnten zu arbeiten, in einem Umfeld, in dem ich mich nicht erklären muß. Dann können wir uns entfalten und über uns hinaus wachsen! Und wenn die Dinge laufen, wie sie sollen, dann wird es nicht der letzte Besuch von Diana in Berlin sein. Hier bei mir im Blog werdet ihr auf dem Laufenden bleiben 😉

Danke an alle Beteiligten für eine tolle Zeit!

Skól!
Curtis Nike – Diana Paxon – Patricia Asunja

Kommende Ereignisse

09.08.2017

Berlin – Stadt der Hexen, so heißt es. Aber Berlin ist nicht nur eine Stadt der Hexen. Berlin ist die Stadt der Magie, die Stadt der Vielfalt, die Stadt der Zauberwelten und auf seine Art das pagane Herz des Landes. Regelmäßig finden hier Veranstaltungen von Hexen, Heiden und Magiern statt, die inzwischen deutschlandweit – und auch über die Grenzen des Landes hinaus – Menschen hierher ziehen. Das Pagane Berlin pulsiert und so freue ich mich besonders auf das Wochenende vom 23. und 24. September dieses Jahres. Erstmalig findet die Konferenz der Pagan Federation in Berlin statt. Und sie verspricht zu einem echten Highlight zu werden. Nicht nur werden renommierte Musiker, Autoren und Handelnde anreisen, sondern es wird auch ein breites Angebot an Workshops, Vorträgen und Events geben. An Ständen gibt es magisches und hexisches zu erwerben, Speise und Trank werden angeboten und es besteht die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen.

Kerzen, Runenpins, magische Buttons und allerlei magischer Krimskrams… handmade by Curtis Nike

Wer schon immer einmal die Chance wahr nehmen wollte, um tiefer in die Materie einzudringen, in die Welt der Magie und Rituale. wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. Und wer endlich einmal sehen möchte, was ich den ganzen Tag zaubere, schaffe und materialisiere, ist herzlich eingeladen mich an meinem Stand zu besuchen, denn ich werde dabei sein und meine Werke präsentieren: Kerzenzauber und allerlei magische, schöne Dinge gibt es da zu finden. Und dazu die Möglichkeit mit mir zu plauschen. Wenn dies mal kein Grund ist, sich auf die Socken zu machen.

Lesungen von Duke Meyer und ein Konzert von Peti Songcatcher and friends stellen schon im Vorfeld sicher, dass man sich hier gut unterhalten fühlt und von netten Menschen umgeben ist. Auch kam mir zu Ohren – aber dies ist noch nicht sicher – dass auch James vom Kessel mit dabei sein wird. Also: Den Stift zücken, Termin eintragen. Karten besorgen!

Ich freue mich auf Euch!

Wann? 23. und 24. September, jeweils ab 10.00 Uhr
Was? Pagan Federation International Konferenz

Wo? Veranstaltungshaus Wartenberger Hof, Dorfstraße 2, 13059 Berlin
Haupteingang: Woldegker Straße
Kosten? Der Aussenbereich mit Ständen und Pagan Pride Zelt ist frei zugänglich, der Innenbereich mit Konzert, Konferenz, Lesungen und Workshops ist mit Ticket zugänglich. Tickets gibt es ab lohnenden 35 € (für beide Tage) hier.

Hinweis: Mein Stand wird sich im Außenbereich befinden. Das heißt auch wenn ihr nicht an der Konferenz Teil nehmen möchtet, so könnt ihr vorbei kommen und mich (und einige andere) im Außenbereich besuchen, hier ist der Eintritt frei, ihr benötigt kein Ticket.

Techniken der Magie: Musik – Teil 2

23.05.2017

Peti und Duke musizieren für uns.

Kerzen brennen, wir sitzen entspannt auf Sitzkissen am Boden. Wir befinden uns im Tempelraum der Sternschnuppe. Heute Abend bekommen wir ein Konzert geschenkt. Peti Songcatcher wird für uns singen. Unterstützt wird sie von Duke Meyer. Ich selbst freue mich schon den ganzen Tag auf dieses Konzert, denn ich weiß, dass mich etwas besonderes, etwas bewegendes erwartet. Dies liegt daran, dass ich in der Vergangenheit schon Konzerte von Peti erleben durfte und von daher weiß wie mitreißend, lebensbejaend und emotional inspirierend ihre Performance ist. Jedes Konzert ist ganz und gar einzigartig. Die Ursache dafür liegt darin, dass ihre Konzerte anders sind als die Performances, die man gewohnt ist. Peti Songcatchers Konzerte sind – unabhängig davon ob sie vor 6, 60 oder 600 Leuten auftritt, Mitmach-Konzerte. Man kann nicht nur tanzen zu ihren Liedern, man kann auch mitsingen. Ja, das ist sogar gewünscht! Denn Peti ist Ritualmusikerin, sie ist darin geübt Menschen Lieder mit spirituellem Charakter schnell bei zu bringen und sie zum Mitsingen zu inspirieren. So haben ihre Konzerte stets etwas magisches an sich. Eigentlich sind es musikalische Rituale, die einen dazu einladen mit auf die Reise zu gehen. Auf die Reise der Initiation, der Übergänge, der Schmerzen im Herzen, auf die Reise der Freude, der Ausgelassenheit, der Lebenslust. Aus den Tiefen der Seele heraus steigen Gedanken und Gefühle auf. Peti singt nicht nur für das Ohr, für das Herz und für das Tanzbein, sie singt auch für die eigene Stimme und die Seelentiefen. Auf ihren Konzerten wird viel gelacht. Und zuweilen auch geweint.

Peti und Duke vor dem Konzert.

Bei Peti Songcatcher ist der Name Programm: Die Reclaimerin lebt und arbeitet in der Nähe von Bremen. In ihrer Freizeit reist sie um die Welt, besucht Hexen, Göttinnenkonferenzen, Reclaiming-Veranstaltungen und Witchcamps, mit denen sie sich vernetzt und austauscht. Sie bringt etwas mit: Lieder. Sie sammelt überall Lieder, die im Hexenwirken, in der Magie, im Ritual benutzt werden. Diese Lieder erlernt sie und bringt sie dann zur nächsten Veranstaltung mit, wo sie zum einen ihre gesammelten Stücke vorträgt, zum anderen neue Lieder hört und lernt. Und somit ist sie eine Liedersammlerin, eine echte Songcatcher eben. Sie teilt ihren Schatz dabei mit allen, die ein offenes Ohr dafür haben. Sie ist auch sprachlich international unterwegs, vor allem englische, spanische und deutsche Texte finden ihren Weg zu ihr. Dabei kann sie ihr eigenes Talent und das ihrer Freunde derart nutzen, dass einige Texte sogar in allen drei Sprachen zur Verfügung stehen, durch Übersetzungen, die sich ebenfalls singen lassen. Auf diese Art sind inzwischen schon zwei CDs entstanden: „Singing the Circle of Abundance through the weel of the year“ und „Lieder zwischen Himmel und Erde“. Durch diese CDs kann sie ihre Arbeit auch den Menschen zugänglich machen, die nicht die Möglichkeit haben zu ihren Konzerten zu gehen, die aber dennoch neugierig auf ‚echte Hexenmusik‘ sind. Und man kann die Musik nicht nur hören, sondern auch mitsingen, denn die Texte werden mit geliefert.

Wenn Du in oder um Berlin bist und nun neugierig geworden bist, Dich verzaubern lassen möchtest, so lade ich Dich ein am Donnerstag, 25 Mai, ab 14.30 Uhr zur Nacht der Religionen zu der Veranstaltung der Paganen Wege und Gemeinschaften zu kommen. Hier kannst Du Peti Songcatcher persönlich antreffen, sie wird im Familienzentrum Menschenskinder in der Fürstenwalder Straße 25 in Berlin zusammen mit Paula Noske am Lagerfeuer singen. Und wenn Du sie siehst und ihr sagst, dass Du gelesen hast, dass sie beinahe jedem, der sie darum bittet, ein Lied singt, dann singt sie vielleicht auch für Dich… 😉

Alle Infos zur paganen Veranstaltungen bei der Nacht der Religionen. Um 16.15 Uhr und 20.15 Uhr finden Lieder am Lagerfeuer statt – freut Euch auf Peti!

Ein Herzensprojekt für Göttinnen und Menschen

27.04.2017

Es ist sonnig und kühl in Berlin. Vögel zwitschern, das Frühjahr hat begonnen. Es ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Blühende Blumen füllen die Beete und bunte Eier schmücken Nester und Zweige. Ein guter Zeitpunkt, um neue Projekte zu beginnen. Ein guter Zeitpunkt, um sich neues anzuschauen.
Die Energien der Inspiration knistern und so liegt es nahe, dass ich mich an diesem Ostara mit zwei Frauen treffe, die gerade dabei sind eine besondere Magie zu weben. Sie beide haben nämlich ein magisches Band gefunden, einen sehnsüchtigen Herzenswunsch, den sie nun beginnen zu verdichten und real werden zu lassen.

Göttinnen – Bildquelle: http://goddess-temple-berlin.de

Bei Kaffee und Kuchen habe ich die Möglichkeit mit Angela und Betty über den ‚Goddess Temple Berlin‘ zu sprechen. Für einige Stunden tauche ich ab in das Projekt der beiden Frauen und erfahre von ihnen, wie eine tiefe Sehnsucht sich begann zu transformieren, um sich nun schrittweise zu manifestieren. Die Initiatorinnen des ‚Goddess Temple‘ Projekts lassen mich zum einen Teil haben an ihrem Werdegang, an ihren Ideen, Sehnsüchten und Träumen, zum anderen zeigen sie mir, wie sie beginnen ihre Vision schrittweise Realität werden zu lassen.

Kleiner, transportierbarer Göttinnenaltar mit handgefertigter Figurenkerze. Foto: Curtis Nike

Die beiden Frauen wollen einen Raum schaffen, in dem sich Menschen, die sich mit der Göttin befassen, begegnen können. Angesprochen werden sollen Suchende, Menschen die Informationen über die Göttin benötigen, aber vor allem auch die, die einen geschützten Raum suchen, um sich der Göttin zuzuwenden. Hierbei ist es gleichgültig, ob die Menschen die ‚Große Göttin‘ an sich ehren wollen, oder ob sie sich einer Göttin besonders zugehörig fühlen. Im Goddess Temple Berlin sind alle Göttinnen gleichermaßen willkommen, so wie auch alle Menschen willkommen sind, die sich zur Göttin – oder einer von vielen – hin gezogen fühlen oder aber Informationen und Austausch mit Gleichgesinnten wünschen. Wichtig ist es den Initiatorinnen in Berlin einen Raum zu bieten, in dem weiblicher Energie bedingungslos Platz geschafft wird.

Was hat Euch denn auf den Gedanken gebracht einen Göttinnentempel zu erschaffen?“ möchte ich wissen. „Glastonbury“ antworten sie mir einhellig und beide Frauen beginnen mit einem Male zu strahlen. Sie berichten mir, dass sie im November des Jahres 2015ev gemeinsam in Glastonbury waren und den dortigen Goddess Temple besucht haben. Die offene Atmosphäre vor Ort hatte eine inspirierende Wirkung auf die Frauen. Diese Wirkung lies auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland keineswegs nach, sondern verdichtete sich sogar noch zum altbekannen magische Kribbeln, welches beide im Januar 2016ev richtiggehend umtrieb. Und bald war klar: Hier wurde eine neue Idee geboren. Die innere Sehnsucht nach einem Ort der Ruhe und Andacht, nach einem Göttinnentempel, schaffte sich immer mehr Raum in ihrem Leben. Tatsächlich wurde die Vision so stark, dass Betty sogar aus dem fernen Minden zurück nach Berlin kam. Sie ist eine Vagabunden-Seele und stets in Bewegung, doch die Idee der Gründung eines Göttinnentempels in Berlin vermittelte ihr erstmalig die Hoffnung Wurzeln zu finden. Wurzeln, die sich symbolisch in dem Projekt zeigen, die aber zugleich hinaus reichen zu anderen Menschen, die die Möglichkeit haben sollen den Tempel zu besuchen. Und dabei ist dieser Tempel vollkommen unabhängig von einem Coven oder jeglicher magischer Gemeinschaft. Genau wie die beiden Frauen selbst. Beide sind Ur-Berlinerinnen und beide sind schon lange vertraut mit der Welt der Magie, mit Göttinnen, mit diversen spirituellen Strömungen und beide fühlen sich keiner spirituellen oder magischen Gemeinschaft zugehörig.

Altar im Freien. Bildrechte bei http://goddess-temple-berlin.de

Angela befasst sich bereits seit Mitte der 80er Jahre mit unterschiedlichen spirituellen Strömungen. Zunächst kam sie in Kontakt mit den Schriften von Starhawk, die sie zwar ansprachen, aber nicht wirklich in Herz und Seele trafen. Dies vermochte dafür ein anderes Buch, welches auch ihre spätere Affinität zu Glastonbury erklärt: ‚Die Nebel von Avalon‘. Der Roman war für sie eine Art Initialzündung, die sie auf ihren Weg brachte. Heute ist Angela eine schamanisch praktizierende Frau auf dem Weg der Göttin.

Die umtriebige Betty kommt ursprünglich auf der klassischen Ritualmagie, doch bald begann sie die Natur als beseelt zu erleben. Und so wandte sie sich der Göttinnenspiritualität zu und bezeichnet sich heute als naturreligiös.

Nun beginnen die beiden Frauen die Arbeit an ihrem Projekt ‚Goddess Temple Berlin‘. Der erste große Schritt war für sie der Schritt in die Öffentlichkeit, den sie erst vor einigen Wochen durch ihre Website vollzogen haben. Und schon wächst in mir eine Frage: „Warum heißt es eigentlich ‚Goddess Temple‘?“ Die Antwort kommt prompt: Es geht durchaus auch darum internationales Publikum anziehen. Keineswegs soll der Göttinnentempel nur für die Menschen in Berlin da sein, sondern auch Reisende, die den Kontakt zur Göttin suchen, sollen mit angesprochen werden. Und genau diese Internationalität zeigt sich nicht nur in der englischsprachigen Selbstbenennung, sondern auch in der Tatsache, dass Berlin als Standort gewählt wurde. Hier in der Metropole, in der Weltstadt, soll ein Ort geschaffen werden, an dem ausnahmslos alle Göttinnen willkommen sind. Virtuell existiert der Tempel ja nun bereits und hat eine eigene Website, die das Projekt vorstellt. Doch der Kern des Projektes wird ein Tempelraum sein, der für Andacht, Zwiesprache mit der Göttin, das Entzünden von Kerzen für Göttinnen und darüber hinaus möglicherweise auch für Göttinnenfeste oder Jahreskreisfeste geöffnet sein soll.

Sizillianische Gorgo mit drei Beinen.

Welche Möglichkeiten haben Menschen sich einzubringen?“ frage ich. „Am liebsten hätten wir einen Sponsor!“ kommt die lachende Antwort, doch gleich winken beide Frauen ab. Nein, der Göttinnentempel ist kein Verein und es gibt auch kein Spendenkonto. Es ist allein Angelas und Bettys Projekt, welches in ihrem Herzen wächst, in die Realität umgesetzt werden soll und dann der Gemeinschaft mit zur Verfügung gestellt wird. So gesehen ist es Göttinnendienst, der von den beiden Frauen ausgeübt wird. Und im Moment steht die Suche nach dem passenden Raum im Vordergrund. Dabei haben sie sich in Berlin schon einiges angeschaut, aber ‚der Tempelraum‘ war noch nicht dabei. Sie sind sich jedoch sicher, dass er irgendwo in der Stadt regelrecht auf sie wartet. Dennoch ist natürlich Unterstützung von Außen willkommen, gerade jetzt bei der Suche nach dem Tempelraum. Wo auch immer ein Zimmer frei ist, wer etwas von einem Freistand weiß oder wer sogar selbst etwas zu vermieten hat, kann – und soll – sich natürlich melden.

Bis dahin präsentiert sich der ‚Goddess Temple Berlin‘ nicht nur durch seine Website, sondern bietet zugleich einen kommunikativen Anlaufpunkt für Menschen, welche die Göttin suchen. Wer sich zum Beispiel die Frage stellt, wie ein eigener Hausaltar aussehen kann oder an welchen Orten in Berlin man der Göttin begegnen kann, der hat bei Angela und Betty stets ein offenes Ohr und kann hier gegebenenfalls Anregungen und Antworten finden.

Fast kann ich den Göttinnentempel schon vor meinem inneren Auge sehen, wenn ich den beiden Frauen zuhöre. Leise ziehe ich die Schuhe aus, öffne eine Tür und trete in den Raum. Blumenduft mischt sich mit einem Hauch Weihrauch. Der Altar ist jahreszeitlich geschmückt, Ostaras Hauch liegt in der Luft, auf einem Tisch brennen Kerzen, welche die Menschen für ihre jeweilige Göttin mitgebracht und entzündet haben. Und mit einem Male höre ich Bettys Stimme in meinem Ohr:

Wo gehen wir heute hin?

In den Göttinnentempel in Berlin!“

Was für eine schöne Vorstellung! Ich freue mich schon auf den Moment, in dem ich den Göttinnentempel betreten kann. Euch sei versichert: Ich werde am Ball bleiben und berichten!

Bis dahin findet ihr den Göttinnentempel hier