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Der ewige Kreis

„Das Leben ist eine Spirale. Wir bewegen uns im Kreis, aber wir kommen nie zweimal an die selbe Stelle.“ Mit diesem Zitat von STARHAWK beginnt ein zauberhaftes Buch, welches gerade neu erschienen ist und ich Euch heute vorstellen möchte.

"Der ewige Kreis"

„Der ewige Kreis“

Zu Beltaine in diesem Jahr erschien endlich ein Buch, welches ich lange erwartet habe. Die Autorin und Hexe Pearl Branskaldi arbeitet seit mehreren Jahren an ihrem Buchprojekt und legt mit Der ewige Kreis – dem Pfad der Jahreszeiten folgen Teil 1“ nun den ersten Band ihres Projektes „Ins Licht – vom Lichtfest zu Mittsommer“ vor. Band zwei wird – soviel kann ich Euch verraten – im nächsten Jahr zur Frühlingszeit folgen. Und bereits das vorliegende Buch zählt für mich zu einem Highlight der modernen Hexenliteratur!

Das, was diese Publikation zum Thema ‚Jahreskreisfeste‘ so besonders macht, und somit auch von vielen anderen Publikationen abhebt, ist die äußerst liebevolle Aufmachung und der herzliche, zuweilen familiäre, Schreibstil. Hier hat eine erfahrene Hexe und Reclaimerin nicht nur Wissen und Informationen mitgeteilt, sondern sie lässt die Leserschaft Teil haben an ihren Erfahrungen und Empfindungen. Schon nach wenigen Zeilen hat man das Gefühl nicht das Buch einer Autorin zu lesen, sondern die Aufzeichnungen einer Freundin, die der Leserschaft Einblicke in ihre Welt gewährt. Unterstrichen wird der warmherzige Schreibstil von zahlreichen inspirierenden Fotos und Illustrationen. Zudem schafft Branskaldi es Informationen so zusammenzufassen, dass sie sowohl für Einsteiger in die Thematik gut verständlich und nachvollziehbar sind, als auch alt eingesessenen Hexen neue Impulse und Anregungen bieten.

Pearl Branskaldi legt mit ihrem Buch den ersten Teil ihres Projektes vor. Die Publikation ist in sich geschlossen und befasst sich mit den traditionellen Hexenfesten der ersten Jahreshälfte. Zuvor aber führt die Autorin gekonnt und flüssig ein in die Thematik des Hexenkultes. Eine ausführliche Einführung in das heidnische Weltbild gibt Neulingen die Möglichkeit etwas über den Hexenkult zu erfahren und Fortgeschrittenen noch einmal Impulse und Denkanregungen. Dann geht es gleich zum Hauptteil des Werkes, nämlich zu den Jahreskreisfesten. Hier verbindet die Verfasserin gekonnt Informationen, die Schilderung persönlicher Erfahrungen und kreativen Ausdruck. Überall finden sich kleine Liedertexte oder Gedichte, Fotos und verspielte Illustrationen untermalen die Thematik des jeweiligen Festes. Branskaldi verfasst aber keine pure Wiedergabe von Wissen und persönlichen Eindrücken, sondern gibt immer wieder Anregungen und Anstöße für den eigenen Umgang mit den Jahreskreisfesten. Hierbei ermutigt sie zu Kreativität und Eigen-Ausdruck. Denn im individuellen Umgang mit der Energie dieses Feste gibt es kein ‚richtig’oder ‚falsch‘, sondern vor allem den Weg des Herzens! Und diesem Herzensweg kann hex‘ sowohl in der Gruppe, als auch alleine folgen. Besonders angenehm ist es, dass es immer wieder Anregungen und Hinweise für Hexen gibt, die ihren Weg alleine gehen wollen oder müssen. Somit ist das Buch auch – und vielleicht gerade – für allein arbeitende Hexen ein Anker, der zeigt, dass es eine seelenverwandte Gemeinschaft gibt. Auch, wenn wir um uns herum vielleicht keine Hexen haben, mit denen wir den Weg zusammen gehen können. Und eben dieses verbindende Element macht die Publikation von Pearl Branskaldi zu einem Juwel. Sie schafft es beim Lesen der jeweiligen Zeilen die Energie im Inneren in Bewegung zu bringen. Wer dieses Buch liest und sich darauf einlässt, wird das Band zwischen allen Hexen spüren können. Dies gelingt nur wenigen: Ein Buch über Magie zu schreiben ist eines, ein magisches Buch hingegen, das ist besonders!

Pearl Branskaldi hat ein magisches Buch vorgelegt. Für mich ein ‚Muss‘ im hexischen Bücherregal! Schön, informativ, bezaubernd!

Das Buch „Der ewige Kreis – Teil 1“ umfasst 239 Seiten voller Magie. Es kostet lohnenswerte 12 € (zuzüglich 3,00 € für Porto und Verpackung) und ist erhältlich bei: pearl@pagan-coaching.de

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Ärgernis: Müll an heidnischen Kultstätten!

Sieht es bei Euch zu Hause auf dem Altar auch so aus?

Sieht es bei Euch zu Hause auf dem Altar auch so aus? Im Wald, in der Natur, scheint es einigen egal zu sein, wenn alles vollgesaut wird. Kommen ja bestenfalls ein paar Rehe vorbei, die mal versuchsweise knabbern…

In Deutschland gibt es zahlreiche Kultorte unter freiem Himmel. Das reicht von megalithischen Anlagen über Kraftorte und alte Tempelruinen bis hin zu neu aufgebauten Tempeln für die Götter – wie beispielsweise in Tawern. Diese Orte sind öffentlich zugänglich. Sie können, dürfen und sollen für Rituale und persönliche Andachten genutzt werden. Es ist gut, dass wir Heiden diese Möglichkeiten haben! Auch ich selbst suche solche Orte gerne auf und opfere dort. Opferbrot, Obst, Zweige, ja, ich gebe es zu, gerne zünde ich auch einmal Kerzen an, um das Ritual zu verstärken. ABER: Liebe Leute, es sollte doch selbstverständlich sein, dass Paraffin oder Stearin, Plastikumhüllungen von Kerzen, Kerzenständer und batteriebetriebene Kerzen sowie Altbatterien (!!!) nicht im Wald im Tempel liegen gelassen werden dürfen!

Als ich in diesem Jahr die lang ersehnte Reise zu drei unterschiedlichen Standorten mit Matronentempeln endlich antreten konnte (ich werde später an dieser Stelle berichten) war ich ENTSETZT über die Vermüllung der Kultorte, in der sich ein erschreckend respektloser und gedankenloser Umgang mit den Bauwerken unserer Ahnen wieder spiegelt. Jahrhunderte und zum Teil jahrtausende alte Kultsteine waren derartig mit Kerzenwachs verdreckt, dass unsere sogenannten ‚Neuheiden‘ das schaffen, was der Zahn der Jahrhunderte nicht schaffte: Die Kunstwerke zu zerstören.

Die anhängenden Fotos sprechen für sich, ich schäme mich wirklich sehr dafür, dass sogenannte Hexen, ‚weise Frauen‘ und Heiden sich derartig daneben benehmen.

Metallhülsen, Plastikmüll, Scherben und sogar Batterien wurden von uns am Waldaltar eingesammelt.

Metallhülsen, Plastikmüll, Scherben und sogar Batterien wurden von uns am Waldaltar eingesammelt.

Wir haben euren Müll für Euch entsorgt. Macht das in Zukunft gefälligst selbst!

Und um zu zeigen, dass dieses Phänomen nichts Neuartiges ist verweise ich hier noch einmal auf den Artikel Neue Heiden und Müll an alten Stätten!

Altäre im römischen Rekonstruktionismus

Ende letzten Jahres habe ich begonnen eine kleine Minireihe zum Thema Altäre zu schreiben. Hier hatte ich Euch einige Hausaltäre, Altarkerzen aber auch Altäre zu speziellen Anlässen vorgestellt. Eine kürzliche Reise führte mich unter anderem in die Regionen der Eifel und von dort aus durch gallische Gebiete bis nach Trier. Verbracht habe ich diese Zeit mit guten, alten Freunden, römischen Heiden, die unter anderem die empfehlenswerte Website Mos Maiorum – der römische Weg betreiben. Und so habe ich die Möglichkeit Euch heute ein paar ganz besonderer Hausaltäre zu präsentieren.

Handgefertigtes Lararium mit Lampe und Schlangen-Räucherschale

Handgefertigtes Lararium mit Lampe und Schlangen-Räucherschale

Im Cultus Deorum Romanorum, dem Römischen Rekonstruktionismus, gilt das, was auch für viele neuheidnische Strömungen bedeutsam ist. Der Mittelpunkt des spirituellen Fühlens drückt sich auf der materiellen Ebene im Heim durch einen Hausaltar aus. Dieser Hausschrein wird bei den Römern als Lararium bezeichnet, da der Schrein auch als Wohnort der sogenannten  Laren, römischer Schutzgottheiten, gilt. Das Lararium ist Mittelpunkt der heimischen, rituellen Praxis.

Das Lararium: ein Heim für die Laren und Penaten.

Das Lararium: ein Heim für Götter, Laren und Penaten.

Die hier dargestellten Lararien sind etwas ganz besonderes, da es sich bei ihnen um handgefertigte Einzelexemplare handelt. Die Stücke sind eigens für den jeweiligen Haushalt vermessen, zugeschnitten und zusammengebaut worden und dann, nach römischen Vorbild, farbenfroh bemalt worden. Hierbei ist anzumerken, dass die Römer insgesamt einen Hang zu sehr farbenintensiven Darstellungen hatten. Sowohl ihre Hauswände, als auch die Statuen der Gottheiten waren farbenfroh und lebensecht bemalt, wie sich anhand von Farbresten und Funden belegen lässt. Einen kleinen Eindruck dieser einstigen Farbintensität kann man gewinnen, wenn man römische Mosaike betrachtet. Aber darüber hinaus gibt es auch Rekonstruktionen römischer Bauwerke und Tempelanlagen, in denen versucht wurde in der Gestaltung so orginalgetreu wie möglich zu arbeiten. Während meiner Reise hatte ich die Möglichkeit eine solche Anlage zu besichtigen und ich werde zu einem späteren Zeitpunkt darüber berichten.

Das Lararium als Mittelpunkt des sakralen Raumes.

Das Lararium als Mittelpunkt des sakralen Raumes.

Auch die hier gezeigten Lararien sind Rekonstruktionen, die sich am römischen Lebensalltag anlehnen. So findet man in beiden abgebildeten Lararien zum Beispiel jeweils mindestens eine Schlange. Die Schlange ist in der römischen Mythologie ein Symbol für Heil und gilt als Bringerin von Frieden und Wohlstand. Sie gehörte bei den Römern zum Inventar des Larariums, vor allem da sie den Genius Loci repräsentiert.

So ist das Lararium zum einen eine Form des Hausaltars, wie wir ihn aus anderen spirituellen Richtungen kennen. Zum anderen ist es Rekonstrukion römischer Lebenswirklichkeit, eine Rückbesinnung auf alte, kulturelle Einflüsse, die bis heute wirken. Doch nicht zuletzt ist es Ausdruck tief empfundener Spiritualität und Anbindung an die Götter.

Sacrarium mit Apollo

Es geht auch ohne ‚Behausung‘: Apollo-Sacrarium

Ich danke an dieser Stelle Q. Albia Corvina für das zur Verfügung stellen der hier verwendeten Fotos!

 

Die Interpretatio Romana: Identifikation fremder Götter mit römischen Göttern

Ein interessanter und lesenswerter Artikel über römische Religiösität ist hier erschienen:

Die Interpretatio Romana: Identifikation fremder Götter mit römischen Göttern.

Noch mehr Altäre

Danke an Nephtis für dieses Altar-Foto und die Genehmigung es abzudrucken. Kontakt: Nephtis@freudenkinder.de

Danke an Nephtis für dieses Altar-Foto und die Genehmigung es abzudrucken.
Kontakt: Nephtis@freudenkinder.de

Als ich letzte Woche meinen Artikel über Altäre publiziert habe, da war ich schon erstaunt – und hoch erfreut – über die zahlreichen Reaktionen, die ich auf den Artikel erhalten habe. Und so ist es mir möglich Euch heute noch weitere Altäre vorzustellen.

Für diejenigen unter Euch, die sich vor allem inspirieren lassen möchten und kreative Anregungen für den eigenen Altar suchen oder aber auch nur neugierig sind, wie andere ihre Altäre gestalten, ist ein Blick hierher unbedingt zu empfehlen. Altäre aus allen Kulturen, aus allen spirituellen Richtungen der Welt werden hier gesammelt. Gegebenenfalls habt ihr auch die Möglichkeit Eure eigenen Altäre hier hoch zu laden.

Meine Altar-Aufräum Aktion hatte im übrigen durchschlagende Wirkung. Tatsächlich fühle ich mich jetzt sehr viel wohler mit dem Hausaltar und er ist auch in täglichem Gebrauch. Auch mein Geister-Altar, der im Flur steht und bei jedem Vollmond mit Opfergaben für die Hausgeister gefüllt wird, ist nun wieder sehenswert.

Meine Hausgeister sind gut im Saufen - schon einen Tag nach Vollmond ist die Schale wieder leer...

Meine Hausgeister sind gut im Saufen – schon einen Tag nach Vollmond ist die Schale wieder leer…

In der Ur- und Frühgeschichte wird ja allerlei ausgegraben und erforscht. Ich habe meinerzeit Ur- und Frühgeschichte studiert und ein stetes Hauptthema sind Gräber und ihre Beigaben. Dabei wurde immer geschaut, in welche Richtung die Gräber ausgerichtet gewesen sind und ob diese Ausrichtung bedeutungsvoll sein könne. Auch bei alten, megalitischen Tempelanlagen – beispielsweise auf Malta – wurde dies erforscht. Nun stellt sich die Frage: Wie ist es eigentlich heute? In welche Himmelsrichtungen werden Altäre ausgerichtet. Und warum ist das so?

Ist der Hausaltar in erster Linie dort angesiedelt, wo es sich räumlich ‚machen lässt‘? Also passt sich der Altar dem Raum an? Oder wird der Raum dem Altar angepasst? Wie macht ihr es? Richtet ihr Eure Hausaltäre aus?

Als ich meinen Hausaltar ‚einplante‘ habe ich meinerzeit extra überdacht wo ich ihn haben möchte und wie ich die Möbel entsprechend planen kann. Das er in Nord-östlicher Richtung ausgerichtet ist, ist dabei sekundär gewesen.

In unseren Ritualen ist der Altar oft Zentrum des Kreises, so dass wir uns um ihn herum positionieren. Eine Ausrichtung im klassischen Sinne gibt es also nicht. Die Funktion steht im Mittelpunkt.

Apropos Funktion: Ich habe inzwischen einiges über Hausaltäre, Ritualaltäre, zeitlich begrenzte Altäre geschrieben, doch die wesentliche Frage ist doch eigentlich: Was ist ein Altar überhaupt? Ist die hübsch angeordnete Sammlung von Eulen, Elefanten und Porzellanrosen meiner Mutter nicht auch ein Altar? Rein optisch würde es hin kommen (leider habe ich kein Foto der Sammlung parat – ich hoffe ihr glaubt mir auch so).

Hier würde ich mich ja gerne mal dem guten, alten Online-Lexikon der Menschen der Welt zuwenden, aber der Artikel über Altäre, der hier publiziert ist, ist absolut mangelhaft und zu meinem großen Bedauern auf christliche Altäre fixiert. So greife ich lediglich auf das offenkundige zurück, nämlich den Begriff ‚Altar‘ als solcher: Altar kommt aus dem lateinischen und kann mit ‚Opfertisch‘ übersetzt werden. Das oben genannte Online-Lexikon schreibt dazu noch: „Ein Altar (…) ist eine Verehrungsstätte für eine oder mehrere Gottheiten.“ (Siehe hier) Und da stehe ich nun als Religionswissenschaftlerin und staune. Was man doch im Internet so alles erfährt und lernen kann…

Ich habe vorhin schon meinen Altar für die Hausgeister erwähnt. Es ist ein klassicher ‚Opfertisch‘. Jeden Vollmond fülle ich das Opfergefäß mit einer offenkundig sehr wohlschmeckenden, alkoholhaltigen Flüssigkeit für meine Schutzgeister. Götter verehre ich an diesem Altar, der in meinem Flur steht, nicht. Somit handelt es sich um keine Verehrungsstätte für eine oder mehrere Gottheiten.

Corona Ingwolftohters kleiner Krafttieraltar

Corona Ingwolftohters kleiner Krafttieraltar

Dann habe ich ’sogenannte‘ Altäre gesehen, die ausschließlich Tieren gewidmet waren. Hier wurde Krafttieren, Totemtieren oder Schutztieren Raum geschaffen. Die Tiere wurden in Form von Skulpturen, Spielzeugtieren oder Bildern dargestellt. Die Altäre waren wohl gepflegt und entsprachen optisch und in der Handhabung dem, was offenkundig das Internet-Lexikon als Altar begreifen würde. Nur: Gottheiten wurden und werden hier nicht verehrt.

Ja, und dann gibt es noch die ‚Altäre‘, die weder Göttern, Geistern oder Tieren geweiht sind, sondern tatsächlich bestimmten Energien, die sich auf unterschiedlichen Ebenen ausdrücken können. Da sind Elementealtare zu nennen, Funktionsaltäre, die klassischen Magieraltäre, die die jeweilige magische Arbeit unterstützen, ja selbst Altäre, die filmischen Figuren, die Archetypen bedienen, geweiht sind.

Ob sich Severus im Grab umdreht, wenn er Coronas ihm geweihten Altar sieht?  Es gibt wohl eher reichlich Punkte für Slytherin!

Ob sich Severus im Grab umdreht, wenn er Coronas ihm geweihten Altar sieht?
Es gibt wohl eher reichlich Punkte für Slytherin!

Und um dem ganzen noch einen drauf zu setzen gibt es inzwischen sogar virtuelle Altäre für das Iphone. Da ich selbst solche Muggeltechnik nicht verwende, kann ich an dieser Stelle die Funktion nicht erläutern. Interessenten mögen einen Blick in diese Richtung wenden.

Also zusammenfassend ist zu sagen: Altäre müssen nicht Göttern geweiht sein, sie müssen nicht einmal materiell existieren, sondern die Intention der Errichtung und Behandlung des Altares ist ausreichend.

Und da kommt auch schon ein telepathischer Einwand von ‚Aussen‘: Solcherart komische Altäre für Tiere, Geister, verrückte Typen und Elemente sind doch ’neumodischer Kram‘, von Hexen ersonnen.

Dem kann ich widersprechen. Die Vorstellung, dass Altäre Göttern geweiht sein müssten, ist geprägt durch die westliche Vorstellung von dem, was Religiösität wohl ausmachen könnte. Im weitesten Sinne nämlich die Verehrung von Gottheiten. Schon unseren heidnischen Vorfahren wollte man das Verehren von Bäumen austreiben. Das dies nicht gelungen ist erfahren wir aktuell zum Weihnachtsfest. Zwar wird der in die Wohnung geholte Tannenbaum nicht als ‚Altar‘ bezeichnet, aber er wird als solcher behandelt. Er wird geschmückt und gepflegt, Geschenke werden unter ihm abgelegt, ja, manche singen sogar noch ein Lied für ihn!

Schon mal gesehen? Manche Leute holen sich in dieser Jahreszeit Bäume ins Haus!

Schon mal gesehen? Manche Leute holen sich in dieser Jahreszeit Bäume ins Haus!

Ob nun der Weihnachtsbaum als ‚Altar‘ betrachtet werden kann, darüber mag sich streiten lassen. Die ursprüngliche Funktion des Weihnachtsbaumes geht auf jeden Fall in diese Richtung.

In der Mongolei ist es auch üblich Hausaltäre zu haben. Diese Altäre sind sehr unterschiedlich gestaltet, ich habe während meiner Reise durch die Mongolei einige besichtigen können. Zuweilen sind die Altäre buddhistisch geprägt, zuweilen schamanistisch geprägt. Meistens verbinden sich diese Elemente. Besonders beliebt sind Ahnenaltäre.

Ein mongolischer Hausaltar.

Ein mongolischer Hausaltar.

Der hier abgebildete Altar ist der Altar einer mongolischen Schamanin. Auch hier vermischen sich buddhistische Elemente mit schamanistischen Elementen. Auffallend ist auch, dass die Ahnenfotos mit eingebunden werden.

In der Mongolei finden sich zudem viele sogenannte Ovoos (auch als Obo oder Owo bezeichnet). Hierbei handelt es sich um Steinhaufen, die in der Natur an wichtigen Stellen oder an Weggabelungen zu finden sind. Sie stimmen die Geister des Landes wohl und es bringt Glück einen Ovoo dreimal zu umrunden. Die blauen Tücher sind Opfergaben an die Geister. Auch ist es gut, wenn man beim Reisen einen Stein aufhebt und beim nächsten Ovoo ablegt. Somit erfüllt ein Ovoo die Funktion eines Altars.

Ovoo am Eingang einer Höhle im Gebiet der Mongolei.

Ovoo am Eingang einer Höhle im Gebiet der Mongolei.

So komme ich zu dem Schluß, dass der Begriff  ‚Altar‘ sehr weit gefächert werden kann. Auch die Tendenz neuzeitlicher Hexen, auf ihren Altären nicht nur Götter, sondern auch Hausgeister, Tiere oder sogar Filmfiguren zu ehren ist nicht auf die westliche Kultur beschränkt. In der Mongolei habe ich Hausaltäre gesehen, auf denen unter anderem Bilder von Sportlern der Region gestanden haben. Sowohl Sportler als auch Musiker sind in der Mongolei hoch verehrt und es ist selbstverständlich ihnen am Altar gutes zu wünschen oder aber auch zu hoffen, dass ein Teil ihrer Kraft einen selbst beflügelt.

Es gibt noch viel zu schreiben zum Thema Altäre, nach wie vor freue ich mich sehr über Euer Feedback, Eure Anregungen, Fragen, Impulse und Altar-Fotos. Altar Fotos werden hier nur dann abgedruckt, wenn ihr dem ausdrücklich zustimmt!

Ich danke Nephtis und Corona Ingwolftohter für ihre Fotos und die Genehmigung sie in meinem Blog einzubinden. Ich danke Kahvi für den genialen Link zu den Altarfotos! Und Nephtis danke ich für den Hinweis zum Pagan Altar App!