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Musik aus einer anderen Dimension

Ich habe in meinem Leben schon sehr viel gemacht, auch eine Menge schräger Sachen. Das liegt daran, dass ich in einer Zeit aufgewachsen bin, in der Jugendliche nicht in erster Linie Konsumenten waren, sondern kreative Produzenten. Da machte man eine Menge bizarrer Sachen. So war es normal sich seine Klamotten für die nächste Gothic-Party oder das anstehende Science-Fiction Convention selbst zu nähen. Auch, wenn man gar nicht nähen konnte… Eigene Fanzines wurden gemalt, geschrieben, kopiert, geheftet. Und Musik, das machte in meiner Jugend eigentlich jeder. Selbstredend war auch ich schon zu Schulzeiten in einer Band. Sie hatte den innovativen Namen ‚LPUP‘ – ‚Lepra, Pest und Pocken‘. Eigentlich beschreibt das – so fürchte ich – unsere Musik, die wir damals gemacht haben, ganz gut. Die Texte waren Heavy Metal (oder sollten es sein), die Stimmung Gothic (so dachte man) und alles was dabei raus kam war… Punk. Unser Proberaum lag über einer Bäckerei in meinem Heimatort. Und irgendwann während der Proben wurde uns immer ein riesiger Teller Backwaren aus der Bäckerei hoch gebracht, denn die Oma des Drummers arbeitete da unten. Die Teilchen schmeckten gut zum Bier. Und niemand hat sich je über uns beschwert, weil wir zu laut seien. Im Gegenteil, wir schafften es mit unserem Ruhm immerhin bis in die Schülerzeitung! Und unsere Eltern wussten wenigstens, wo wir rumhängen.

Später dann, ich studierte bereits, wurde es ernster mit meinen künstlerischen Ambitionen. Als ich die Musik von Exo, BSO – Beginnende Schlussoffensive, das erste Mal hörte war es aus mit den musikalischen Gehversuchen. Das war einfach zu genial! Da kam ich nicht mit! Gothic, Punk, Doom vom Feinsten! Bei uns zu Hause standen und lagen eigentlich ständig Instrumente rum… Blockflöten, Maultrommeln, Schellenkränze, Gitarren, Bässe und dann kam… der Synthesizer. Ich schwenkte über zum Coverdesign und Schreiben, Exo machte Musik (und schrieb nebenher geniale Texte oder malte monumentale Bilder). Später arbeitete ich über viele Jahre für diverse Musikmagazine. Dennoch: einige Male schaffte ich es immerhin zum Gastsänger bei BSO!

LPUP ist Geschichte. BSO hingegen taucht immer mal wieder auf. Und so freue ich mich sehr Euch heute drei Stücke von BSO präsentieren zu dürfen. Mein Favorit ist natürlich der ‚Hellraiser‘. Und ACHTUNG: Phalinas Reise kann zu melancholischer Stimmung führen!

Genießt das Geschenk aus der Dunkelheit! Und vergesst nicht: Kreativer Ausdruck belebt! Reines Konsumieren ist Geistestot!

In diesem Sinne: Lasst Euch inspirieren!

Noch ein Ausschnitt aus dem 'Only Lovers Left Alive'-Fotoshooting. Foto: Thanis Voyant

Noch ein Ausschnitt aus dem ‚Only Lovers Left Alive‘-Fotoshooting. Foto: Thanis Voyant

 

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LARP-Fotoshooting: Erste Impressionen

Vampire im aufsteigenden Nebel...

Vampire im aufsteigenden Nebel…

Es ist dunkel draußen. Feucht und kühl. Herbstlich. Die Wintersonnenwende naht und weckt das Bedürfnis sich zurückzuziehen. Tee, heiße Schokolade und Glühmet wärmen das Innere, es duftet nach Gewürzen und süßem Gebäck. Für mich endet die kreative Foto-Arbeit in diesem Jahr. Es ist an der Zeit zurückzublicken, was man gewirkt hat in den letzten zwölf Monaten, und vorauszuschauen, wie sich das nächste Jahr gestalten mag.

Doch zuvor noch ein paar Fotos als Vorgeschmack für Kommendes…

Das letzte Fotoshooting in diesem Jahr 2014 fand bei mir im Haus statt. Thanis Voyant war mit ihrer Fotoausrüstung da, um meine Freundin Shira und mich in Szene zu setzen. Dafür wurde mein Wohnzimmer für einige Stunden in ein Fotostudio verwandelt. Etwas, von dem ich vorher nicht wusste, dass es möglich sein würde. Und Shira und ich verwandelten uns in ein medienbekanntes Vampirpaar. Nicht, das wir dies nicht schon in der Vergangenheit getan hätten – Rollenspiele unterschiedlicher Natur sind eine Leidenschaft von mir und einigen meiner Freunde. Nur: Noch nie hatten wir dies optisch in der Art gemacht, dass es sich gelohnt hätte es fotografisch in Szene zu setzen. Bis jetzt.

Wir glitzern nicht im Sonnenlicht. Wir trinken kein Kunstblut. Wir schätzen die Natur. Wir sind befremdet von Menschen-Zombies. Wir sind voller Liebe. Und ich bin zudem depressiv. Und das schon seit tausend Jahren. Das ist ganz schön anstrengend. Und das macht auch das blutleere Herz irgendwie sehr, sehr schwer… Am Ende, das gebe ich zu, war ich froh aus dieser melancholischen Rolle wieder raus zu dürfen. Und nun gibt es wieder Rotwein statt Blut.

Wer keine Ahnung hat, wovon ich hier schreibe, dem möchte ich den wundervollen Film Only Lovers left alive ans Herz legen. Ein außergewöhnlicher Film mit wunderbaren Bildern, einer phantastischen Filmmusik und einer gänzlich anderen Vampirgeschichte als der erschreckende Kram, der uns in den letzten Jahren medial kredenzt wird. Anspruchsvoll, tiefsinnig, intelligent und absolut sehenswert!

Hier zwei erste Fotos. Weitere werden folgen, voraussichtlich nach den Rauhnächten. Diese wundervollen, magischen Nächte, voller Dunkelheit und Zauber! Mögen sie auch für Euch voller Liebe und Magie sein!

Cover Lovers

 

Der Winter kommt…

Dunkler und dunkler werden die Tage. Die Kraft der Sonne lässt spürbar nach. Mit eisigen Fingern greift die kommende Kälte nach uns, lässt unsere Haut frösteln, lässt den Atem gefrieren.

Kalt war es, das letzte Fotoshooting im Nebelmond, draußen am Plötzensee in Berlin-Wedding. Die Bäume entlaubt, die Pfade vernebelt und bedeckt mit rotgoldenem Herbstlaub. Gemeinsam mit LiBella und einer Freundin war ich unterwegs im herbstlichen Halbdunkel. Der Hauch von Winter schon in der Luft, die kommenden Rauhnächte  werfen ihr Schatten voraus.

Ich schaue hinaus auf den See, die Oberfläche scheint wir Quecksilber. Kalt und abweisend. Es ist an der Zeit sich zurückzuziehen, sich in die Wärme zu begeben, heiße Getränke zu genießen und zu träumen. Und dies werde auch ich tun.

Das Fotoshooting am Plötzensee war das Vorletzte in diesem Jahr. Das voraussichtlich letzte Shooting habe ich letztes Wochenende hinter mich gebracht – da ich nach längerer Krankheit noch immer leicht angeschlagen war, wurde es nach Innen verlegt. Und diesmal ist alles anders: LARP war angesagt! Ich bin selbst schon gespannt auf die Ergebnisse!

In diesem Sinne: Bleibt neugierig! Ich auf jeden Fall bin es!

Dunkelheit Foto: LiBella Model: Curtis Nike

Dunkelheit
Foto: LiBella
Model: Curtis Nike

 

Weiter Impressionen vom Fotoshooting

 'Räucherung'Foto:LiBellaModel und Bearbeitung: Curtis Nike

‚Räucherung‘
Foto:
LiBella
Model und Bearbeitung: Curtis Nike

Wie ich Euch in meinem letzten Beitrag angekündigt habe, kommen heute noch ein paar Impressionen vom Fotoshooting, welches ich mit der wunderbaren Fotografin LiBella machen durfte. Während die Bilder, die ich Euch letztes Mal zeigte, alle auf den Friedhöfen vor dem Halleschen Tor entstanden sind, möchte ich Euch heute ein paar Eindrücke vom Landwehrkanal präsentieren. Hier haben wir unsere Runden gezogen und dann am Wasser eine Räucherung durchgeführt.

 'Weihrauch'Foto und Bearbeitung:LiBellaModel: Curtis Nike

‚Weihrauch‘
Foto und Bearbeitung:
LiBella
Model: Curtis Nike

Hexen zeigen sich in unterschiedlicher Form. So gibt es natürlich die klassische Märchenhexe. Ein Bild von ihr haben wir wohl alle in unserer Kindheit gewonnen.

Die Fotos, die ich Euch letztes Mal präsentiert habe, gehen eher in den Bereich Gothic. Der Friedhof als Ort der Stille, als Ort der Einkehr, aber eben auch als Ort der Trauer. Der Friedhof ist verbunden mit dem Bewußtsein um die eigene Vergänglichkeit. Leben und Tod sind Bestandteil menschlicher Existenz. Ohne den Tod kann es keine Erneuerung geben. Und so ist der Tod schmerzlicher Einschnitt und lebensspendende Notwendigkeit gleichermaßen.

Die heutigen Bilder zeigen mehr Lebendigkeit und echtes Hexentreiben, ein Gruß an die Sonne gehört ebenso dazu wie eine aromatische Räucherung, sei es zu Hause oder in der Natur. Das Verbrennen von Kräutern reinigt die Atmosphäre und klärt den Geist. Oftmals werden Räucherungen als Reinigungen vor oder während der Rituale eingesetzt. Aber sie können auch als eine kleine Gabe, eine Aufmerksamkeit oder eben als das klassische Opfer für die Geister der Natur eingesetzt werden.

Wer – über diese Bildimpressionen hinaus – mehr wissen möchte über Hexen in der Großstadt, möge in diesem Blog am Ball bleiben. In den nächsten Tagen werde ich nicht nur von einem weiteren Fotoshooting berichten, sondern auch von den Dreharbeiten für die Dokumentation des RBB ‚Berlin, Stadt der Hexen‘. In dieser Dokumentation wirke ich mit und stelle unter anderem meine Blogreihe Das mystische Berlin vor.

Bleibt neugierig!

 'Sonnengruß'Foto und Bearbeitung:LiBellaModel: Curtis Nike

‚Sonnengruß‘
Foto und Bearbeitung:
LiBella
Model: Curtis Nike

Fotoshooting

'Willkommen' Foto und Bearbeitung: LiBella Model: Curtis Nike

‚Willkommen‘
Foto und Bearbeitung:
LiBella
Model: Curtis Nike

Als eine meiner zauberhaften Freundinnen das letzte Mal bei mir in Berlin gewesen ist, war sie als Model viel unterwegs. So kam es, dass ich – weltoffen und neugierig wie stets – durch sie die sympathische Fotografin LiBella kennen lernte. LiBella ist selbst auch Model und stets auf der Suche nach interessanten Menschen, die sich vor ihre Kamera wagen. Schon bei unserem Kennenlernen wurde das Thema eines Fotoshootings mit mir als Model angesprochen. Ob das nicht mal was für mich wäre, vielleicht ein Hexenshooting?

Uiuiui… Curtis Nike als Model… allein die Anfrage machte schon eine ganze Menge mit mir. Klar, gerne lasse ich mich ab und an mal fotografieren oder pose ein bisschen rum. Aber die Vorstellung mit einer so guten und professionellen Fotografin wie LiBella zu arbeiten und mich als Model in Szene setzen zu lassen bzw. mich selbst in Szene zu setzen… das schmeichelte mir zum einen, aber auf der anderen Seite war es mir auch ein bisschen suspekt. Kann ich das überhaupt? Als Model arbeiten? Mich für Fotos in Szene zu setzen, so dass dabei wirklich was gutes raus kommt? Bin ich für sowas überhaupt geeignet? Ich gehöre doch zu den Menschen, die nicht einmal Make Up benutzen, die Lippenstift dann nutzen, wenn sie rauhe Lippen haben, die morgens in den Spiegel gucken und sich sagen: Okay so. Wen es nicht gefällt, der soll woanders hin schauen. Ich mache es schließlich auch so.

Verloren Foto und Bearbeitung: LiBellaModel: Curtis Nike

Verloren
Foto und Bearbeitung:
LiBella
Model: Curtis Nike

Und nun wurde mir angeboten einmal, ganz unverbindlich, als Model zu wirken. Meinen Körper, meine Kleidung, mein Äußeres so in Szene zu setzen, dass es ins Auge fällt, dem Betrachter zusagt. Ja, im besten Falle mich selbst so in Szene zu setzen, dass Bilder mit künstlerischem Anspruch, Fotos mit Leib und Seele entstehen. Kurzum: Etwas zu machen, was geschulte Models tun oder gute Schauspieler. Alles, was ich zu investieren hatte, war: Einen Nachmittag und mich selbst.

Ich surfte durch die Modellkarteien und sah mir an, was fotografisch möglich ist. Überall traf ich auf faszinierende Künstler, auf eindrucksvolle Modells, auf wirklich erstaunliche Fotoarbeiten. Es war überwältigend. Und auch ein bisschen einschüchternd…

Wenn es darum geht meine eigenen Eigenschaften aufzuzählen, so gibt es eine, die ich mit meinen Lieblingen den Katzen gemeinsam habe: Neugier! Und aus der Neugier heraus wächst mit der Zeit automatisch der Mut… der Mut etwas Neues zu wagen…

Nur eine paar Emails waren notwendig und so hatte ich am Lokitag, Freitag den 13.06.2014, bei Vollmond, mein erstes Fotoshooting. Und ihr seht hier heute die ersten Impressionen (es werden noch viele folgen). Die gezeigten Bilder wurden alle auf den Friedhöfen vor dem Halleschen Tor aufgenommen. Ich bin selbst erstaunt, verblüfft, überwältigt. Manchmal muß man etwas Neues wagen, um heraus zu finden was wirklich in einem steckt!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei meiner  Modell-Freundin, die stets der Auffassung war, dass ich den Mut haben sollte mich einem Fotoshooting hin zu geben und bei LiBella, die mir diese Chance gegeben hat!

Verbindung Foto und Bearbeitung LiBellaModel: Curtis Nike

Verbindung
Foto und Bearbeitung
LiBella
Model: Curtis Nike