Blog-Archive

Darf ich die Kerzen anzünden?

15.09.2018

Hatte ich nicht angekündigt im ‚Laufe der Woche‘ meinen Artikel zu posten? Und nun wurde es Wochenende? Die geneigte Leserschaft mag es mir bitte nachsehen, ich war in dieser Woche damit beschäftigt im Bett zu liegen und eine zähe Sommergrippe zu bekämpfen. Das Fieber machte es mir leider nicht einmal möglich meinen Email-Wust auch nur zu sichten. Doch nun lasse ich es mir nicht nehmen Euch noch einmal einen Einblick hinter die Kulissen der ‚Langen Nacht der Religionen‘ zu geben.

Zurück zum 08.09.2018…
Es ist Samstag früh, 9.00 Uhr und hinter mir liegen bereits mehrere Stunden Arbeit. Heute sind die Zaunköniginnen erstmalig aktiv mit bei der Langen Nacht der Religionen dabei und ich habe mein winziges Hexenmobil bis unter das Dach voll gepackt mit Material, welches wir später für unseren Stand brauchen werden. Dann fahre ich rüber zum Event-Gelände. Einige Leute aus den unterschiedlichsten heidnischen Gemeinschaften sind bereits da, andere, wie auch eine erste Mitzaunkönigin, trudeln wenig später oder nach und nach ein. Es geht darum die Stände aufzubauen und zu dekorieren… dies zumindest dachte ich bei meiner Ankunft. Doch als ich das Gelände erreiche sehe ich einen Kinderspielplatz, Sitztische und Bänke aus Paletten und sehr viel unaufgeräumtes Chaos. Für einen Sekundenbruchteil frage ich mich wie wir das alles weg räumen sollen, Stände aufbauen sollen und um 13.30 Uhr fertig für die Öffentlichkeit sein sollen. Nur soviel: WIE das Ganze gemanagt wurde weiß ich gar nicht genau. Ich weiß nur, dass es ein hervorragendes Management gab und ich mir einfach so lange ‚Jobs‘ geben ließ, bis wir unseren Stand aufbauen konnten. Und diese Jobs waren ganz andere als erwartet: WC Papier und Küchenrollen aus der Anlieferung holen, zählen und an die jeweiligen Orte bringen und verteilen. Kaffee, Milch, Zucker, vegane Eratzmilch etc. aus der Anlieferung
 in die Küche bringen, zählen und eintragen usw.

Ein ganzer Tempelraum wurde installiert. Hier: Tempel der Astarte Oase des O.T.O.

Wenn es mir nicht im Vornherein absolut klar gewesen wäre, spätestens jetzt zeigte sich was für eine enorme Arbeit hinter diesem Event wirklich steckt. Und ich hatte ernsthaft geglaubt ICH hätte stressintensive Vorbereitungen gehabt. Was die Organisatoren der Paganen Wege und Gemeinschaften hier im Vorfeld gestemmt haben war enorm, Hut ab! Spätestens als ganz nebenbei eine Tempelsäule (!) an mir vorbei getragen wurde, da der O.T.O. seinen Tempel für einige Stunden an den Veranstaltungsort verlegen mußte, dämmerte mir, dass ich mit meinen Zaunköniginnen wirklich entspannt in den Tag starten darf 🙂 

Tatsächlich schafften es die fleißigen Hexen und Helfer nicht nur den Reclaiming-Pavillion und unseren Stand aufzubauen, sondern vor der Eröffnung um 13.30 Uhr konnte es noch ein gemeinsames Mittagessen am mitgebrachten Picknicktisch geben. Und dann ging es schon los. Die Öffentlichkeit kam nach und nach neugierig durch die Pforte.
Schnell passte ich noch Sinmara von den „Paganen Wegen und Gemeinschaften“ ab und fragte sie: „An unserem Stand haben wir auch Kerzen. Darf ich die Kerzen anzünden?“ Ihr absolut verdutzter Blick war göttinnenlich, „natürlich! Was tut man denn sonst mit Kerzen?“ und dann, nach einer Pause: „Komisch, Du bist heute schon die zweite Person die mich danach fragt.“ Ich grinse und nicke, „naja, ich frage, weil ich eben schon in Seminarhäusern war, in denen angezündete Kerzen und Räuchern nicht gestattet war.“ Mit ihrem Blick sagte sie mir: „Kerzenlicher frei! Räuchern frei! Mögen die Gottheiten mit uns feiern!“ Und… das taten sie dann auch.

Diesen schönen Altar brachte die Reclaiming Gruppe Berlin-Brandenburg mit.
https://reclaiming.de/reclaiming-in-deutschland/gruppen-in-deutschland/berlin-brandenburg/

 

Advertisements

Impressionen von der siebten langen Nacht der Religionen.

Stand der Zaunköniginne n auf der LNdR 2018

09.09.2018

Ich lehne mich zurück und lege die Beine hoch. Körper und Seele sind zu Recht erschöpft, zugleich fühle ich mich bereichert und beschenkt. Gestern war für mich und meine spirituelle Gruppe ‚Die Zaunköniginnen‚ das Event des Jahres. Denn erstmalig nahmen wir aktiv an der Veranstaltung der Paganen Wege und Gemeinschaften zur Langen Nacht der Religionen Teil. Und diese Veranstaltung hatte es in sich! Die quirligen Zaunköniginnen gehören nämlich eher zu den Machertypen, als zu denen, die sich auf einer Veranstaltung vor allem dadurch auszeichnen, dass sie lediglich einen Flyer vor Ort auslegen. Und so wurde nicht nur ein Stand, sondern zusätzlich ein Vortrag sowie ein Ritual aus unserer Mitte heraus geplant und angeboten. Das dann auch noch eine Buchvorstellung und Lesung von einer Freundin der Zaunköniginnen heraus geboten wurde machte die Sache perfekt. 

Um das Ganze wirklich so rund und schön zu gestalten, wie es am Ende wurde, bedurfte es jedoch monatelanger Vorbereitungsarbeit und sehr viel Stress und Aufruhr. Als recht überschaubare Gruppe scheuten wir uns nicht unsere Reclaiming-Gemeinschaft aus ganz Deutschland – und sogar aus der Schweiz – zu aktivieren und einzuladen mitzuwirken. Und was das zauberhafte an dieser wundervollen Gemeinschaft ist, ist die Tatsache, dass unsere Freunde nicht nur ohne zu zögern anreisten, sondern auch mitmachten. Tatkräftige Unterstützung beim Vortrag, bei der Ritualplanung und beim Ritual und auch am Stand war ebenso selbstverständlich, wie das gemeinschaftliche Essen nach getaner Arbeit und das wohlverdiente Frühstück am Folgetag.

In den vergangenen Jahren habe ich einen Blick als außenstehender Besucher auf die Veranstaltung der Paganen Wege und Gemeinschaften werfen können. Diesmal war ich aktiv mit dabei und konnte somit auch einen Blick hinter die Kulissen und in den Aufbau werfen. Ich werde Euch an den Ereignissen Teil haben lassen, aber nun habe ich erst einmal meinen wohlverdienten Feierabend und freue mich darauf Euch im Laufe der kommenden Woche zu berichten. 🙂

Ein Mensch und ein Werwolf bitte!

28.08.2018

Der heiße Sommer lud dazu ein die Tage etwas lockerer zu gestalten. Erfrischung findet man in Berlin unter anderem am Wannsee oder im Grunewald. Das fand auch mein Neffe, der samt Familie die Ferien hier bei mir in der Stadt verbrachte. Und wie stets, wenn er hier ist, besuche ich mit ihm magische und verzauberte Orte, die irgendwo in Berlin verborgen sind. In diesem Jahr führte uns unser Weg in das kleine, aber feine Magicum, in der Nähe der S-Bahn Station Hackescher Markt. Eine kleine Pforte muß durchschritten werden und schon befindet man sich in einer anderen Welt. Hinter dem Tresen steht ein freundlicher Zauberer und ich zücke meine Geldbörse, „ein Mensch und ein Werwolf bitte!“. Der Zauberer lächelt und nickt, „einen Moment, ich muß in die Liste schauen“, antwortet er mit einem orientalischen Akzent, dann holt er zwei Tickets hervor, „wir machen es für einen kleinen und für einen großen Menschen, kommt auf das Gleiche hinaus.“ Ich zahle die Tickets und es geht los…

Wir werden gebeten uns hin zu setzen, damit wir eine Prüfung machen können, in der sich herausstellt, ob wir ‚magische Hände‘ haben. Vor allem für meinen Neffen ist dies wichtig, da durch die Prüfung herausgefunden wird, ob er seine magische Ausbildung beginnen kann. Ich kann soviel sagen: Die Herausforderung, die aus der Lösung eines Zaubertricks bestand, hatte es in sich! Ich benötigte viel Zeit und Konzentration, um sie zu meistern. Doch dadurch wurde meine Vorfreude auf das, was uns noch erwarten würde, nur umso größer! Wir erhielten – nach der Meisterung der Eingangsaufgabe – ein kleines Heft mit Aufgaben, die uns durch das Magicum leiten sollte. Darin befanden sich Aufgaben, die man im Laufe des Besuches des Magicums lösen konnte.

Das Magicum ist ein rundum interaktives kleines, aber feines Museum. Man geht einige Treppen hinab in die Tiefe und taucht gleich ein in die Welt der Alchemie. Dabei ist es wichtig die Augen offen zu halten, zu leicht übersieht man eines der Highlights, die alchemistische Küche von Nicholas Flamel, die sich in eine Nische schmiegt und sehr an das erinnert, was ich mir unter einer echten ‚Hexenküche‘ vorstelle.

Willkommen in der Welt der Magie!

Das Magicum lädt überall ein inne zu halten und magische Gegenstände selbst auszuprobieren. Dies ist an Tischen mit bequemen Stühlen möglich, auch stehen überall Bleistifte bereit, die es ermöglichen sich Notizen zu machen. So kann man einiges über das eigene Sternzeichen, sein chinesisches Horoskop oder die Bedeutung der Elemente in den Sternbildern erfahren. Anderswo können Karten gezogen werden, so kann man Krafttierkarten, Götterkarten oder Feenkarten ziehen und auch sogleich etwas über die Bedeutung erfahren. An anderer Stelle kann man mit chinesischen Wasserschalen meditative Klänge erzeugen oder sich mit dem Pendel beschäftigen. Das Magicum ist voller Rätsel und Aufgaben, die einen magischen, illusionistischen oder spirituellen Hintergrund besitzen. Zugleich erfährt man etwas über Alchemie, die Weltreligionen, Hexen, Illusionskunst und ähnliches. 

Die Ausstellung richtet sich vor allem an Neugierige und ist so konzipiert, dass man sie komplett ohne Vorwissen besuchen kann. Insofern bot das Informationsmaterial mir nicht wirklich neue Impulse. Dennoch hatte ich beim Besuch des Magicums sehr viel Spaß und mein Neffe und ich mussten uns – obgleich die reine Ausstellung recht überschaubar ist und schnell zu durchlaufen ist – nach über zwei Stunden nahezu gewaltsam los eisen, um pünktlich zum Familienessen nach Hause zu kommen. Die zahlreichen Rätsel und Aufgaben – einige davon kannte ich tatsächlich noch aus meiner eigenen magischen Anfangszeit – machten uns so viel Spaß und nahmen uns regelrecht gefangen, dass wir Zeit und Raum vergaßen.

Das Magicum befindet sich in der Großen Hamburger Straße 17 in 10115 Berlin, es ist täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Die Tickets kosten für ausgewachsene Menschen 9,50 € und für kleine Menschen und alle anderen Kreaturen 7,50 €. Miniaturmenschen bis 6 Jahre haben freien Eintritt.

Meines Erachtens ist das Magicum einen Ausflug wert und auch Muggel können hier Magie einmal von einer ganz neuen Warte aus erfahren. 

Ausklang eines Hexentreffens

20.05.2018

Nun habe ich Euch die ganze Woche lang jeden Tag mit ein paar Impressionen von unserem Löwenzahntreffen berichtet. Heute vor einer Woche endete das Treffen und obgleich ich Euch noch sehr viel schreiben könnte – über Lokibriefe, über unsere Tombola, über spannende und bewegende Diskussionsrunden, über Harzduft in der Luft und Feuerkessel, über Hexensalze, über das wirklich gute, ausgewogene Essen und das gastliche Haus, über all die zauberhaften Hexen, über Kaffee, der mir ans Bett gebracht wurde und nächtliche Gelage, so möchte ich doch langsam zum Ende kommen.

Wir hatten ganz schön Spaß! Hier: Loki-Curtis oder Curtis-Loki mit Shira.

Wenn Du meinst ich hätte nicht genug geschrieben, wenn Du meinst das alles wäre auch was für Dich und Du möchtest selbst einmal mit Freya tanzen, Schabernack mit Loki treiben, in tiefste Seelenregionen vordringen, raus aus der Muggelwelt in eine Welt der Magie eindringen, so solltest Du hier auf dem Laufenden bleiben. Hexentreffen gibt es mehrere im Jahr, wenn auch das Löwenzahntreffen selbst nur alle paar Jahre statt findet. Aber auch Workshops, Witchcamps oder ‚Die lange Nacht der Religionen‚ bieten Raum und Zeit zum Treffen, Sprechen, Zaubern und Erleben. Und wen das Beschriebene zwar neugierig macht, aber wer zugleich das Gefühl hat, dies könnte alles etwas zu viel sein, mag doch einfach mal bei den örtlichen Reclaiming Gemeinschaften rein schnuppern. Einige bieten Stammtische oder auch Treffen zu Jahreskreisfesten an. Da kann man uns auch erst einmal stundenweise ausprobieren.
Innerhalb Berlins gibt es mehrere aktive Gruppen. Mich selbst findest Du bei den Zaunköniginnen.

Bedanken möchte ich mich bei den Organisatorinnen des Löwenzahtreffens und alle Hexen und Hexenkinder, die mich dabei waren und sich eingebracht haben. Auch an das Naturfreundehaus und die Mitarbeiter vor Ort, die sehr nett, aufgeschlossen und humorvoll waren, soll mein Dank gehen. Des weiteren an den Löwenzahn, die Bienen, Freya, Loki, Thor und alle anderen, deren Energien uns beschenkt haben. Ein besonderer Dank geht an die Zwerge und Wichtel vor Ort, die uns erduldet haben 🙂 .

Loki freut sich riesig!

Freya heizt ein

19.05.2018

Wenn ich auf ein Hexentreffen gehe, dann tauche ich ein in die Energien meiner Schwestern und Brüder und bin oftmals wie euphorisiert. Das führt dazu, dass ich oft sehr von den Energien zehre, die ich hier bekomme und vieles mit in den Alltag nehme. Meine Berichte hier im Blog sind da nur ein kleiner Eindruck des Erlebten. Besonders erfüllend und wertvoll sind für mich die zahlreichen persönlichen Gespräche mit den Hexen, die ich sonst nicht so oft sehe. Zugleich verbinden die Gruppenerlebnisse und Rituale und stärken das Miteinander. Ein besonders schönes gemeinschaftliches Erleben ist das Mitmachkonzert von Peti Songcatcher and Friends.

Peti Songcatcher mit Fan-Loki… oder Loki-Fan? So genau weiß man das nicht.

Am Samstagabend, unserem letzten gemeinsamen Abend im Naturfreundehaus, war ein Konzert von Peti angesetzt, begleitet wurde sie von Duke Meyer.

Duke Meyer und Peti Songcatcher in Concert, zu ihren Füßen eine Fanhorde

Diese Konzerte sind etwas ganz besonderes. Egal ob Peti Songcatcher and Friends vor 6 Leuten, vor 60 oder vor 600 spielen – alles schon vor gekommen – sie legen sich stets so ins Zeug, als würden sie live auf der ausverkauften Waldbühne in Berlin spielen. Auf dieses mögliche, zukünftige Ereignis freue ich – als treues Groupie – mich schon ganz besonders. Aber heute möchte ich berichten vom Konzert im Naturfreundehaus im Harz.

Musik gehört ja, wie ich in vergangenen Artikeln hier in meinem Blog bereits dargelegt habe, meines Erachtens zu den Grundformen magischer Techniken. Weshalb das so ist beweist Peti Songcatcher in ihren Konzerten jedes Mal von Neuem. Nicht umsonst ist sie auch und vor allem Ritualmusikerin. Mit ihrer Musik und vor allem durch ihre Live Performance vermag sie nicht nur das Publikum zu bezaubern, sondern sie verzaubert die Anwesenden regelrecht. Dies bewerkstelligt sie nicht nur durch ihre persönliche Ausstrahlung und Sangeskunst, sondern auch damit, dass sie das Publikum in das Konzert integriert. Stets bringt sie Lieder mit, die sie dem Publikum gerne weiter reicht und singend beibringt. Auch singt sie, bei überschaubaren Gästemengen, Lieder für jeden einzelnen anwesenden Menschen. Die Stücke sind mal sanft, tragend und die Seele so tief bewegend, dass manche weinen, mal sind sie beschwingt und fröhlich. Aber irgendwann – und dies bei jedem Konzert – donnert die Trommel und die Herzen der Anwesenden beginnen im Takt zu schlagen. Viele aus dem Publikum springen auf, Stühle werden zur Seite geschoben oder kippen gar um. Schlagartig wird es heiß im Raum, denn mit einem Male erfüllt IHRE Energie die Räumlichkeiten und fließt schlagartig durch die Menschen. Freya! Es ist Freya, deren Präsenz spürbar ist, es ist ihr Lied, ihre Anrufung die den Saal erfüllt. Und fast alle stehen nun, stampfen mit den Füßen, singen und tanzen. Diejenigen, die nicht aufstehen (oder nicht aufstehen können) klatschen in die Hände oder wippen hin und her. Niemand kann sich ihr entziehen, der schönen, mächtigen, wilden nordischen Göttin der Liebe, der Zauberei und der reinen Lebenslust. Der Rhythmus packt alle im Raum und fast ist es, als würde aus dem Konzert mit einem Mal Ritual. Freyas Macht ist nicht sanft, sie ist nicht weich, sie ist bedingungslos, lebensbejaend und tosend. Sie trifft – mitten ins Herz!

Auch das macht gute Ritualmusiker aus: Sie schaffen es nicht nur Freya zu rufen, in die Menge zu ziehen und die Gruppe in einen ekstatischen Rausch zu bringen, sondern sie holen auch alle wieder zurück ins Hier und Jetzt, lassen die Gemüter zur Ruhe kommen und entlassen die zuhörenden Wesen mit einem Gefühl des glücklichen Beschenkt seins. ❤

Ein Konzert von Peti Songcatcher and friends ist immer ein Erlebnis!