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Goldene Zeiten

11.06.2018

Die Sonne scheint und taucht alles in ihren goldenen Glanz. In diesem Jahr hat der Sommer in Berlin früh Einzug gehalten. Viele Menschen erfreuen sich der Sonnenstrahlen indem sie am Kanal spazieren gehen, in der Sonne sitzen oder sich im Biergarten erfrischen. Morgens werde ich schon früh von Vogelgezwitscher geweckt, in der Luft liegt Sommerduft, in der Natur spürt man die Lebensfreude. Wie schön!

Einfach goldig: Das Buch der Sonnenglanz

Doch: Wie kommt es eigentlich, dass wir goldene Zeiten erleben können, uns am Glanz und der Wärme der Sonne erfreuen können, das alljährliche Frühlingserwachen genießen können? Darauf gibt es sicherlich sehr viele Antworten, Geschichten, Gedichte und wissenschaftliche Abhandlungen. Eine sehr schöne Anregung zum Thema habe ich im letzten Monat gefunden und regelrecht inhaliert und genossen: Duke Meyers neue Publikation ‚Der Sonnenglanz‘, die in der Edition Roter Drache erschienen ist. Bei dem Buch handelt es sich um eine zauberhafte Geschichte rund um die Göttin Freya und den Brisingamen, ihrem berühmten Halsschmuck, der ihr von den Zwergen geschmiedet wurde.

Schon die Aufmachung des Buches ist einfach traumhaft: Das Cover hält was der Titel ankündigt, denn es ist einfach ein glänzendes Covermotiv. Und auch beim ersten Durchblättern verspricht die schön gestaltete Publikation einiges. Luci van Org hat die Geschichte von Duke Meyer nämlich in ansprechenden Bildern illustriert. Das Buch ist ein Hardcover, die Ecken sind abgerundet und es ist möglich das Buch mit einem Band zu verschließen, zugleich gibt es auch ein goldenes eingebundenes Lesezeichen-Band. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, wie es sich für ein göttliches Buch gehört 😉

Einmal reingeschaut in den Sonnenganz…

Doch nicht nur von aussen strahlt das Buch, es hat auch einiges in sich. Mit großer Freude las ich es an zwei Abenden durch und ließ mich vom Autor entführen in die Frühzeit der germanischen Mythologie. Glücklicherweise findet sich in ‚Der Sonnenglanz‘ all das, was sich in der Edda nicht (mehr?) findet. Die Geschichte um die Göttin Freya, die sich auf macht, um ihren berühmten Halsschmuck den Brisingamen zu erringen, wird mit Augenzwinkern, Freude und Tiefgang erzählt. Es ist die Geschichte einer Göttin, die auszog und dadurch die Welt veränderte. Wie genau das kam, dazu muß man schon die Nase in eben dieses Buch stecken.

Mir hat das Lesen des Buches wirklich Spaß gemacht, von der ersten bis zur letzten Zeile war ich sofort drin in der Geschichte. Der Autor hat einen ausgezeichneten Schreibstil und ist spürbar in der germanischen Mythologie zu Hause. Zugleich schafft Duke Meyer es auch ein Buch vorzulegen, welches durchaus auch Neulinge in der Mythologie und Neugierige ansprechen kann. Die schönen Illustrationen Luci van Orgs runden die Geschichte ab. Ich möchte dieses schöne Buch nicht mehr missen, mehr davon!
Prädikat: Besonders lesenswert, absolut empfehlenswert, rundum goldig!
Diese Geschichte kann man immer wieder lesen und wird dabei immer wieder Freude haben.

Weitere Infos:
Duke Meyer & Luci van Org
Der Sonnenglanz
128 farbige Seiten, 13 x 21 cm, incl. 24 Abbildungen
ISBN 978-3-946425-42-7
Preis: 16,00 €

Wenn Ihr nicht die Möglichkeit habt das Buch beim Autor oder der Illustratorin selbst zu erwerben, so freut sich der Verlag ebenso über eine Bestellung wie die örtliche Buchhandlung Eures Vertrauens!

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Freya heizt ein

19.05.2018

Wenn ich auf ein Hexentreffen gehe, dann tauche ich ein in die Energien meiner Schwestern und Brüder und bin oftmals wie euphorisiert. Das führt dazu, dass ich oft sehr von den Energien zehre, die ich hier bekomme und vieles mit in den Alltag nehme. Meine Berichte hier im Blog sind da nur ein kleiner Eindruck des Erlebten. Besonders erfüllend und wertvoll sind für mich die zahlreichen persönlichen Gespräche mit den Hexen, die ich sonst nicht so oft sehe. Zugleich verbinden die Gruppenerlebnisse und Rituale und stärken das Miteinander. Ein besonders schönes gemeinschaftliches Erleben ist das Mitmachkonzert von Peti Songcatcher and Friends.

Peti Songcatcher mit Fan-Loki… oder Loki-Fan? So genau weiß man das nicht.

Am Samstagabend, unserem letzten gemeinsamen Abend im Naturfreundehaus, war ein Konzert von Peti angesetzt, begleitet wurde sie von Duke Meyer.

Duke Meyer und Peti Songcatcher in Concert, zu ihren Füßen eine Fanhorde

Diese Konzerte sind etwas ganz besonderes. Egal ob Peti Songcatcher and Friends vor 6 Leuten, vor 60 oder vor 600 spielen – alles schon vor gekommen – sie legen sich stets so ins Zeug, als würden sie live auf der ausverkauften Waldbühne in Berlin spielen. Auf dieses mögliche, zukünftige Ereignis freue ich – als treues Groupie – mich schon ganz besonders. Aber heute möchte ich berichten vom Konzert im Naturfreundehaus im Harz.

Musik gehört ja, wie ich in vergangenen Artikeln hier in meinem Blog bereits dargelegt habe, meines Erachtens zu den Grundformen magischer Techniken. Weshalb das so ist beweist Peti Songcatcher in ihren Konzerten jedes Mal von Neuem. Nicht umsonst ist sie auch und vor allem Ritualmusikerin. Mit ihrer Musik und vor allem durch ihre Live Performance vermag sie nicht nur das Publikum zu bezaubern, sondern sie verzaubert die Anwesenden regelrecht. Dies bewerkstelligt sie nicht nur durch ihre persönliche Ausstrahlung und Sangeskunst, sondern auch damit, dass sie das Publikum in das Konzert integriert. Stets bringt sie Lieder mit, die sie dem Publikum gerne weiter reicht und singend beibringt. Auch singt sie, bei überschaubaren Gästemengen, Lieder für jeden einzelnen anwesenden Menschen. Die Stücke sind mal sanft, tragend und die Seele so tief bewegend, dass manche weinen, mal sind sie beschwingt und fröhlich. Aber irgendwann – und dies bei jedem Konzert – donnert die Trommel und die Herzen der Anwesenden beginnen im Takt zu schlagen. Viele aus dem Publikum springen auf, Stühle werden zur Seite geschoben oder kippen gar um. Schlagartig wird es heiß im Raum, denn mit einem Male erfüllt IHRE Energie die Räumlichkeiten und fließt schlagartig durch die Menschen. Freya! Es ist Freya, deren Präsenz spürbar ist, es ist ihr Lied, ihre Anrufung die den Saal erfüllt. Und fast alle stehen nun, stampfen mit den Füßen, singen und tanzen. Diejenigen, die nicht aufstehen (oder nicht aufstehen können) klatschen in die Hände oder wippen hin und her. Niemand kann sich ihr entziehen, der schönen, mächtigen, wilden nordischen Göttin der Liebe, der Zauberei und der reinen Lebenslust. Der Rhythmus packt alle im Raum und fast ist es, als würde aus dem Konzert mit einem Mal Ritual. Freyas Macht ist nicht sanft, sie ist nicht weich, sie ist bedingungslos, lebensbejaend und tosend. Sie trifft – mitten ins Herz!

Auch das macht gute Ritualmusiker aus: Sie schaffen es nicht nur Freya zu rufen, in die Menge zu ziehen und die Gruppe in einen ekstatischen Rausch zu bringen, sondern sie holen auch alle wieder zurück ins Hier und Jetzt, lassen die Gemüter zur Ruhe kommen und entlassen die zuhörenden Wesen mit einem Gefühl des glücklichen Beschenkt seins. ❤

Ein Konzert von Peti Songcatcher and friends ist immer ein Erlebnis!

Weltpremiere mit lauter Saukram

18.05.2018

In meinem gestrigen Artikel habt ihr ja bereits erfahren, was für unglaubliche Schweinereien wir so auf einem Hexentreffen treiben. Unisexklos sind da natürlich nur der Gipfel des Saukrams, den wir betreiben. Tatsächlich kommt es noch sehr viel schweinischer.

Hexische Kreativität bringt alles mögliche hervor: Von köstlicher selbstgemachter Tomatensauce über Nippes und Kerzen bis hin zu CD- und Buchpublikationen.

Wir haben in unserer Gemeinschaft das Glück nahezu magnetisch auf die allerkreativsten, ideenreichsten, innovativsten und inspiriertesten Geister zu wirken. Unter anderem waren auf unseren Treffen Hexen, die Kopfschmuck erstellten, Schmuck selbst machten, Altäre dekorierten, hervorragend trommelten, wunderbare Entspannungs- und Heilbehandlungen machen, Yoga und Meditationen anboten, mit Theaterfarben schminkten, Kinder bespaßten, Massagen machten, sangen, tanzen und vieles, vieles mehr. Dies bereichert die Gemeinschaft enorm und ich freue mich jedes Mal auf die großen und kleinen Dinge, welche von einzelnen mitgebracht werden. 

Wenn Duke Meyer liest, dann nimmt er die Zuhörerschaft mit auf eine Seelenreise.

Auf unserem Treffen hatten wir unter anderem das große Glück einer Premiere beiwohnen zu dürfen. Tatsächlich hatte Duke Meyer, ihr kennt ihn beispielsweise als Autor des meines Erachtens besten Runenbuches auf dem Markt, wenig mehr als eine handvoll Stücke seiner neuesten Publikation mitgebracht. Sein neues Buch ist sozusagen auf dem Löwenzahntreffen offiziell erschienen. Und er erfreute uns mit einer ersten Lesung aus diesem, neuen Werk. So wohnten wir sozusagen einer literarischen Weltpremiere bei!
Das Duke ursprünglich Schauspieler ist merkt man spätestens wenn er liest. Während der Lesung musste ich schmunzeln, schallend lachen und weinen. Alles hintereinander oder auch gleichzeitig. Duke erzählt die Geschichte nicht, er durchlebt sie und schafft es die Zuhörer mit auf dieses Erlebnis zu nehmen. Gänsehaut pur! Und was für eine Geschichte er erzählt! Eine nicht geringere als die wundervolle Freya selbst ist die Hauptfigur des Ereignisses. Und um nichts geringeres, als um eine herrliche Sauerei geht es in der Erzählung: Wie Freya auszog den Brisengamen, dieses glanzvolle Geschmeide, zu erhandeln und zu bekommen. Jaja, sie zog los und handelte mit den Zwergen um dieses Schmuckstück und wer tatsächlich noch nicht weiß, welchen Preis sie dafür bezahlte, wird es erfahren in ‚Der Sonnenglanz‘. Und wer es glaubt zu wissen, erfährt es ebenfalls.
‚Der Sonnenglanz‘ ist ein wundervolles Buch mit Illustrationen von Luci van Org. Ich habe mir sofort ein Exemplar unter den Nagel gerissen und werde Euch an anderer Stelle ausführlich berichten. Bitte gebt mir diesbezüglich noch etwas Zeit, denn das Löwenzahntreffen war mit der Lesung von Duke noch längst nicht vorbei. Allerdings war die Lesung für mich definitiv einer der Höhepunkte!
 

Cover des neuen Buches von Duke Meyer, eine Erzählung rund um die Göttin Freya. Bildquelle: Edition Roter Drache

 

Hexenkalender 2018

19.11.2017

Was hat der Wind mit zugetragen? Herbstlaub? Blätter?

Der Wind fährt durch das letzte Herbstlaub und wirbelt es auf. Ich ziehe die Mütze tief ins Gesicht, von Osten her schneidet die kalte Luft in die Haut. Von einem Tag auf den anderen ist der Herbst älter geworden und der Wind riecht nach dem kommenden Winter. In nur wenig mehr als einem Mondumlauf ist die Wintersonnenwende. Spürbar wird es kälter, das Bedürfnis sich daheim einzuigeln wird stärker. 

Als ich durch die Nacht vom Kino und Essen nach Hause gehe schlage ich den Kragen meines Mantels hoch. Eiseskälte umgibt mich, die Laternen spenden Licht in der Finsternis und ich bin froh mein Haus zu erreichen, schließe die Haustüre auf, stapfe die Treppenstufen nach oben. Schon der Hausflur ist angenehm warm und als ich meine Wohnungstür erreiche stocke ich, ehe ich aufschließe. Auf meiner Fußmatte liegt etwas. Hermes, Gott der Kommunikation, hat es vorbei gebracht, es mit dem Wind her getragen. Ich ahne was es ist und spüre wie Vorfreude in mir aufsteigt. Rasch bücke ich mich, nehme das kleine Paket auf, gehe in die Wohnung und trotz der späten Stunde und der Tatsache, dass Hexenkater Iggy schon im Bett liegt, kann ich die Packung unmöglich bis morgen liegen lassen…

Der Hexenkalender 2018 steht unter dem Motto ‚Luft‘.

Der Hexenkalender 2018 ist da! Mit dem Wind weht mir der Hexenkalender ins Haus, ein letztes Mal begleitet der Hexenkalender aus dem Hause Zauberfrau mich unter dem Motto eines Elementes, nämlich der Luft. Mit dem nunmehr fünften Hexenkalender (Mitte-Erde-Wasser-Feuer und nun Luft) beginnt der Tanz der Feen. Schmetterlinge flattern, Bienen summen, Luftdrachen spielen im Herbstlaub, Magie wirkt; Käfer krabbeln, Federn fliegen, Luftschiffe erheben sich in ungeahnte Höhen; Freya legt das Falkengewand um, Hermes überbringt Botschaften, Wodan stürmt durch die Rauhnächte, Hexen rasen durch die Lüfte. Es geht um Atem, es geht um Düfte, es geht um Klarheit, es geht um Gedanken. Klänge schwingen, Herzen singen, eine kühle Brise bringt Erkenntnisse. 

Durch die Lüfte kommt Hermes, der griechische Bote. Vielleicht begegnest Du ihm in Deinem Kalender?

Ich blätter durch die Seiten, lasse mich von den unentgeltlich mitwirkenden Künstler-Hexen verzaubern, Feen laufen Schlittschuh, Schneeflocken wirbeln mit entgegen, schillernde Libellenflügel entführen die Gedanken. Vögel zwitschern, eine Eule ruft und ein kleiner Dschinn tanzt über das Papier. Wieder einmal vermag der Hexenkalender zu verzaubern, mit Tusche, mit Feder, mit Zauberstab wurde gewirkt, digitale Kunst verbindet sich mit Bleistift; Clipart verschmilzt mit schwungvollen Entwürfen. Ballons steigen auf, ebenso die Müdigkeit in mir. Fast habe ich es vergessen: es ist mitten in der Nacht! Vorhin war ich noch mit einer Mithexe im Kino und danach essen. Jetzt freue ich mich über meinen neuen Hexenkalender. Endlich ist er da! Den gebe ich nicht mehr her. Glücklich schlüpfe ich in mein Bett, vorgewärmt von meinem Kater.
Und wenn auch Du jetzt so eine Freude erleben möchtest, einen Hexenkalender haben möchtest, so solltest Du schnell zuschlagen, denn erfahrungsgemäß ist dieses zauberhafte Werk stets recht schnell vergriffen. In diesem Jahr ist er auch über einen einschlägigen Internetanbieter zu erhalten.

Lasst Euch verzaubern!

Haltlosigkeit, Halt und gehalten werden

Freya by Penrose

Freya, Gemälde von James Doyle Penrose (1862–1932)


05.05.2017

Freya weiß es genau: Diesen Weg kann sie nur alleine gehen. Niemand kann sie stützen. Niemand kann ihr die Last, die Trauer aus der Seele nehmen. Niemand kann die Wunden in ihr heilen. Der Verlust schmerzt so sehr, dass sie alles hinter sich lässt. Ihr Heim, die Umgebung der Asen, ihr liebes, rauhes Schwein Hildiswini, ihre geliebten Katzen, ja, selbst ihr Dasein als Göttin. Sie muss gehen, sie muss herausfinden was geschehen ist, sie muss sich auf die Suche machen. Ihr Herz schmerzt so sehr, die Sorge um den Geliebten treibt sie um. Sie hat keine Wahl: Sie geht. Sie verlässt die Gemeinschaft der Ihren, um sich auf eine Suche zu machen, die sie zu allem führt, nur nicht zum Geliebten. Die Geschichte ist bekannt: Sie findet mannigfaches und magisches, sie bleibt lange fort und kommt dabei den Menschen so nahe, wie selten eine andere Göttin. Sie altert auf ihrem Weg und als sie wieder kehrt in die Gefilde Asgards ist sie eine alte Frau.
Zurück kommt sie in die Gemeinschaft der Götter und hier erwartet sie Idun mit ihren Äpfeln, die so köstlich sind, das man meint ihren Geschmack niemals zu vergessen. Sie schenkt sie Freya, schenkt ihr ihre Jugend zurück, ihre Göttlichkeit, und die Wundervolle blüht auf. Hier ist sie zu Hause, da ist ihr Bruder, Freyr, der glücklich ist sie wieder in die Arme schließen zu können und da ist Thor, der liebe Freund, dem sie nie eine Bitte abschlagen kann. Ihre Katzen laufen ihr mit erhobenem Schwanz glücklich entgegen, streichen ihr um die Beine und schnurren, wobei sie fragen: „Wo warst Du denn nur?“ um dann natürlich – wie es nun einmal Katzenart ist – gleich zum Futternapf stürzen und Leckeres zu fordern. Hildswini kommt angestürmt und respektvoll weichen alle zur Seite. Froh reibt sich das Schwein an seiner Herrin.
Freya ist wieder zu Hause!

Gemeinschaft verbindet. Quelle: Pixabay

Manchmal müssen wir die Gemeinschaft verlassen, um uns auf unseren ureigenen Pfad zu begeben. Den Weg, den nur wir beschreiten können, weil es ‚an der Zeit‘ ist. Vielleicht suchen wir etwas? Vielleicht versuchen wir etwas hinter uns zu lassen? Vielleicht wissen wir nicht einmal weshalb wie aufgebrochen sind? Vielleicht haben wir auch ein Teil von uns verloren? Gründe einen Pfad alleine zu gehen gibt es mannigfache. Doch wichtig ist es dabei zum einen das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und zum anderen nicht zu vergessen woher wir eigentlich kommen. Beides kann jedoch öfter verloren gehen als man meint. Und dann kommt man ‚vom Weg ab‘, obgleich man zuweilen meint noch auf dem richtigen Pfad zu sein. Wie gut ist es dann, wenn die Gemeinschaft, aus der man kommt, ab und zu ruft und sich in Erinnerung bringt! Denn es ist nun einmal so, man selbst kann sich nicht so betrachten und reflektieren, wie man es vielleicht glaubt, meint oder möchte. Für einen Großteil magische Grundarbeiten ist Gemeinschaft notwendig! Einige meinen zwar, sie könnten und müssten alles alleine packen und regeln, aber dies ist und bleibt außerhalb menschlicher Schaffenskraft. Und, liebe Solo-Hexen, ‚Von Gemeinschaft frustrierte‘, ‚Ich-kann-alles-alleine‘ Hexen, das ist ein Fakt. So sind wir beschaffen. Punkt. Und ihr wisst es auch! Tief in Euch wisst Ihr es genau, sonst wärt ihr keine Hexen.
Vertraut Eurer Intuition – nicht Eurer Angst. Doch ich weiche ab…

Loki und seine Kinder -ein Feuersturm im Hintergrund.

Gemeinschaft stärkt. Gemeinschaft gibt Halt. Gemeinschaft verbindet. Gemeinschaft heilt. Und dabei ist die Gemeinschaft weitaus mehr als die Summe ihrer Mitglieder. Die Kräfte potenzieren und ergänzen sich. Eine funktionierende Reclaiming-Gemeinschaft kennt keine Konkurrenz zwischen ihren Mitgliedern, sondern Ergänzung, Wachstum, Freude, Bereicherung. Daraus wächst eine enorme Stärke und Schönheit, eine unglaublich schöne Kraftquelle, ein Brunnen der Kreativität und Magie.
Aber zugleich gibt es in einer Gemeinschaft auch stets Herausforderungen: Wo beginne ich? Wo ende ich? Wo beginnen wir? Wo enden wir? Wo werden Grenzen überschritten? Wessen Grenzen werden überschritten? Und so weiter… ihr kennt die Fragen. Jedoch auch hier: Eine funktionierende Gemeinschaft hat funktionierende Kommunikationsregeln. Und sie fängt auch Kommunikationsschwierigkeiten auf. Eine funktionierende Gemeinschaft verträgt es, wenn Du, wie Freya, einen Zeit lang einen eigenen Weg gehen musst. Und sie wird Dich offen wieder empfangen. Es ist doch ganz einfach, oder?

Eine funktionierende Gemeinschaft wird Dich, Deine Schwächen, Deine Talente, Deine Gaben, Deine Kräfte er-tragen. Und Du wirst die Gemeinschaft er-tragen“, flüstert er in mein Ohr, „die Frage ist nur: Erträgst Du Dich selbst?“
Mir wird fast körperlich übel, ich halte mich an meinem Weinglas fest. Ein leichter Schwindel erfasst mich. Eine Antwort bleibt in meinem Hals stecken.
„Lasse los von Deinem (vermeintlichen) Halt!“ höre ich Lokis Stimme und beginne zu wanken, zu schwanken, zu fallen… in die Arme der Gemeinschaft.
Curtis ist wieder zu Hause.