Blog-Archive

13 Hexen – und dann 7

28.05.2017

Der Sommer hat Einzug gehalten in Berlin. Im Garten schneit es in dichten Flocken Pappelwolle, ein heißes Wochenende steht vor der Tür. Und in Berlin ist ganz schön was los, die Stadt ist ausgebucht: Kirchentag, Pokalfinale, langes Wochenende…

Konzertproben auf dem Balkon – im Hexenrefugium Kreuzberg ist dies möglich!

Auch bei mir daheim sind alle Gästebetten voll besetzt: Die lange Nacht der Religionen am Donnerstag hat wieder Hexen und Heiden aus ganz Deutschland nach Berlin gezogen. Peti Songcatcher, Paula Noske und Shira sind da und füllen das Haus mit Leben.
In diesem Jahr gab es zur LNdR wieder eine Veranstaltung der Paganen Wege und Gemeinschaften in Berlin. Hier stellten sich unterschiedliche, heidnische Gruppierungen vor. Aus meiner Reclaiming-Hexenfamilie reisten Mitglieder aus Hamburg, Bremen, Hannover, Braunschweig und anderen Regionen an, um an einem lange geplanten Ritual Teil zu nehmen in das Hexen aus ganz Deutschland eingebettet waren. Schon seit Wochen und Monaten laufen die Vorbereitungen, Tickets für die Anreise wurden gekauft, Übernachtungen geplant und ich selbst freute mich schon sehr auf die Veranstaltung. Doch für mich sollte es anders kommen: Durch eine OP weitaus mehr angeschlagen als gedacht und somit nicht in meiner Kraft konnte ich an der LNdR leider nicht teilnehmen. Das Laufen und vor allem langes Stehen bereitet mir Schwierigkeiten. Und so freute ich mich, dass ich hexischen Besuch daheim hatte und so etwas an den Ereignissen Teil haben konnte. Doch da hatte ich die Rechnung ohne meine lieben Mit-Hexen gemacht, die sich dachten: Wenn Curtis nicht zur Langen Nacht der Religionen kommt, dann kommen die Hexen eben zu Curtis…

Unter anderem die Hexen von den Holunderschwänen, die an einem Tag anreisten und Abends bzw. Nachts wieder nach Hause fuhren, kamen früh angereist, um in einer Lokalität in Kreuzberg – die in unmittelbarer Nähe meiner Wohnung ist – mit mir und meinen Gästen zu Mittag zu essen. Dreizehn Hexen im Biergarten, direkt am Kanal, bei Spatzengezwitscher. Es war so schön alte Freunde wieder zu sehen, neue zu finden und ein paar Stunden miteinander zu verbringen. Magie verbindet Menschen auf eine ganz besondere Art und Weise und wenn man einmal in ein intensives magisches Erleben geteilt hat, so bleibt man immer verbunden. Für mich war es schön, dass ich so zumindest einige Zeit mit meinen Lieben zusammen verbringen konnte. Und als alle abzogen zur LNdR, da fiel ich erst einmal daheim in den Mittagsschlaf. Auf der Veranstaltung der paganen Wege und Gemeinschaften Berlin konnten in der Zwischenzeit die Menschen sich umschauen oder die Musik von ‚Peti Songcatcher and friends‚ genießen. Die Reclaiming-Gemeinschaft kann sich glücklich schätzen so gute Ritualmusiker in ihrer Mitte zu haben. Das im Vorfeld geplante Ritual, so hörte ich, fand nicht statt und die Anreisenden konnten nicht die entsprechenden Positionen einnehmen. Aber ich hoffe, dass sie alle trotzdem die Veranstaltung genießen konnten.

Zauberfrauen, Songcatcher and Friends, Zaunköniginnen und Star Wars Fans – was will man mehr?

Für mich ist es schön, dass meine Gäste bis Sonntag Mittag bzw. Abend bleiben. Und so gab es noch eine besondere Überraschung am Folgetag der Langen Nacht. Noch einmal gab es ein Mittagessen, diesmal mit sieben Hexen – mit den magischen Zahlen haben wir es. Hier konnte ich endlich einmal die Zauberfrau, die seit Jahren den schönen Kalender für Hexen heraus gibt, persönlich kennen lernen. Am Tag vor meiner OP hatte sie mich mit einem Überraschungspaket beglückt und dafür konnte ich sie nun einmal sanft drücken – das feste Drücken muß noch warten. Ja, tatsächlich haben wir uns an diesem Tag das erste Mal persönlich gesehen! Aber ganz sicher nicht das letzte Mal!

Es war für mich – trotz starker gesundheitlicher Einschränkung – sehr schön alle zu treffen und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass so viele den Umweg nach Kreuzberg, das ‚früher Ankommen‘ oder ’später Abreisen‘ auf sich genommen haben, damit wir uns für ein paar Stunden sehen konnten. Gemeinschaft ist etwas wundervolles! Ich bin von Herzen dankbar ein Teil davon sein zu dürfen.

Und jetzt gleich gibt es an einem sonnigen Sonntag ein letztes Gemeinschaftsfrühstück mit fünf Hexen daheim im ‚kleinen Hexenrefugium‘. Bei frischen Brötchen und den letzten Stücken des köstlichen Kuchens, den Paulas Mutter Renate uns gesponsert hat, lassen wir ein magisches Wochenende ausklingen. So kann es immer weiter gehen 🙂

Bald ist er weg gegessen: Der Kuchen von Paulas Mutter.

Techniken der Magie: Musik – Teil 2

23.05.2017

Peti und Duke musizieren für uns.

Kerzen brennen, wir sitzen entspannt auf Sitzkissen am Boden. Wir befinden uns im Tempelraum der Sternschnuppe. Heute Abend bekommen wir ein Konzert geschenkt. Peti Songcatcher wird für uns singen. Unterstützt wird sie von Duke Meyer. Ich selbst freue mich schon den ganzen Tag auf dieses Konzert, denn ich weiß, dass mich etwas besonderes, etwas bewegendes erwartet. Dies liegt daran, dass ich in der Vergangenheit schon Konzerte von Peti erleben durfte und von daher weiß wie mitreißend, lebensbejaend und emotional inspirierend ihre Performance ist. Jedes Konzert ist ganz und gar einzigartig. Die Ursache dafür liegt darin, dass ihre Konzerte anders sind als die Performances, die man gewohnt ist. Peti Songcatchers Konzerte sind – unabhängig davon ob sie vor 6, 60 oder 600 Leuten auftritt, Mitmach-Konzerte. Man kann nicht nur tanzen zu ihren Liedern, man kann auch mitsingen. Ja, das ist sogar gewünscht! Denn Peti ist Ritualmusikerin, sie ist darin geübt Menschen Lieder mit spirituellem Charakter schnell bei zu bringen und sie zum Mitsingen zu inspirieren. So haben ihre Konzerte stets etwas magisches an sich. Eigentlich sind es musikalische Rituale, die einen dazu einladen mit auf die Reise zu gehen. Auf die Reise der Initiation, der Übergänge, der Schmerzen im Herzen, auf die Reise der Freude, der Ausgelassenheit, der Lebenslust. Aus den Tiefen der Seele heraus steigen Gedanken und Gefühle auf. Peti singt nicht nur für das Ohr, für das Herz und für das Tanzbein, sie singt auch für die eigene Stimme und die Seelentiefen. Auf ihren Konzerten wird viel gelacht. Und zuweilen auch geweint.

Peti und Duke vor dem Konzert.

Bei Peti Songcatcher ist der Name Programm: Die Reclaimerin lebt und arbeitet in der Nähe von Bremen. In ihrer Freizeit reist sie um die Welt, besucht Hexen, Göttinnenkonferenzen, Reclaiming-Veranstaltungen und Witchcamps, mit denen sie sich vernetzt und austauscht. Sie bringt etwas mit: Lieder. Sie sammelt überall Lieder, die im Hexenwirken, in der Magie, im Ritual benutzt werden. Diese Lieder erlernt sie und bringt sie dann zur nächsten Veranstaltung mit, wo sie zum einen ihre gesammelten Stücke vorträgt, zum anderen neue Lieder hört und lernt. Und somit ist sie eine Liedersammlerin, eine echte Songcatcher eben. Sie teilt ihren Schatz dabei mit allen, die ein offenes Ohr dafür haben. Sie ist auch sprachlich international unterwegs, vor allem englische, spanische und deutsche Texte finden ihren Weg zu ihr. Dabei kann sie ihr eigenes Talent und das ihrer Freunde derart nutzen, dass einige Texte sogar in allen drei Sprachen zur Verfügung stehen, durch Übersetzungen, die sich ebenfalls singen lassen. Auf diese Art sind inzwischen schon zwei CDs entstanden: „Singing the Circle of Abundance through the weel of the year“ und „Lieder zwischen Himmel und Erde“. Durch diese CDs kann sie ihre Arbeit auch den Menschen zugänglich machen, die nicht die Möglichkeit haben zu ihren Konzerten zu gehen, die aber dennoch neugierig auf ‚echte Hexenmusik‘ sind. Und man kann die Musik nicht nur hören, sondern auch mitsingen, denn die Texte werden mit geliefert.

Wenn Du in oder um Berlin bist und nun neugierig geworden bist, Dich verzaubern lassen möchtest, so lade ich Dich ein am Donnerstag, 25 Mai, ab 14.30 Uhr zur Nacht der Religionen zu der Veranstaltung der Paganen Wege und Gemeinschaften zu kommen. Hier kannst Du Peti Songcatcher persönlich antreffen, sie wird im Familienzentrum Menschenskinder in der Fürstenwalder Straße 25 in Berlin zusammen mit Paula Noske am Lagerfeuer singen. Und wenn Du sie siehst und ihr sagst, dass Du gelesen hast, dass sie beinahe jedem, der sie darum bittet, ein Lied singt, dann singt sie vielleicht auch für Dich… 😉

Alle Infos zur paganen Veranstaltungen bei der Nacht der Religionen. Um 16.15 Uhr und 20.15 Uhr finden Lieder am Lagerfeuer statt – freut Euch auf Peti!

Impressionen von der Beltainenacht

02.05.2017

Nebelschwaden steigen in den Morgenstunden von den Feldern auf.
Bild: Peti Songcatcher

Rauch liegt in der Luft, es duftet nach brennendem Holz. Der Geruch des Feuers setzt sich in allem fest, in meinem Mantel, in meiner Mütze, in den Haaren und auch im Pullover. Alles riecht nach Beltainefeuer. Die Flammen prasseln, über uns funkeln die Sterne, das Schlagen der Trommel mischt sich mit dem Knistern des Feuers. Ich spüre, wie eine Last von mir fällt, wie sich etwas von mir in die Flammen begibt, um sich aufzulösen und transformiert wieder aufzusteigen. Es ist egal, ob ich dieses Fest still genieße, in mich gehe und in mir selbst ruhe oder ob ich mit einem Schrei oder unter Tränen meine Angst in die Flammen geben möchte. Es spielt keine Rolle, ob ich überhaupt etwas von mir Preis geben möchte, oder ob ich einfach nur mit dabei bin. Hier bin ich unter Geschwistern. Hier bin ich angekommen. Hier werde ich angenommen. Hier nehmen wir uns gegenseitig an. So wie wir sind. Und hier können wir den Alltag abstreifen, können so sein, wie wir wirklich sind. Wir entsprechen keinen Normen. Wir entsprechen keinen Regeln. Wir sind einfach nur die, die wir sind. Völlig ungeschminkt.

Der Wind weht auf, Gesang erhebt sich, vermischt sich mit Trommelklang und Feuersang. Es rauscht und wogt, wir stampfen in die Erde, knisternd sprühen Funken, Windesbrausen zerrt an meinem Haar. Meine eigene Stimme vermischt sich mit denen der anderen, das Blut pulsiert durch das Herz. Wir sind eins in einem Kreis. Alle anders, alle verbunden, alle einzigartig schön.

Das Beltaineritual nimmt seinen Lauf. Erst als es endet, der Kreis gelöst wird, da spüre ich die nächtliche Kälte, die der Wind mit sich bringt.

Ich atme durch, gehe ins Haus. Eine der Unsrigen hat eine heiße Suppe bereitet. Manche ziehen Tee und Gebäck vor. Andere suchen das warme Wohnzimmer auf, wo das Sofa lockt. Mich zieht es magisch zu der Suppe.

Was für ein wundervoller Ort, was für ein intensives, schönes, traumhaftes Ritual unter dem Sternenhimmel.

Du hast in dieser besonderen Nacht mit anderen getanzt? Wir haben Dich gespürt.

Du hast alleine getanzt? Wir haben Dich gefühlt. Tanze zusammen mit Deinen Geschwistern des Herzens und fühle die Kraft der Gemeinschaft.

Du hast nicht getanzt? Wir haben Dich vermisst.

Wenn Du wissen möchtest was für eine zauberhafte Zeit ich mit wundervollen Menschen zusammen im Hexenhaus Sternschnuppe verbracht habe und was wir zusammen erlebt haben, so freue ich mich darauf, wenn Du hier mit liest. Ich werde berichten.

Lass Dich verzaubern!

Ein Kessel voller Dornen

Brombeerhecken, Dorngestrüpp, Heckenrosen wuchern wild, umfassen, umformen das Grenzgebiet, bis man von der Zivilisation nichts mehr sieht. 

Der Kessel - Ausgabe 3

Der Kessel – Ausgabe 3

Für die Hexe ist die Hecke die Abgrenzung zwischen dieser Welt und der Anderswelt. Vielleicht denkt manch einer dabei an eine gepflegte Vorgartenhecke und gegebenenfalls an den klassischen Jägerzaun. Aber wir Hexen wissen: Die Hecke wuchert wild in die Natur hinein. Sie hat Dornen, die verletzen können, aber auch schützen. Zuweilen duftet sie voller Blüten, dann trägt sie köstliche Früchte. In der Hecke leben Tiere, zum Beispiel Schnecken, Mäuse, Vögel, in der Hecke sitzt die Zaunkönigin. Auf der Hecke tanzt die Hexe. Dabei verletzt sie sich manchmal. Doch dies gehört zum Leben. Und unwiderruflich zum Pfad der Hexe.

Beständiges Lernen, aufmerksames Wahrnehmen, Wissen liebevoll weitergeben, achtsam Neues aufnehmen, auch dies gehört zum Pfad der Hexe. Und auf diesem Pfad haben Hexen, Heiden, naturspirituelle Menschen und Neugierige von nun an die Möglichkeit aus einem Kessel voller Inspiration zu schöpfen. Denn die Zeitschrift für Naturverehrung, Vielgötterei, Magie und Hexenkunst ‚Der Kessel‘  ist inzwischen in der dritten Ausgabe erschienen. Wobei der Begriff ‚Zeitschrift‘ möglicherweise nicht ganz treffend ist, denn der Kessel hebt sich durch mancherlei Aspekte von anderen Zeitschriften ab. Ich selbst empfinde den Kessel eher als ein ‚Kunstwerk‘. Schon beim Durchblättern des Magazins fallen die ausnehmend schönen und ausdrucksstarken Fotos, welche die Artikel untermalen, auf. Endlich einmal sieht man Motive, die man nicht schon unzählige Male im Internet oder anderen Publikationen gesehen hat. Tatsächlich sind alle Artikel und auch die Abbildungen, die sich in der vorliegenden Veröffentlichung sehen lassen, exklusiv. Diese Exklusivität strömt aus allen Seiten des Magazins. Zwar findet man die klassischen Themen im Inneren des Werkes: Rezepte, Zauber, Gedichte, Berichte über persönliche Erlebnisse, Berichte über Musik, Impressionen von der Arbeit mit Gottheiten, doch schon bald wird klar: Die hier mitwirkenden Autoren sind bunt durchmischt, haben komplett unterschiedliche Schreibstile und alle haben eine ihnen innen wohnende Magie, die aus ihrer Arbeit strömt.

Der Kesselmeister James Vermont, hier in Berlin am Tag der Religionen 2016.

Der Kesselmeister James Vermont, hier in Berlin am Tag der Religionen 2016.

Ich selbst habe die erste und zweite Ausgabe des Kessels in Ruhe studiert, ehe ich mich dazu entschlossen habe selbst in der dritten Ausgabe mitzuarbeiten. Das Magazin überzeugte mich durch seine Vielfalt und auch durch den insgesamt sehr professionellen Schreibstil, was nicht nur an den Autoren und Autorinnen liegt, sondern auch an der Tatsache, dass alle Artikel lektoriert werden (so einen Lektor könnte ich für meinen Blog auch gut gebrauchen 😉 ). Auch die Gesamtaufmachung der ‚Zeitschrift‘, die wie ein großes Buch gebunden ist, zeigt die Liebe zur Magie und zur Kunst. Ich wünsche diesem Projekt viel Aufmerksamkeit und Anerkennung, ich wünsche eine große, wachsende Leserschaft, ich wünsche mir, dass dieses Projekt aufblüht und die heidnische Szene lange begleiten wird!

Ach ja, wer neugierig ist und wissen möchte, welche Zutaten ich in den Kessel getan hab, kann schon ein bisschen im Vorfeld stöbern. 

Lasst Euch vom Kesseltrunk verzaubern! Und vielleicht ist unter Euch ja jemand, der oder die mitmischen möchte?

Bleibt kreativ!

Die fünfte lange Nacht der Religionen in Berlin

 

Peti Songcatcher and Friends - Duke Meyer von den Singvögeln und Paula Noske

Peti Songcatcher and Friends – Duke Meyer von den Singvögeln und Paula Noske

Es ist Vollmond. Ich höre im Halbschlaf die Trommeln. Es ist die Nacht zum 17. September, die Nacht vor der langen Nacht der Religionen. Und doch höre ich bereits die Klänge der Hexen und Heiden, das rhythmische Vibrieren der Trommelfelle, Gitarren und Gesang. Langsam gleite ich hinüber in mein Traumwelten während nebenan Peti, Duke und Paula proben. Sie bereiten sich auf die 5. Nacht der Religionen in Berlin vor. Ich persönlich habe meine Vorbereitungen glücklicherweise bereits abgeschlossen. In diesem Jahr beherberge ich Gäste und deren Betten sind schon einen Tag zuvor gemacht gewesen.

Nach dem Frühstück (bestehend aus sehr viel Kaffee und ein Stück Apfelkuchen von Paulas Mutter) am Morgen des 17. September packe ich meine Tasche zusammen. Der Fotoapparat muss schließlich mit. Leider soll ich im Laufe des Tages feststellen, dass meine alte Kamera immer schlechter wird und ich dringend eine neue brauche. Nur die Hälfte meiner Fotos ist wirklich etwas geworden.
Meine musikalischen Freunde sind schon längst unterwegs und ich höre draußen die Glocken der Kirchen läuten. Der ‚Tag der Religionen‘ ist eröffnet. Denn es geht bereits vor 14.00 Uhr in ganz Berlin los.

Berlin sprüht vor Magie! Auch der OTO sowie das Projekt 'Magic Berlin' sind präsent.

Berlin sprüht vor Magie!
Auch der OTO sowie das Projekt ‚Magic Berlin‚ sind präsent.

Im letzten Jahr habe ich eine Veranstaltung des Eldarings besucht. In diesem Jahr habe ich beschlossen bei den Paganen Wegen und Gemeinschaften vorbei zu schauen. Hier würde sich das magische Leben Berlins versammeln und an unterschiedlichen Ständen, bei Ritualen und Vorträgen vorstellen. Zudem sollte mir auch bald klar werden, dass die Berliner ‚Nacht der Religionen‘ inzwischen eine Strahlkraft hat, die weit über die Grenzen der Stadt hinaus geht. Denn ich traf alte Freunde und Bekannte, die ich zum Teil seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Aus ganz Deutschland – und darüber hinaus – reisten Menschen mit heidnischer Orientierung an, um sich zu präsentieren. 

Das Programm der Veranstaltung spiegelt zum einen das bunte, magische Berlin wieder. Zum anderen stellen sich heidnische Gruppen, die ihre Hauptpräsenz in anderen Bundesländern haben, vor. So präsentierte sich aus dem Bereich der Ordensmagie beispielsweise der Berliner Zweig des OTO mit einem kleinen Informationsangebot, während zu den Veranstaltungen der Reclaiming-Gemeinschaft  Reclaimer nicht nur aus Berlin, sondern aus ganz Deutschland angereist gekommen sind. Auch aus unserer kleinen Gruppe der Zaunköniginnen waren einige zum Informationsaustausch gekommen.

Deutschlandweit reisten Reclaimer zur 'Nacht der Religionen'.

Deutschlandweit reisten Reclaimer zur ‚Nacht der Religionen‘.

Da das Areal, auf dem sich die Veranstaltung ausdehnte, viel Platz bot gab es zahlreiche Möglichkeiten mit den Anwesenden in Gespräche zu kommen. Und so war es gar nicht möglich alle Veranstaltungen wahr zu nehmen, da es so viele Angebote gab, dass in zwei unterschiedlichen Seminarräumen zeitgleich gewirkt wurde. Zugleich fanden im Freien diverse Ritualangebote statt. 

Leider hatte ich im Vorfeld nicht gewusst, dass die ganze Veranstaltung gefilmt wurde. Auf der Website zur ‚Langen Nacht der Religionen‘ habe ich bedauerlicherweise keine Hinweise auf Filmteams gefunden. Zwar begrüße ich die Idee auf Anfrage Interviews mit den Anwesenden zu führen, aber mir persönlich gefiel es nicht, dass zum Teil auch während der Rituale Filmaufnahmen gemacht wurden. Dies hielt mich persönlich mit davon ab an den rituellen Veranstaltungen Teil zu nehmen. Statt dessen zog ich mich in den ‚Raum der Stille‘ zurück. Dieser Meditationsraum war hingegen ganz und gar nach meinem Geschmack. Hier war ein kleiner Altar errichtet und es gab die Möglichkeit bequem zu sitzen oder zu liegen und einfach einmal auszuspannen.

Lesens- und Hörenswertes.

Lesens- und Hörenswertes.

Kulinarisch gab es eine vorbildliche Versorgung mit Kaffee und Kuchen, die auf Spendenbasis zu bekommen waren. Zudem gab es einen Hexenkessel mit Suppe. 

Im Großen und Ganzen ist auch in diesem Jahr zu sagen, dass ein einziger Tag viel zu kurz ist, um in die mannigfache Welt der Spiritualität und Religion einzutauchen, gerade für mich als ’nicht-religiöse‘ Religionswissenschaftlerin! Wieder einmal muss ich eine ‚Woche der Religionen‘ anregen.

Und als wir Zaunköniginnen am Abend ‚gen Heimat aufbrechen, begleitet von den wundervollen magischen Klängen von ‚Peti Songcatcher and Friends‚, die live spielten, da bin ich rechtschaffen erschöpft von all den anregenden, inspirierenden und wundervollen Gesprächen, die ich führen durfte.

Ich habe keine Religion. Ich habe eine Weltanschauung. Ich glaube nicht. Ich mache Erfahrungen.

Ich habe keine Religion. Ich habe eine Weltanschauung. Ich glaube nicht. Ich mache Erfahrungen.

Übrigens: Im nächsten Jahr findet ‚die lange Nacht der Religionen‘ am 25. Mai statt.

Bleibt neugierig!