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Wie eine Illustration entsteht – Teil 2

Loki und die Weltenfeinde - nun grade gerückt ;)

Loki und die Weltenfeinde – nun grade gerückt 😉

In meinem letzten Beitrag habe ich die Entwicklung gezeigt von der Vorzeichnung bis zur Tuschezeichnung. Nun habe ich im ersten Schritt die Tuschzeichnung ‚gerade‘ gerückt. Theoretisch könnte man sie nun so abdrucken, wenn sie nicht ein bisschen langweilig wäre, so ganz ohne Hintergrund. Also habe ich beschlossen das Bild zu colourieren und gegebenenfalls ‚Postkarten-tauglich‘ zu machen. Dies mache ich am Computer mit den Programmen Corel Draw und Fireworks

Die Tuschezeichnung wurde colouriert

Die Tuschezeichnung wurde colouriert

Ein Feuersturm wurde als Hintergrund eingefügt.

Ein Feuersturm wurde als Hintergrund eingefügt.

Zunächst habe ich die Vorzeichnung – nach Begradigung – eingefärbt. Das Motiv zeigt Loki und seine drei Kinder, die er mit seiner ersten Frau Angrboda zeugt. Angrboda ist eine Riesin, ihr Name bedeutet ‚Angstbringerin‘. Die Verbindung zwischen Loki und der Angstbringerin bringt den Fenriswolf, die Midgardschlange und die Totengöttin Hel hervor. Aus diesem Grunde habe ich Loki auf dieser Illustration sehr ‚gereift‘ dargestellt. Er wirkt eher ernst und man kann keine Trickster-Anteile erkennen. Auch hat er leichte Alterungsspuren (weiße bzw. graue Haarsträhnen), als Zeichen der Konfrontation oder eines Reifungsprozesse. Die nordischen Götter sind nicht unsterblich und können altern!

Ohne Hintergrund gefällt das ganze nicht wirklich. Und so habe ich abschließend einen Feuersturm als Hintergrund eingefügt, da Loki zuweilen mit dem Feuer in Verbindung gebracht wird. Zufrieden bin ich mit diesem Endergebnis noch nicht, so werde ich daran noch weiter rum basteln.

Als T-Shirt Motiv eignet sich das Motiv nicht bzw. nur wenig, da in diesem Falle die keltische Umrandung zu sehr eingrenzend wirkt und die Dynamik des Motives einengt. Bei einem Abdruck in einem Magazin macht es Sinn, eine Art ‚Umrandungslayout‘ zu machen. Bei einem T-Shirt darf das Motiv jedoch durchaus dynamischen Charakter haben. Und so habe ich für http://musenkuss.spreadshirt.de/ das Motiv ein letztes Mal bearbeitet und die keltische Ornamentik raus gekürzt.

Das Ergebnis seht ihr hier:

T-Shirt 'Loki und die Weltenfeinde'

T-Shirt ‚Loki und die Weltenfeinde‘

Und wer nun neugierig geworden ist und wissen möchte wer dieser Loki und all die Kreaturen, die hier Erwähnung finden, eigentlich sind und welche Bedeutung sie haben, ist herzlich eingeladen zum Loki-Workshop , welchen ich zur Sonnenwende geben werde.

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Wie eine Illustration entsteht

In  zwei Blogeinträgen zeige ich Euch einmal wie eine meiner Illustrationen entsteht. Im heutigen Beitrag zeige ich Euch die reine ‚Handarbeit‘.

Was wird benötigt?

– Zeichenblock/Zeichenpapier

– Bleistift

– Radiergummi

– Millimeterpapier (für die keltische Ornamentik, was aber in meinem Fall auch nichts hilft 😉 )

– Tuschestifte in verschiedenen Breiten (hier: 0.1, 0.3, 0.5, 0.7)

– eventuell ein Zeichenbrett (ich habe es nicht verwendet und man sieht gleich was passiert, wenn man so vor sich hin zeichnet…)

Eine Illustration beginnt mit dem Motiv. Ursprünglich hatte ich vor eine weitere Illustration für das Fantastic Artzine Nr. 4 zum Thema ‚Die Blätter von Yggdrasil‘ zu machen. Da sich herausstellte, das von mir bereits ausreichend Material zur Verfügung steht wird das nachfolgende Motiv in einer späteren Bearbeitung dann auf einem T-Shirt landen. Zur Ansicht der Motive bitte auf die Bilddateien klicken!

Erste Vorskizze, mit Bleistift auf Entwurfspapier

Erste Vorskizze, mit Bleistift auf Entwurfspapier

Das Motiv hat den Arbeitstitel ‚Loki und seine Kinder I‘. Zunächst mache ich eine grobe Bleistiftskizze. Zu sehen sind ein Porträt des nordischen Gottes Loki, aus dem seine drei Kinder der Wolf Fenrir, Jörmungandr (die Midgardschlange) und Hel erwachsen. Die Skizze zeigt den springenden Wolf, die drohende Schlange und ein Portrait der späteren Totengöttin Hel, die den Abschluß bildet.

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Hier die Bleistiftskizze, aber nun mit keltischen Knotenornamenten.

Da das Motiv nun sehr ‚offen‘ wirkt binde ich es im zweiten Schritt – immer noch als Skizze – in eine keltische Ornamentik ein. Die Ornamente sind mit dem Motiv verbunden und bilden so einen groben Rahmen, der das Motiv ‚fest‘ hält. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht an ein T-Shirt Design gedacht, sondern in erster Linie an eine Druckpublikation. Da erachte ich es als wichtig, dass das Motiv nicht zu sehr zerfasert.

Nun überzeichne ich das Motiv mit Tuschestift und verstärke die Ränder. Hierzu ein Trick: Später wird die gesamte Vorzeichnung weg radiert. Um nicht den Tuschestift zu verschmieren oder aufzubröseln (es ist einiges an Radierarbeit von Nöten) zeichne ich auf Entwurfspapier vor (etwas teurer als Zeichenblock, aber insgesamt besser geeignet für Tuschestifte). Es ist nicht nur dazu geeignet Millimeter-Papier oder liniertes Papier unter zu legen (als Hilfslinien), sondern man kann es auch umwenden und die Bleistiftlinien spiegelverkehrt tuschieren. Wenn man später den Bleistift weg radiert gibt es dann nur eine leichte Sauerei.

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Aus Bleistift wird Tusche.

Es ist bereits zu sehen, dass ich ohne Zeichenbrett gearbeitet habe, sondern am Tisch permanent das Papier gedreht und gewendet habe. Der obere Teil der keltischen Ornamentik ist krumm und schief. Dies wird später korrigiert werden, mit dem Computer. Aber heute geht es noch um die reine Handarbeit… Insofern werden nun die schwarzen Flächen eingefärbt – mit dem Tuschestift. Nun ist das Bild grob vorentworfen und an dieser Stelle verläuft nun die Trennung zwischen der weiteren Arbeit an einem s/w-Bild und einem Farbbild.

Immer noch Vorarbeit: erste Einfärbungen mit Tusche.

Immer noch Vorarbeit: erste Einfärbungen mit Tusche.

Weitere Flächen werden geschwärzt und zugleich werden die Punktierungen, die Schraffierungen und die eine oder andere Schattierung in das Bild eingetragen. Bis hier und nicht weiter geht es heute. Über mehrere Tage hinweg habe ich an dem Bild gearbeitet und habe nun eine solide Grundlage, mit schiefen Ornamenten, die ich in den nächsten Tagen am Computer weiter bearbeiten werde. Die Arbeitsgänge zeige ich Euch dann auch gerne hier in diesem Blog.

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Vorläufiges Endergebnis – wird weiter ausgebaut.

Rabatt zu Imbolc!

Endlich werden die Tage länger! Am Sonntag ist Vollmond, das Imbolc-Fest feiert zu Ehren der Göttin Brigit die Wiederkehr des Lichtes. In unserem Kalender, der von der Sonne dominiert wird, wird Imbolc oft am 1. oder 2. Februar gefeiert. Nach dem Mondkalender findet das Fest in diesem Jahr am Sonntag, 27.01.2013 statt.

Hellere Tage sind ein guter Zeitpunkt sich mit neuen T-Shirts einzudecken. Aus diesem Grunde gibt es die Möglichkeit bei Musenkuss vom 28. bis 30. Januar versandkostenfrei zu bestellen.

FreieLiebe

Wer Hel, Thor, den Nornen oder diversen magischen oder mystischen Motiven nicht abgeneigt ist, wird sicher fündig!

Ich wünsche Euch allen ein schönes Imbolc, genießt die länger werdenden Tage und das Erwachen des Lichtes!

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Angst vor Hel?

Lokis Tochter Hel ist die Herrscherin über Helheim. An ihrer Seite wacht Garm. Es wird berichtet, das nur eine Hälfte von Hel lebendig ist, die andere Hälfte sei schwarz und tot.

Hel ist die Göttin, die uns mit der Dunkelheit in uns selbst, mit unseren tiefsten Ängsten konfrontieren kann. Ihr Geschenk ist Wachstum durch Überwindung von Furcht und Verzweiflung.

In der Reclaiming Tradition heißt es, dass da wo Angst ist auch Kraft ist. Where there’s fear there is power!

Hast Du den Mut Hel ins Gesicht zu schauen? Du kannst ihr bei Musenkuss begegnen!

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