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Schwarze Katzen bringen Unglück?

Hexenkater Iggy im Frühjahr 2016

Hexenkater Iggy im Frühjahr 2016

Habt Ihr Angst vor schwarzen Katzen? Glaubt Ihr, dass sie Unglück bringen? Was macht Ihr, wenn eine schwarze Katze von links Euren Weg kreuzt? Glaubt Ihr schwarze Katzen sind ‚des Teufels‘? Oder sind sie Hexentiere?

Iggy Spock ist ein schwarzer Kater. Er ist ein Hexenkater. Er lebt mit mir zusammen. Seit dem 27.07.2004. Dies war ein einschneidender Tag in unserer beider Leben. Es war ein Tag vor meinem Geburtstag, da klingelte mein Telefon. Jemand brauchte dringend meine Hilfe. Ich sollte schnell vorbei kommen.

Seit einigen Monaten sehnte ich mich wieder nach einem neuen Mitbewohner. Nach einem tierischen Hexenfreund. Der Anrufer wusste dies genau und rief mich schnell zu sich – allerdings ohne mir zu sagen worum es ging. Nur schnell sollte es gehen. Am besten ich käme sofort! Ich war also völlig ahnungslos, als ich zu ihm – er wohnte nur 5 Minuten von mir -rüber rannte. In meiner Vorstellung hatte sich irgendwas schlimmes ereignet -Kabelbrand, Wasserrohrbruch oder ähnlich katastrophales. Als ich in der Wohnung meines Freundes ankam, da lies er mich rein und zeigte nur mit ernstem Gesicht in sein Wohnzimmer, hinter den Computerturm. Vorsichtig blickte ich dahinter und traute meinen Augen kaum. Da saß etwas winziges, kleines, schwarzes. Es schaute hoch. Das Geschöpf hatte strahlend blaue Augen. Es war ein winziges Kätzchen. Gefunden worden war es an der Arbeitsstelle meines Freundes, dort irrte das winzige Tier, welches so klein war, dass es sich kaum auf den Beinen halten konnte, weinend umher. Und niemand kümmerte sich um das Kerlchen. Ratlos standen alle umher. Mein Freund aber wusste sofort, als er das rabenschwarze Knäul sah, was zu tun war. Das Tierchen hatte Angst, war orientierungslos und brauchte vor allem erst einmal Hilfe. Kurzerhand nahm er es mit und rief mich an. Er vermutete, dass dieses kleine Kätzchen mein neuer Hexenfreund sein könnte… pünktlich vor meinem Geburtstag geschickt von Freya.

Obgleich das Kätzchen etwas verängstigt war lies es sich gleich von mir anfassen. Und schwuppdiwupp steckten wir es unter die Jacke und trugen es rüber zu mir nach Hause. Dort angekommen geschah etwas erstaunliches. Das kleine, hoppelnde Wesen (er konnte sich noch gar nicht richtig auf den Beinen halten) hatte alle Scheu verloren, hoppelte in mein Wohnzimmer und lies sich dort entspannt nieder. Und als wir direkt los zogen, um Spezialfutter für Katzenbabys und Katzenstreu zu besorgen, da war das kleine Wesen unbesorgt und kam sofort angelaufen, als wir die Tüten abstellten und ihm einen Napf  bereiteten.

Dieser Winzling eroberte meine Wohnung (und mein Herz) im Sturm.

Dieser Winzling eroberte meine Wohnung (und mein Herz) im Sturm.

So kam Hexenkater Iggy damals zu mir.

Wir haben nie heraus gefunden wo er genau her kam. Da ich Kontakt hatte zu mehreren Stadtkatzenvereinen erfuhr ich damals, dass vor allem schwarze Katzen gerne mal ausgesetzt oder ‚vergessen‘ werden. Ihnen wird bis heute nachgesagt sie brächten Unglück, wären mit dem Teufel im Bunde, hätten einen niederträchtigen Charakter, seien bösartig oder hinterhältig. Tatsächlich erfuhr ich, dass schwarze Katzen im Tierheim oder bei den Stadtkatzen insgesamt schwerer vermittelbar seien als anders gefärbte Katzen. So ist die Lage der Dinge. Heute. Im 21. Jahrhundert.

Ich lebe mit einem schwarzen Teufel zusammen. Mit einem Hexenkater. Mit einem Höllentier.

Er ist wunderschön. Und er bringt mir jeden Tag von neuem Freude in mein Leben. Jeden Tag weckt er mich mit seinem Schnurren. Und hält mich vom Arbeiten am Computer ab. Er teilt mit mir Magie, nimmt manchmal an Ritualen teil, kriecht in die Rucksäcke meiner Gäste und vertreibt dunkle Gedanken. Freya hat ihn in mein Leben geschickt. Und darüber bin ich sehr glücklich.

Schwarze Katzen bringen kein Unglück. Aber wenn man bereit ist sich ihnen zu öffnen, dann bringen sie ganz, ganz sicher sehr viel Freude in das Leben!

*Buh* Ich bin ganz gefährlich!

*Buh* Ich bin ganz gefährlich!

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Der Morgen einer Stadthexe

Traumhaft schön: Kreuzberg im Schnee. Gaslaterne an der Baerwaldbrücke.

Traumhaft schön: Kreuzberg im Schnee. Gaslaterne an der Baerwaldbrücke.

Langsam schleicht sich die Stimme der Nebelkrähe in mein noch schlafendes Unbewusstes und lässt meinen Geist aus den Tiefen der Träume aufsteigen. *Krah – Guten Morgen – Krah* höre ich den Vogel im Hof. Dann spüre ich meinen Kater, der am Kopfende meines Bettes sitzt und wartet, dass ich die Augen aufschlage oder auch nur blinzle. Dann ist der Schlaf endgültig vorbei. Der Morgen beginnt. Einen Wecker habe ich nicht. Ich verlasse mich auf die Tiere, die hier mit mir leben. Und mit ihnen habe ich erst ein einziges Mal verschlafen. In ungezählten Jahren.

Immer mehr Stimmen dringen an mein Ohr. Zwei Krähen unterhalten sich, ein paar Amseln sind empört. Und es ist noch nicht einmal 7.00 Uhr in der Frühe. Ich schlafe zum Hof raus. Das ist mein Vorteil. Dadurch kann ich etwa eine halbe Stunde länger schlafen, als wenn ich zur Straße raus schlafen würde. Nein, es sind weder Menschen noch Autos, die unsere Sackgasse früh beleben. Es sind die Spatzen, die in großen Kolonien in den Beeten und im Efeu des Hauses gegenüber wohnen. Sie sind von null auf hundert morgens wach. Ohne Vorwarnung. Ohne Anlaufzeit. Schlagartig fängt die ganze Kolonie an zu quatschen. Ohne Frühstück. Ohne ‚Spatzenkaffee‘.

Inzwischen liege ich schon mindestens zehn Minuten wach. Draußen scheint die ganze Vogelschar erwacht. Hexenkater Iggy ist auch schon aktiv und animiert mich zum aufstehen. Recht hat er. Ich erhebe mich und schaue aus dem Fenster. Mich erwartet eine Überraschung! Skadi war über Nacht da. Sie hat Berlin Kreuzberg mit ihrem Schnee beschenkt. Es ist wunderschön draußen, alles liegt unter einer strahlend weißen Decke. Ein Anblick, den es zu genießen gilt. Bei einer Tasse Kaffee. Während der durch läuft freut sich der Hexenkater schnurrend auf sein Frühstück, nur um gleich darauf auf den Balkon zu flitzen.

Ich entzünde die Kerze auf meinem Hausaltar, denn nehme ich meinen Kaffee und genieße die Wärme, die beim Trinken durch mich fließt. Es schneit immer noch. Ich schaue in den Schnee. In den Verwirbelungen sehe ich noch den Mantel der Göttin Skadi in der Ferne wehen, während sie auf ihren Skiern weiter zieht. Sie wünscht mir Glück für morgen und ich erinnere mich daran, dass ich heute im Schlaf auch Thor gehört habe, dessen Wagen vorbei donnerte. Hatten wir wirklich ein Gewitter? Oder war Thor alleine mich hier in Berlin besuchen, in meinen Träumen? Ich weiß es nicht. Es spielt auch keine Rolle. Die Gottheiten sind da, sie nehmen Anteil und kümmern sich. Ich fühle mich geborgen.

Berlin ist schön. Kreuzberg ist schön. Und ich lebe hier. Ich bin eine Stadthexe. Und mein Tag beginnt. Jetzt.

Der Landwehrkanal im Schneetreiben.

Der Landwehrkanal im Schneetreiben.

 

Unter uns

Erst vor Kurzem habe ich Euch an dieser Stelle davon berichtet, dass ich es erneut wagen werde mich in den öffentlichen Medien zu positionieren. Der Schritt hierhin hat eine ganze Zeit in Anspruch genommen und für mich gab es sehr viele Aspekte, die ich abwägen musste. Doch nun ist es in trockenen Tüchern. Die Bestelldaten des Zuges nach Leipzig liegen vor mir. Ein Hotel ist gebucht. Ich folge einer Einladung des MDR, dort werde ich in einer Livesendung Rede und Antwort stehen. Doch einmal ganz von vorne…

Wie die aufmerksame Leserschaft meines Blogs schon weiß, habe ich ein sehr offenes und positives Menschenbild. Für mich persönlich gibt es keine ‚Menschheit‘ als solche, sondern ich achte darauf stets den einzelnen Menschen zu sehen, in seiner Einzigartigkeit, die zugleich Vielfalt ist. Und jeder Mensch für sich ist ein Stern, der sein inneres Licht zum Leuchten bringen kann. Menschliche Schicksale und ihr Umgang damit sind Aspekte, mit denen ich beruflich viel zu tun habe. Aber es sind zugleich auch Aspekte, die mich selbst sehr interessieren und bewegen. Insofern ist für mich das neugierige und offene Zugehen auf das Individuum immer sehr wichtig. Entsprechend positiv reagiere ich natürlich, wenn jemand neugierig und offen auf mich zukommt. Zugegebenermaßen, wenn dieses ‚auf mich zukommen‘ von Journalisten aus geht, dann achte ich schon darauf was die Intention dahinter sein könnte und prüfe die Anfrage, so sie mich interessiert, sorgfältig.

Bei mir in Berlin empfange ich keinen MDR. Das liegt daran, dass mein Fernsehen noch aus den Tiefen des letzten Jahrtausends stammt und ich einer Erneuerung meiner guten, alten Röhre tapfer trotze. Aber – das muss ich gestehen – meine persönliche Voreinstellung zu den Medien ist recht klar: Die öffentlich rechtlichen Televisions-Medien haben bei mir einen besseren Stand als die privaten. Ob das legitim ist weiß ich nicht. Die Ursache dieser Haltung mag darin liegen, dass ich – die ich sehr selten TV schaue – ausschließlich die öffentlichen Medien schaue. In den Privatsendern hält mich die Werbung selbst von guten SF- und Fantasy-Erstausstrahlungen ab. Und als nun die Anfrage des MDR bei mir einging, da musste ich mich erst einmal informieren…

Angefragt war ich, da ich eine Hexe bin und somit in einem Aspekt meines Lebens von der ‚Norm‘ abweiche. Und ich war persönlich angefragt, als Mensch. Es ging nicht um ein spezifisches Thema (Hexenverbrennungen, Esoterik, Magie oder ähnliches), sondern ich als Mensch sollte in der Sendung mit ein paar Aspekten vorgestellt werden. Natürlich ist das etwas, das auch meine Seele anspricht und mich wirklich sehr neugierig gemacht hat. Und so habe ich mich der Anfrage gestellt. Es geht dabei konkret um die Sendung Unter uns.

Im Internet habe ich in die Sendung, die Menschen und ihre persönliche Vita thematisiert, rein gespickt. Das Konzept sprach mich sofort positiv an (obgleich mein Computer nicht in der Lage war mir mehr als 10 Minuten einer Sendung zu präsentieren… also echt. Computer! Ich muss Dich tadeln!). Nicht zuletzt, weil in dieser Sendung auch schon von mir geschätzte Menschen, wie beispielsweise Wolf-Dieter Storl (ich liebe es seinen CDs über Märchen zuzuhören), vorgestellt wurden. Und so kann ich nun folgendes verkünden:

Am Freitag, den 26.02.2016, ab 22.00 Uhr, habt Ihr die Möglichkeit mich und andere Menschen in der Sendung Unter Uns im MDR in Euer Wohnzimmer einzuladen. Und wisst Ihr was besonders schön ist: Wenn Ihr genug von mir oder der Sendung habt, dann könnt Ihr einfach abschalten! Im richtigen Leben geht das nicht 😉

Doch fragen wir uns: Was sagt denn Hexenkater Iggy heute zum Thema?

Also, ich hätte Curtis lieber zu Hause auf dem Sofa als im TV!

Also, ich hätte Curtis lieber zu Hause auf dem Sofa als im TV!

 

 

Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Die Sonne strahlt. Es ist kalt. Die Luft ist klar und sauber, in den Lungen tut sie gut. Ich mache einen Spaziergang am Landwehrkanal entlang. Vor einigen Tagen lag hier noch Schnee und der Fluss war gefroren. Nun liegt Frühlingsduft und Vogelgezwitscher in der Luft. Ich gehe am Kanal entlang. Es ist Samstag Vormittag, zwanzig nach neun und ich habe um 10.00 Uhr einen Termin, der mir Herzklopfen macht. Ein bisschen ist es wie ein Bewerbungsgespräch das vor mir liegt. Und ich weiß, dass meine größte Schwäche die Tatsache ist, dass ich eine Lokizunge habe und zuweilen zu oft das sage, was ich spontan denke. Auch wenn es negativ ist. Oder aber ich bekomme kein Wort raus. Also beschließe ich mich am Riemen zu reißen. Für einen ‚Job‘, von dem ich nicht gedacht hätte, das noch einmal jemand es schaffen kann mich dazu zu bewegen…

Hier bin ich vor den Dreharbeiten zu "Berlin - Stadt der Hexen" zu sehen.

Hier bin ich vor den Dreharbeiten zu „Berlin – Stadt der Hexen“ zu sehen.

Ihr erinnert Euch sicherlich noch an den Film Berlin – Stadt der Hexen. Nach der Erstausstrahlung im November 2014 erhielt ich zahlreiche Anfragen von Medien. Doch habe ich keine davon angenommen, denn es handelte sich zu 99% um Anfragen von Sendern oder Zeitschriften die ich selbst – aus gutem Grunde – als mündiger Bürger meide. Auch war das letzte Jahr bei mir eher vom Thema ‚innere Einkehr‘ bestimmt. Aufmerksame Leser und Leserinnen meines Blogs haben das sicherlich auch fest gestellt. Es gab keine neuen Fotoshootings und gerade in der zweiten Jahreshälfte wurde es hier recht ruhig.

Doch was geschah ‚hinter den Kulissen‘? Ich erhielt im Spätherbst letzten Jahres eine E-Mail Anfrage einer Journalistin des RBB/MDR. Es war eine sehr freundliche und ansprechende Email, die ich da erhielt und ich wurde nun doch neugierig. Und so kam es zu einem E-Mail-Austausch, einem Telefonat, erneuten E-Mail Austausch. Es ging hin und her. Und gestern dann war es soweit, es kam zu einem Treffen im nahezu frühlingshaften Kreuzberg. Am Puls der Stadt traf ich mich in einer urigen Lokalität mit einer sehr sympathischen Redakteurin. Bei einem gemeinsamen ‚Spätstück‘ unterhielten wir uns über allerlei Aspekte, die gegebenenfalls für die geplante Sendung interessant sein könnten. Und in mir wuchs die Sicherheit, dass ich mich wohl richtig entschieden hatte auf die Anfrage zu reagieren. Das Gespräch verlief so angenehm, dass beim einen oder anderen Mal auch meine ‚Lokizunge‘ mit mir durchging. Und als ich mich dann entschuldigte, für die durchaus klaren und harten Grenzen, die ich zuweilen setze, da gab mir meine Gesprächspartnerin ein schönes Feedback: „Sie sind eben konsequent.“ So kann man es auch sehen! Danke, Loki, für konsequentes Auftreten, welches Du mir mit gelehrt hast! Im großen und ganzen waren es zwei äußerst angenehme Stunden, die all meine Bedenken zerstreuen konnten.

Doch was resultiert daraus? In den nächsten Tagen werdet Ihr es an dieser Stelle erfahren. Nur soviel: Ich werde mich auf ein ganz besonderes Abenteuer einlassen, diesmal geht es um ein anderes Fernseh-Format, als wir es in „Stadt der Hexen“ hatten. Lasst Euch überraschen, denn Ihr könnt an meinem erneuten Ausflug in die Welt der Medien hautnah Teil nehmen!

Ich für meine Fälle lasse mich auch überraschen.

Und was sagt Kater Iggy zu den kommenden Plänen?

Naa! Hoffentlich passen ihr die Schuhe besser als mir!

Na! Hoffentlich passen Curtis die Schuhe besser als mir!

 

Altäre

Unaufgeräumter 'Chaos-Altar' - alles sammelt sich an und so wird der Altar zum Suchbild - wer findet die Nornen?

Unaufgeräumter ‚Chaos-Altar‘ – alles sammelt sich an und so wird der Altar zum Suchbild – wer findet die Nornen?

Donnerstag Nachmittag saß ich gemütlich mit einer meiner Hexenschwestern zusammen, bei Glühpunsch, Butterbier, Stollen und Bratapfel und wir bearbeiteten ein paar Aspekte im Zusammenhang mit Loki, dessen Präsenz augenblicklich wieder sehr stark ist. In diesem Kontext kam ich auf den Gedanken, dass es an der Zeit wäre meinen Altar mal wieder aufzuräumen. Durch die letzten Monate, um nicht zu sagen Jahre, hatten sich Götter, Schutzgeister, Wunschkarten, lehrreiche Hinweise und magische Gegenstände angesammelt und waren irgendwie immer wieder neu dazu gekommen, ohne ordnende Struktur. Zeit für eine grundlegende Überarbeitung, dies fand ich zumindest.

Der Altar ist Spiegelbild der persönlichen magischen Arbeit des Magiers und er ist zugleich Ort der Andacht und Raum der Gottheiten, deren Präsenz das Leben der Hexe prägen. Ich persönlich habe zuweilen auf meinem Altar auch Zitate oder Sinnsprüche, die in der jeweiligen Lebenssituation hilfreich oder stützend sein können. Bei meiner heutigen ‚Altar-Aufräum-Aktion‘ fand ich allein drei Sinnspruchkarten, die alle überhaupt nicht mehr aktuell waren und deshalb tatsächlich einen Ortswechsel vollziehen durften.

Es gibt verschiedene Arten von Altären, die von Hexen verwendet werden. Der Hausaltar ist in der Regel ein immer bleibender Ort, der sich mit der Zeit verwandelt, je nachdem welche magische Arbeit und welche Gottheiten im Fokus der Hexe stehen. Manche Hexen haben sogar mehrere Altäre, entweder in verschiedenen Räumlichkeiten oder verschiedenen Gottheiten geweiht, die sie – aus welchen Gründen auch immer – nicht zusammen auf einem Altar verehren können oder wollen.

Dem Gegenüber stehen Altäre, die nur für einen bestimmten Zweck errichtet werden und die in dieser Form nur eine bestimmte Zeit existieren. Als Beispiel können Jahreskreisfest-Altäre genannt werden oder Ritualaltäre, die für eine bestimmte Zeit, ein beistimmtes Ritual oder eine bestimmte Arbeit aufgebaut werden. Zum Abschluß der Arbeit oder des Rituals verschwinden die Altäre wieder und werden in dieser Form nie wieder existieren. Auch erschließt sich oft die Bedeutung der Stücke auf dem Altar Außenstehenden nicht.

Loki-Altar des Loki Workshops Anfang März 2013.

Loki-Altar des Loki Workshops Anfang März 2013.

Was beispielsweise ‚Kochlöffel‘ auf einem Loki-Altar zu suchen haben, wissen nur die Personen, die bei dem Loki-Workshop anwesend gewesen sind. Jeder Gegenstand, selbst die Farbgebung eines Altars hat im bestimmten Rahmen eine bestimmte Bedeutung. Viele Gegenstände können persönliche Bedeutungen haben, andere haben Bezüge zum Rahmen des Ereignisses oder zu den Gottheiten, die geehrt werden.

Dieser Altar existierte nur wenige Stunden - für ein Runenritual zu den Runen Kenaz und Raidho.

Dieser Altar existierte nur wenige Stunden – für ein Runenritual zu den Runen Kenaz und Raidho.

Manche Altäre sind aber auch auf einen konkreten, rituellen Hintergrund ausgerichtet. Ihre Ausstattung ist auf einen bestimmten ‚Zweck‘ ausgerichtet, den sie erfüllen. So war der hier abgebildete Runenaltar Grundlage für ein spezielles Ritual unserer Runengruppe. Die Gegenstände auf dem Altar haben Funktionen, die sie während des Rituals ausfüllen. So sammeln sich auf dem Altar die Gegentände, die für das Ritual benötigt werden. Ein Handwerker würde seine Handwerkskiste nehmen, die Hexe nimmt den Altar. Er ist sozusagen heiliger oder geschützter Raum für das Handwerkszeug.

Hexenaltäre haben einen religiösen Bezug. Magieraltäre müssen diesen religiösen Bezug nicht zwangsläufig haben. So ist der ‚Arbeitsaltar‘ für die Magier oftmals gar nicht als Altar als solcher zu erkennen. In einigen Ritualen wird er sogar ausschließlich im inneren Raum erschaffen.

Für die kabbalistische Arbeit bin ich dazu übergegangen mit einem ungewöhnlichen – bzw. in anderem Kontext gewöhnlichem – Hilfsmittel zu arbeiten, welches mich bei der Arbeit grob unterstützt und zugleich immer wieder neu nutzbar ist.

Altar? Oder 'nur' magisches Hilfsmittel? Auf die Perspektive kommt es an!

Altar? Oder ’nur‘ magisches Hilfsmittel? Auf die Perspektive kommt es an!

Doch zurück zu den Hausaltären… Hausaltäre sind immer eine sehr persönliche, sehr individuelle Sache. Jeder Hausaltar ist so individuell, wie das Geschöpf, welches ihn geschaffen hat. Es gibt Altäre, die halten sich an strenge Richtlinien zum Beispiel in ihrem kulturellen oder mythischen Bezug. Andere sind handwerklich und ästhetisch sehr gradlinig. Die Altäre von Curtis Nike sind pragmatisch, individuell und halten sich an keine Regeln. So finden sich auf ihnen Knochen, gefunden in der Wüste Gobi, Erde, aus einem Tal in der Mongolei, eine weiße Tara, ein Geschenk von einer mongolischen Schamanin. Zugleich aber finden sich mein Totem – die Wölfe. Eine von Freyas Katzen, Loki in allen Formen und Variationen. Daneben die Kuan Yin, die mir aus China hierher gefolgt ist (interessanterweise als Karte von einer Freundin) und sich bei mir offenkundig wohl fühlt. Die Kabbalah hat inzwischen auch ihr Plätzchen. Und selbst Severus, der mir sogar das ein oder andere Geheimrezept (mit unglaublichen und erstaunlichen Wirkkräften) verraten hat, hat seinen Platz. Hey, Du lächelst, schüttelst den Kopf? Es ist mein Altar und da mache ich eh was ich will! Und seid mir Freyr in einer Vision als Luke Skywalker (!!!) begegnet ist, rechne ich generell mit allem. Meine Götter haben Humor – und sie wissen sich geschickt moderner Hilfsmittel zu bedienen. Und erfreulicherweise habe ich auch Humor.

Es ist geschafft - Ordnung auf den Altären, fragt sich nur für wie lange...

Es ist geschafft – Ordnung auf den Altären, fragt sich nur für wie lange…

Unter den Asen ist mir Thor am vertrautesten und sein unkompliziertes, kumpelhaftes und vor allem warmherziges Wesen liegt mir sehr. So habe ich im linken Bereich einen nordischen Altar, er ist vor allem Thor und Hel geschuldet – was für eine Kombination! Da schaudert es möglicherweise manchem Asatruar.  Aber auch Odin hat sein Plätzchen. Der Ritualhammer auf dem Bild ist noch nicht fertig, er wird noch bebrannt werden.

Und der Phönix? Ja, was es mit dem Phönix auf sich hat, das werden die, die es nicht wissen, in einem der zukünftigen Blogbeiträge lesen können…

Alle hier abgebildeten Altäre sind ‚aktive‘ Altäre – bzw. die inzwischen abgebauten waren aktiv – sie sind mit dem Einverständnis der jeweiligen mitwirkenden Hexen hier abgebildet worden.

Ich interessiere mich sehr für Altäre – besonders Hausaltäre – wer hier mit liest und mir Fotos (nur für mich persönlich!) seines Hausaltares zur Verfügung stellen möchte, kann diese an curtis.nike(at)arcor.de senden. Ich freue mich!

Auch von der Seite noch eine Perspektive mit Fliegenpilz und Rabenbrief.

Auch von der Seite noch eine Perspektive mit Fliegenpilz und Rabenbrief.