Blog-Archive

Lokis Liebe

Ich habe Dich geliebt,

mit meinem Herzen, mit meiner Seele,

mit allem, was ich bin.

Du reichtest mir die Hand.

.

Ich habe mein Blut mir Dir gemischt,

wurde Dir Freund, wurde Dir Gefährte, wurde Dir Bruder,

wurde der Spiegel Deiner Seele.

Wir reisten zusammen.

.

Ich habe mich verwandelt,

wurde ein Gestaltwandler, wechselte zwischen den Welten,

verzauberte die Welten – für Dich!

Du hast gelacht – und machtest es Dir zu Nutzen.

.

Ich habe Asgard gestärkt,

und in meinem Leib neues Leben empfangen,

wurde unter Schmerzen Mutter des Dahingleitenden.

Er wurde Dein stolzes Ross.

.

Ich brachte Geschenke nach Asgard,

aus den Tiefen Swartalfsheim brachte ich mächtige Waffen,

Schutz aus Liebe zu denen, bei denen ich lebte.

Du hast Dich gefreut – aber den Preis zahlte ich alleine.

.

Ich habe mich der Angst gestellt,

wurde Vater des Wolfes und der Schlange,

wurde Vater der Verborgenen, zeigte Euch die Dunkelheit.

Du hast meine Kinder gebannt!

.

Ich habe mich gesorgt,

Asgard zerfiel, der Anstand ging verloren.

Dekadenz machte sich breit, der Respekt vor dem Schicksal schwand!

Du hattest nur noch Ragnarök im Sinn.

.

Ich spürte den kalten Hauch des Endes,

Balder träumt schlimmes, sieht seinen Tod kommen.

Die Asen aber suchen sich dem Nornenschicksal zu entziehen!

Du lässt es geschehen!

.

Ich habe den Bezug zu Dir verloren.

Auch die Götter sind dem Schicksal unterworfen!

Der Schmerz in mir wächst, ich erreiche Dich nicht mehr.

Dein Wissen und Deine Macht entrücken Dich.

.

Ich kenne den Weg, der vor mir liegt.

Es wird ein Weg des Schmerzes, ein Weg der Tränen.

Jemand muß das Schicksal erfüllen, Balder muß sterben.

Du weißt es auch.

.

Ich spreche die Wahrheit, sage wie es ist.

Die Götter zürnen mir, ihnen ist das Lachen vergangen.

Meine Zunge ist spitz, doch nur noch so werde ich gehört.

Du bist mit Deiner Geduld am Ende.

.

Ich werde gebunden.

Nicht ich bin es, den ihr tötet. Nein, ihr nehmt Rache an meinen Kindern!

Ich bin der Täter, nicht meine Söhne!

Dafür beginne ich zu hassen.

.

Ich werde Naglfar befehligen.

Über die Fluten komme ich geritten, im Sturm Jörmungandrs.

Hel entlässt ihre Kinder in die große Schlacht.

Der Fimbulwinter ist vorbei!

.

Ich komme zum Ragnarök.

Das Gjallarhorn erschallt durch die neun Welten.

In meinem Herzen ist Hass, in meinen Augen Tränen.

Fenris wird entfesselt.

.

Ich werde sterben.

Du wirst sterben.

Meine Kinder werden sterben.

Alles, was mir etwas bedeutet hat, geht dahin.

.

Ich sterbe für die neue Welt.

Ich sterbe für Dich.

Ich sterbe, weil ich an die Erneuerung glaube.

Ich sterbe, weil es Schicksal ist.

.

Ich bin Loki Laufeyson.

Ich liebe Dich, Odin.

Ich kann nicht aufhören Dich zu lieben.

Ich bin Loki Laufeyson – und für Dich werde ich sterben!

.

13.12.2013 ev Curtis Nike

Einen schönen Lokitag Euch allen!!!

Loki und seine Kinder -ein Feuersturm im Hintergrund.

Loki und seine Kinder -ein Feuersturm im Hintergrund.

Advertisements

Wie eine Illustration entsteht – Teil 2

Loki und die Weltenfeinde - nun grade gerückt ;)

Loki und die Weltenfeinde – nun grade gerückt 😉

In meinem letzten Beitrag habe ich die Entwicklung gezeigt von der Vorzeichnung bis zur Tuschezeichnung. Nun habe ich im ersten Schritt die Tuschzeichnung ‚gerade‘ gerückt. Theoretisch könnte man sie nun so abdrucken, wenn sie nicht ein bisschen langweilig wäre, so ganz ohne Hintergrund. Also habe ich beschlossen das Bild zu colourieren und gegebenenfalls ‚Postkarten-tauglich‘ zu machen. Dies mache ich am Computer mit den Programmen Corel Draw und Fireworks

Die Tuschezeichnung wurde colouriert

Die Tuschezeichnung wurde colouriert

Ein Feuersturm wurde als Hintergrund eingefügt.

Ein Feuersturm wurde als Hintergrund eingefügt.

Zunächst habe ich die Vorzeichnung – nach Begradigung – eingefärbt. Das Motiv zeigt Loki und seine drei Kinder, die er mit seiner ersten Frau Angrboda zeugt. Angrboda ist eine Riesin, ihr Name bedeutet ‚Angstbringerin‘. Die Verbindung zwischen Loki und der Angstbringerin bringt den Fenriswolf, die Midgardschlange und die Totengöttin Hel hervor. Aus diesem Grunde habe ich Loki auf dieser Illustration sehr ‚gereift‘ dargestellt. Er wirkt eher ernst und man kann keine Trickster-Anteile erkennen. Auch hat er leichte Alterungsspuren (weiße bzw. graue Haarsträhnen), als Zeichen der Konfrontation oder eines Reifungsprozesse. Die nordischen Götter sind nicht unsterblich und können altern!

Ohne Hintergrund gefällt das ganze nicht wirklich. Und so habe ich abschließend einen Feuersturm als Hintergrund eingefügt, da Loki zuweilen mit dem Feuer in Verbindung gebracht wird. Zufrieden bin ich mit diesem Endergebnis noch nicht, so werde ich daran noch weiter rum basteln.

Als T-Shirt Motiv eignet sich das Motiv nicht bzw. nur wenig, da in diesem Falle die keltische Umrandung zu sehr eingrenzend wirkt und die Dynamik des Motives einengt. Bei einem Abdruck in einem Magazin macht es Sinn, eine Art ‚Umrandungslayout‘ zu machen. Bei einem T-Shirt darf das Motiv jedoch durchaus dynamischen Charakter haben. Und so habe ich für http://musenkuss.spreadshirt.de/ das Motiv ein letztes Mal bearbeitet und die keltische Ornamentik raus gekürzt.

Das Ergebnis seht ihr hier:

T-Shirt 'Loki und die Weltenfeinde'

T-Shirt ‚Loki und die Weltenfeinde‘

Und wer nun neugierig geworden ist und wissen möchte wer dieser Loki und all die Kreaturen, die hier Erwähnung finden, eigentlich sind und welche Bedeutung sie haben, ist herzlich eingeladen zum Loki-Workshop , welchen ich zur Sonnenwende geben werde.

Wie eine Illustration entsteht

In  zwei Blogeinträgen zeige ich Euch einmal wie eine meiner Illustrationen entsteht. Im heutigen Beitrag zeige ich Euch die reine ‚Handarbeit‘.

Was wird benötigt?

– Zeichenblock/Zeichenpapier

– Bleistift

– Radiergummi

– Millimeterpapier (für die keltische Ornamentik, was aber in meinem Fall auch nichts hilft 😉 )

– Tuschestifte in verschiedenen Breiten (hier: 0.1, 0.3, 0.5, 0.7)

– eventuell ein Zeichenbrett (ich habe es nicht verwendet und man sieht gleich was passiert, wenn man so vor sich hin zeichnet…)

Eine Illustration beginnt mit dem Motiv. Ursprünglich hatte ich vor eine weitere Illustration für das Fantastic Artzine Nr. 4 zum Thema ‚Die Blätter von Yggdrasil‘ zu machen. Da sich herausstellte, das von mir bereits ausreichend Material zur Verfügung steht wird das nachfolgende Motiv in einer späteren Bearbeitung dann auf einem T-Shirt landen. Zur Ansicht der Motive bitte auf die Bilddateien klicken!

Erste Vorskizze, mit Bleistift auf Entwurfspapier

Erste Vorskizze, mit Bleistift auf Entwurfspapier

Das Motiv hat den Arbeitstitel ‚Loki und seine Kinder I‘. Zunächst mache ich eine grobe Bleistiftskizze. Zu sehen sind ein Porträt des nordischen Gottes Loki, aus dem seine drei Kinder der Wolf Fenrir, Jörmungandr (die Midgardschlange) und Hel erwachsen. Die Skizze zeigt den springenden Wolf, die drohende Schlange und ein Portrait der späteren Totengöttin Hel, die den Abschluß bildet.

2

Hier die Bleistiftskizze, aber nun mit keltischen Knotenornamenten.

Da das Motiv nun sehr ‚offen‘ wirkt binde ich es im zweiten Schritt – immer noch als Skizze – in eine keltische Ornamentik ein. Die Ornamente sind mit dem Motiv verbunden und bilden so einen groben Rahmen, der das Motiv ‚fest‘ hält. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht an ein T-Shirt Design gedacht, sondern in erster Linie an eine Druckpublikation. Da erachte ich es als wichtig, dass das Motiv nicht zu sehr zerfasert.

Nun überzeichne ich das Motiv mit Tuschestift und verstärke die Ränder. Hierzu ein Trick: Später wird die gesamte Vorzeichnung weg radiert. Um nicht den Tuschestift zu verschmieren oder aufzubröseln (es ist einiges an Radierarbeit von Nöten) zeichne ich auf Entwurfspapier vor (etwas teurer als Zeichenblock, aber insgesamt besser geeignet für Tuschestifte). Es ist nicht nur dazu geeignet Millimeter-Papier oder liniertes Papier unter zu legen (als Hilfslinien), sondern man kann es auch umwenden und die Bleistiftlinien spiegelverkehrt tuschieren. Wenn man später den Bleistift weg radiert gibt es dann nur eine leichte Sauerei.

3

Aus Bleistift wird Tusche.

Es ist bereits zu sehen, dass ich ohne Zeichenbrett gearbeitet habe, sondern am Tisch permanent das Papier gedreht und gewendet habe. Der obere Teil der keltischen Ornamentik ist krumm und schief. Dies wird später korrigiert werden, mit dem Computer. Aber heute geht es noch um die reine Handarbeit… Insofern werden nun die schwarzen Flächen eingefärbt – mit dem Tuschestift. Nun ist das Bild grob vorentworfen und an dieser Stelle verläuft nun die Trennung zwischen der weiteren Arbeit an einem s/w-Bild und einem Farbbild.

Immer noch Vorarbeit: erste Einfärbungen mit Tusche.

Immer noch Vorarbeit: erste Einfärbungen mit Tusche.

Weitere Flächen werden geschwärzt und zugleich werden die Punktierungen, die Schraffierungen und die eine oder andere Schattierung in das Bild eingetragen. Bis hier und nicht weiter geht es heute. Über mehrere Tage hinweg habe ich an dem Bild gearbeitet und habe nun eine solide Grundlage, mit schiefen Ornamenten, die ich in den nächsten Tagen am Computer weiter bearbeiten werde. Die Arbeitsgänge zeige ich Euch dann auch gerne hier in diesem Blog.

5

Vorläufiges Endergebnis – wird weiter ausgebaut.