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13 Hexen – und dann 7

28.05.2017

Der Sommer hat Einzug gehalten in Berlin. Im Garten schneit es in dichten Flocken Pappelwolle, ein heißes Wochenende steht vor der Tür. Und in Berlin ist ganz schön was los, die Stadt ist ausgebucht: Kirchentag, Pokalfinale, langes Wochenende…

Konzertproben auf dem Balkon – im Hexenrefugium Kreuzberg ist dies möglich!

Auch bei mir daheim sind alle Gästebetten voll besetzt: Die lange Nacht der Religionen am Donnerstag hat wieder Hexen und Heiden aus ganz Deutschland nach Berlin gezogen. Peti Songcatcher, Paula Noske und Shira sind da und füllen das Haus mit Leben.
In diesem Jahr gab es zur LNdR wieder eine Veranstaltung der Paganen Wege und Gemeinschaften in Berlin. Hier stellten sich unterschiedliche, heidnische Gruppierungen vor. Aus meiner Reclaiming-Hexenfamilie reisten Mitglieder aus Hamburg, Bremen, Hannover, Braunschweig und anderen Regionen an, um an einem lange geplanten Ritual Teil zu nehmen in das Hexen aus ganz Deutschland eingebettet waren. Schon seit Wochen und Monaten laufen die Vorbereitungen, Tickets für die Anreise wurden gekauft, Übernachtungen geplant und ich selbst freute mich schon sehr auf die Veranstaltung. Doch für mich sollte es anders kommen: Durch eine OP weitaus mehr angeschlagen als gedacht und somit nicht in meiner Kraft konnte ich an der LNdR leider nicht teilnehmen. Das Laufen und vor allem langes Stehen bereitet mir Schwierigkeiten. Und so freute ich mich, dass ich hexischen Besuch daheim hatte und so etwas an den Ereignissen Teil haben konnte. Doch da hatte ich die Rechnung ohne meine lieben Mit-Hexen gemacht, die sich dachten: Wenn Curtis nicht zur Langen Nacht der Religionen kommt, dann kommen die Hexen eben zu Curtis…

Unter anderem die Hexen von den Holunderschwänen, die an einem Tag anreisten und Abends bzw. Nachts wieder nach Hause fuhren, kamen früh angereist, um in einer Lokalität in Kreuzberg – die in unmittelbarer Nähe meiner Wohnung ist – mit mir und meinen Gästen zu Mittag zu essen. Dreizehn Hexen im Biergarten, direkt am Kanal, bei Spatzengezwitscher. Es war so schön alte Freunde wieder zu sehen, neue zu finden und ein paar Stunden miteinander zu verbringen. Magie verbindet Menschen auf eine ganz besondere Art und Weise und wenn man einmal in ein intensives magisches Erleben geteilt hat, so bleibt man immer verbunden. Für mich war es schön, dass ich so zumindest einige Zeit mit meinen Lieben zusammen verbringen konnte. Und als alle abzogen zur LNdR, da fiel ich erst einmal daheim in den Mittagsschlaf. Auf der Veranstaltung der paganen Wege und Gemeinschaften Berlin konnten in der Zwischenzeit die Menschen sich umschauen oder die Musik von ‚Peti Songcatcher and friends‚ genießen. Die Reclaiming-Gemeinschaft kann sich glücklich schätzen so gute Ritualmusiker in ihrer Mitte zu haben. Das im Vorfeld geplante Ritual, so hörte ich, fand nicht statt und die Anreisenden konnten nicht die entsprechenden Positionen einnehmen. Aber ich hoffe, dass sie alle trotzdem die Veranstaltung genießen konnten.

Zauberfrauen, Songcatcher and Friends, Zaunköniginnen und Star Wars Fans – was will man mehr?

Für mich ist es schön, dass meine Gäste bis Sonntag Mittag bzw. Abend bleiben. Und so gab es noch eine besondere Überraschung am Folgetag der Langen Nacht. Noch einmal gab es ein Mittagessen, diesmal mit sieben Hexen – mit den magischen Zahlen haben wir es. Hier konnte ich endlich einmal die Zauberfrau, die seit Jahren den schönen Kalender für Hexen heraus gibt, persönlich kennen lernen. Am Tag vor meiner OP hatte sie mich mit einem Überraschungspaket beglückt und dafür konnte ich sie nun einmal sanft drücken – das feste Drücken muß noch warten. Ja, tatsächlich haben wir uns an diesem Tag das erste Mal persönlich gesehen! Aber ganz sicher nicht das letzte Mal!

Es war für mich – trotz starker gesundheitlicher Einschränkung – sehr schön alle zu treffen und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass so viele den Umweg nach Kreuzberg, das ‚früher Ankommen‘ oder ’später Abreisen‘ auf sich genommen haben, damit wir uns für ein paar Stunden sehen konnten. Gemeinschaft ist etwas wundervolles! Ich bin von Herzen dankbar ein Teil davon sein zu dürfen.

Und jetzt gleich gibt es an einem sonnigen Sonntag ein letztes Gemeinschaftsfrühstück mit fünf Hexen daheim im ‚kleinen Hexenrefugium‘. Bei frischen Brötchen und den letzten Stücken des köstlichen Kuchens, den Paulas Mutter Renate uns gesponsert hat, lassen wir ein magisches Wochenende ausklingen. So kann es immer weiter gehen 🙂

Bald ist er weg gegessen: Der Kuchen von Paulas Mutter.

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Impressionen von der Beltainenacht

02.05.2017

Nebelschwaden steigen in den Morgenstunden von den Feldern auf.
Bild: Peti Songcatcher

Rauch liegt in der Luft, es duftet nach brennendem Holz. Der Geruch des Feuers setzt sich in allem fest, in meinem Mantel, in meiner Mütze, in den Haaren und auch im Pullover. Alles riecht nach Beltainefeuer. Die Flammen prasseln, über uns funkeln die Sterne, das Schlagen der Trommel mischt sich mit dem Knistern des Feuers. Ich spüre, wie eine Last von mir fällt, wie sich etwas von mir in die Flammen begibt, um sich aufzulösen und transformiert wieder aufzusteigen. Es ist egal, ob ich dieses Fest still genieße, in mich gehe und in mir selbst ruhe oder ob ich mit einem Schrei oder unter Tränen meine Angst in die Flammen geben möchte. Es spielt keine Rolle, ob ich überhaupt etwas von mir Preis geben möchte, oder ob ich einfach nur mit dabei bin. Hier bin ich unter Geschwistern. Hier bin ich angekommen. Hier werde ich angenommen. Hier nehmen wir uns gegenseitig an. So wie wir sind. Und hier können wir den Alltag abstreifen, können so sein, wie wir wirklich sind. Wir entsprechen keinen Normen. Wir entsprechen keinen Regeln. Wir sind einfach nur die, die wir sind. Völlig ungeschminkt.

Der Wind weht auf, Gesang erhebt sich, vermischt sich mit Trommelklang und Feuersang. Es rauscht und wogt, wir stampfen in die Erde, knisternd sprühen Funken, Windesbrausen zerrt an meinem Haar. Meine eigene Stimme vermischt sich mit denen der anderen, das Blut pulsiert durch das Herz. Wir sind eins in einem Kreis. Alle anders, alle verbunden, alle einzigartig schön.

Das Beltaineritual nimmt seinen Lauf. Erst als es endet, der Kreis gelöst wird, da spüre ich die nächtliche Kälte, die der Wind mit sich bringt.

Ich atme durch, gehe ins Haus. Eine der Unsrigen hat eine heiße Suppe bereitet. Manche ziehen Tee und Gebäck vor. Andere suchen das warme Wohnzimmer auf, wo das Sofa lockt. Mich zieht es magisch zu der Suppe.

Was für ein wundervoller Ort, was für ein intensives, schönes, traumhaftes Ritual unter dem Sternenhimmel.

Du hast in dieser besonderen Nacht mit anderen getanzt? Wir haben Dich gespürt.

Du hast alleine getanzt? Wir haben Dich gefühlt. Tanze zusammen mit Deinen Geschwistern des Herzens und fühle die Kraft der Gemeinschaft.

Du hast nicht getanzt? Wir haben Dich vermisst.

Wenn Du wissen möchtest was für eine zauberhafte Zeit ich mit wundervollen Menschen zusammen im Hexenhaus Sternschnuppe verbracht habe und was wir zusammen erlebt haben, so freue ich mich darauf, wenn Du hier mit liest. Ich werde berichten.

Lass Dich verzaubern!

Ritualvorschlag für Geldzauber

Das Haus Sternschnuppe, die Mysterienschule, an er auch ich lerne und lehre, steht im Mittelpunkt des Zaubers.

Das Haus Sternschnuppe, die Mysterienschule, an er auch ich lerne und lehre, steht im Mittelpunkt des Zaubers.

Am Sonntag, 13.11.2016, um 19.00 Uhr ist es soweit. Unser Geldzauber für die Sternschnuppe startet. Und Ihr alle seid eingeladen mit zu machen! In den letzten Tagen habe ich Euch einige Tipps zu Räucherungen, Farbgebungen und auch Kerzengestaltung für das Ritual gegeben. Heute möchte ich Euch einen Ritualvorschlag machen. Ihr könnt Elemente daraus benutzen oder aber auch alles übernehmen. Vielleicht macht Ihr es auch ganz anders. Magie ist immer auch ein kreativer Prozess und ich selbst erlebe immer wieder – vor allem mit meinen Zaunköniginnen – wie bereichernd und inspirierend es ist, wenn man zu mehreren ein Ritual vorbereitet.

Für mich beginnt jedes Ritual mit einer Reinigung, die innerlich und äußerlich statt findet. Nach der Reinigung folgt dann die Erdung. Sie stellt sicher, dass ich nicht den Boden unter den Füßen verliere. Zuweilen mache ich Erdungsübungen (das sind Yogaübungen, die das Körperbewusstsein stärken) oder eine Erdungsmeditation. Auch Handlungen, die das Thema des Rituals ‚an die Erde binden‘ können zur Erdung gehören. Nach der Erdung folgt dann das eigentliche Ritual, mit dem Ziehen des Kreises, der Einladung der Elemente, der Einladung der Verbündeten oder Götter, die ich dabei haben möchte und der eigentlichen, magischen Handlung.

Ein abendlicher Blick in den Garten des Hauses Sternschnuppe.

Ein abendlicher Blick in den Garten des Hauses Sternschnuppe.

Die Reinigung kann eine einfache Dusche sein oder ein Bad. Ich empfehle ein Bad mit Meersalz und Natron, da beides eine sehr angenehm, reinigende Wirkung hat. Während des Badens wasche ich auch bewusst alle Alltagsprobleme von mir ab. Ärgernisse und Stress, aber auch tiefgreifende Sorgen gebe ich bewusst in das Wasser, bevor ich es verlasse. Mit den Händen streiche ich reinigend über meinen Körper (vom Herzen weg, um unangenehmes abzuwaschen). Vor allem Sorgen im Zusammenhang mit materiellen Fragen, also Geldsorgen, Mietsorgen, Sorgen, weil man eine größere Anschaffung plant etc. Bei einem Geldzauber geht es darum Geld anzuziehen, nicht es durch Sorgen zu vertreiben! Die Reinigung sollte wohltuend sein und das Wasser auch in einer angenehmen, nicht zu heißen, Temperatur sein.

Zusätzlich zum Bad oder Duschen kann man auch noch die Wohnung selbst reinigen. Dies kann durch ein Aromaöl in einer Duftlampe geschehen. Hier eignen sich beispielsweise Lorbeer- oder Zimt zum beduften. Wer Salbei im Haus hat kann auch die Wohnung oder zumindest das Zimmer, in dem das Ritual statt findet, mit Salbei ausräuchern.

Gewürze, Düfte, Reinigungsmittel. Wer mag kann sich zur Reinigung auch mit einem rituellen Handbesen abstreifen.

Gewürze, Düfte, Reinigungsmittel. Wer mag kann sich zur Reinigung auch mit einem rituellen Handbesen abstreifen.

Die Erdung kann auf vielerlei Art geschehen. Wer möchte kann sich hinsetzen und noch einmal über das Thema des anstehenden Rituals und Zaubers meditieren. Es geht darum einen Geldzauber zu weben für das wundervolle Hexenhaus Sternschnuppe und für alle Hexen, die an dem Zauber mitwirken.
Ich selbst erde mich bei Ritualen, die ich daheim mache, dadurch, dass ich den Altar aufstelle. Ein bestimmter Bereich des Ritualzimmers wird – passend für den Anlass – geschmückt. Die extra angefertigte Ritualkerze wird aufgestellt, ein kleiner, heiliger Raum wird erschaffen. Den Altar schmücke ich  mit Münzen, passenden Farben und allerlei magischen Stücken, die ich mit Geldzauber in Verbindung bringe.
Zur Erdung gehört für mich auch das Abstellen des Telefons, des Mobiltelefons und der Wohnungsklingel.

Nun bin ich soweit, um den Kreis zu ziehen. Da wird jede von Euch eine eigene Methode haben. Die einen nutzen klassische Anrufungen, die anderen ziehen den Kreis stumm. Manche mögen einen Kreidekreis auf den Boden malen oder eine Schnur benutzen, die den heiligen Raum abgrenzt. Manche benötigen einen Zauberstab, manche einen Dolch, wieder andere ziehen die leere Hand vor. Ich persönlich arbeite gerne mit Runen und werde einen Runenkreis ziehen, der besonders geldmagnetisch wirken wird. Ob ich mit einem Zauberstab oder der leeren Hand arbeite, dies mache ich von meiner Tagesstimmung und meiner persönlichen Energie abhängig.

Das Einladen der Elemente sowie das Einladen der persönlichen Gottheiten oder Verbündeten, da hat sicherlich auch jede ihre eigenen Ideen und Vorstellungen. Manche verneigen sich nur grüßend in die vier Himmelsrichtungen, andere singen oder rufen die Elemente an. Wieder andere integrieren die Elemente in die vier Himmelsrichtungen auf dem Altar, indem sie ihn entsprechend schmücken. Vielleicht eine Feder für die Luft, eine kleine Kerze oder einen Stab für das Feuer, ein Schälchen Wasser für das Wasser und ein Stein für die Erde, ein Kesselchen für die magische Mitte. Wie auch immer ihr es macht, es ist sicherlich zauberhaft. Bedeutsam ist, dass wir uns erinnern woraus wir beschaffen sind und was uns am Leben erhält. Ich selbst lade gerne noch meine Verbündeten und die Gottheiten, die mir nahe sind, zum Ritual ein. Dies ist dann auch der Moment, an dem ich meine Geldkerze entzünde. Und mit dem Entzünden der Geldkerze (die ich bereits magisch selbst erstellt habe) beginnt dann der Zauber.

Während der Meditation solltest Du unbedingt eine entspannte Haltung einnehmen! Es ist nicht nötig im Yogasitz zu meditieren!

Während der Meditation solltest Du unbedingt eine entspannte Haltung einnehmen! Es ist nicht nötig im Yogasitz zu meditieren!

Der Mittelpunkt der Arbeit steht die magische Handlung. Hier wird jede von Euch eine eigene Idee haben. Vielleicht erstellen einige ihre magischen Kerzen und lassen sie die nächsten Tage brennen, um monitären Segen für die Sternschnuppe und die mitwirkenden Hexen zu erlangen. Oder einige erstellen Geldpulver? Anderen haben ganz andere Ansatzpunkte, um Magie zu weben. Jede wird da aus ihrer eigenen Tradition sicherlich inspirierende Magie mit sich bringen.
Ich persönlich schlage, für diejenigen die alleine arbeiten oder noch nicht so viel Erfahrung haben, eine besondere Reise vor:
Entspanne Dich, nimm eine für Dich angenehme und entspannte Haltung ein. Wenn Du am liebsten liegst, so lege Dich hin. Aber natürlich kann die Übung auch im Sitzen gemacht werden. Ganz wie Du magst.
Beginne Deine meditative Reise an einem Ort, der Dir vertraut ist. Vielleicht hast Du schon einen persönlichen Kraftort, von dem aus Du Deine Seelenreisen antrittst? Oder aber es gibt einen realen Ort, der Dir Kraft gibt? Eine Wiese, ein Strand am Meer, ein Wald, eine bestimmte Straße – beginne einfach da, wo Du Dich wohl fühlst. Wenn Du ganz und gar angekommen bist, dann schau Dich um. Du erkennst einen Weg, der von Deinem Ort weg führt. Du betrittst den Weg und folgst ihm. Nach einer Weile bemerkst Du, dass der Weg eine ruhige Landstraße ist. Du folgst der Straße und siehst bald in der Ferne ein Haus auftauchen. Je näher Du kommst, desto mehr kannst Du erkennen. Es ist ein großes Haus, eher ein Hof, vielleicht ein alter Bauernhof. Das Haus schimmert in einem violetten Farbton und wirkt einladend. Über der großen Pforte siehst Du eine Mondsichel, in der eine Fee sitzt. Das Haus, auf das Du Dich zubewegst, ist die Sternschnuppe.
Kennst Du die Sternschnuppe? Warst Du schon einmal da? Oder ist es heute das erste Mal, dass Du dieses Haus besuchst?
Als Du das Haus erreichst, da öffnet sich die Pforte einladend. Du trittst ein. Schau Dich mal um. Bist Du alleine? Wie gefällt es Dir hier? Was nimmst Du wahr?
Wenn Du den Raum durchquerst, dann betrittst Du durch eine offene Tür die Küche. Schau Dich um. Wie gefällt Dir die Küche? Wird hier gerade gekocht? Wie sieht es hier aus? Du erkennst hier in der Küche einen Kessel. Vielleicht hängt er von der Decke? Oder steht er auf dem Herd? Oder auf dem Tisch? Schau Dir den Kessel mal genau an. Aus welchem Material ist er? Du stellst fest, dass in dem Kessel etwas ist. Es ist ein Zauberkessel! In dem Kessel wirkt ein Zauber, der schon seit einigen Tagen gewoben wird. Ja, er wird gewoben von allen, die sich vorbereitet haben auf den Geldzauber heute. Er wird gewoben von allen, die hier im Blog mitgelesen haben. Er ist noch nicht ganz fertig, aber Du greifst mit beiden Händen in den Kessel und nimmst etwas hinaus, das sich wie Knete anfühlt. In jeder Hand hältst Du es. Schau aber noch nicht hin. Bewahre es erst einmal.
Nun durchquerst Du die Küche und verlässt sie durch die Hintertür. Hier ist ein kleiner Flur und sogleich erkennst Du links eine weitere Tür, durch die Du hinaus in den Garten der Sternschnuppe gehst.
Schau Dich um im Garten der Sternschnuppe. Was siehst Du? Welche Jahreszeit mag es sein? Hast Du eigentlich bisher andere Menschen getroffen?
Nun bemerkst Du auf jeden Fall, dass Du nicht alleine bist! Schau mal, im Garten sind andere Leute. Es sind Hexen, Zaunreiterinnen, Zauberer und magisch Wirkende! Siehst Du jemanden, den Du kennst? Oder sind es vor allem unbekannte Leute? Wie viele Menschen sind wohl hier?
Du siehst, dass die Anwesenden sich in der Mitte des Gartens sammeln. Hier war wohl einmal eine Feuerstelle, doch nun steht an der Stelle, an der früher Feuer gemacht wurde, ein großer, goldener Teller. Die Menschen beginnen sich im Kreis um den Teller aufzustellen. Vielleicht winken sie Dich herbei? Oder jemand nimmt Dich an der Hand und zieht Dich mit? Auf jeden Fall weißt Du nun, dass auch Du zu den Menschen in den Kreis treten solltest. Du gehst zu ihnen.
Wie fühlst Du Dich unter diesen Leuten? Wie sehen die anderen aus? Wie fühlt es sich an hier in diesem Kreis zu stehen?
Vielleicht wird gelacht? Vielleicht gesungen? Getanzt? Oder herrscht eher eine stille, feierliche Ruhe?
Nachdem ihr eine Weile im Kreis seid, siehst Du, dass eine der Anwesenden in die Mitte tritt und etwas wertvolles in den goldenen Teller legt. Ist es eine Goldmünze? Oder ein Geldschein? Die Person sagt laut: „Geld und Gold, durch Magie gegeben, von nun an wird Wohlstand in der Sternschnuppe leben!“ Der Mensch kehrt zurück an seine Position im Kreis.
Nun geht die nächste Person – im Uhrzeigersinn – zum goldenen Teller und gibt mit der rechten Hand etwas Geld hinein. Und so geht es weiter, bis es an Dir ist. Doch hast Du überhaupt Geld? Du erinnerst Dich an die knetähnliche Masse, die Du aus dem Kessel in der Küche der Sternschnuppe genommen hast. Du kannst sie nun wieder in Deiner rechten Hand fühlen. Und während Du Dich erinnerst, warum Du hier bist, wird die magische Substanz durch Deine Kraft verwandelt. Vielleicht in ein Goldstück? Oder in einen Geldschein? Oder ein Geldmünze? Egal was es davon ist, egal ob es ein Cent ist oder ein Fünfhunderter, Du gehst und nimmst Dein magisches Geld, gibst es aus vollem Herzen in die goldene Schale und sprichst: „Geld und Gold, durch Magie gegeben, von nun an wird Wohlstand in der Sternschnuppe leben!“ Spüre, wie Deine Wünsche aus Deinem Herzen heraus strömen und Du Dich mit daran erfreust, wie die goldene Schale immer voller wird.
Als alle ihre Magie in die Schale gegeben haben, da schaust Du zu der Geldschale. Wie viel Reichtum siehst Du? Ist die Schale voll oder übervoll? Oder passt noch etwas hinein?
Während Du schaust erinnerst Du Dich, dass Du ja noch eine weitere Handvoll magischer Substanz aus dem Kessel in der Küche hast. Und mit einem Male weißt Du, was Du tun musst! Du spürst die Substanz in Deiner linken Hand. Mit der Kraft Deines Herzens verwandelst Du auch diese magische Substanz in Geld. Du spürst es in Deiner Hand, Papiergeld oder Münzgeld?
Du wendest Dich der Person links von Dir im Kreis zu, berührst mit dem Geld Dein Herz und reichst das Geld an den Menschen neben Dir, mit den Worten: „Von ganzen Herzen und mit der Kraft meiner Magie wünsche ich Dir Wohlstand!“ Die Person nimmt Dein Geschenk mit der rechten Hand an, schau in ihr Gesicht. Sieh Dir an, was Du in ihren Zügen lesen kannst, was in ihren Augen steht.
Dann wendet sich der Mensch von Dir ab und gibt sein eigenes, magisch transformiertes Geld weiter. So geht es nun durch den Kreis, bis am Ende die Person rechts von Dir sich Dir zuwendet. Sie schenkt Dir mit der linken Hand vom Herzen kommend Geld und wünscht Dir Wohlstand. Nimm das Geld entgegen.
Wie fühlst Du Dich nun? Was ist es für Geld, das Du erhalten hast? Ist es Münzgeld? Oder Papiergeld? Spüre, wie dieses Geld – egal was es ist – ob ein Cent ist oder ein Bündel voller Fünfhunderter – Dich bereichert. Spüre, dass dieses Geld besonders ist und Du auf magische Weise beschenkt wurdest.
Wenn Du magst, dann nimm noch eine Weile die Energien an diesem Ort wahr, vielleicht wird noch etwas gesagt oder gesungen, vielleicht steht man noch andächtig beisammen. Doch dann ist es an der Zeit Abschied zu nehmen. Du verabschiedest Dich und in Deiner persönlichen Zeit, in Deinem eigenen Takt kehrst Du zurück, durchquerst das Haus, gehst zurück auf die Landstraße und von dort aus zurück zu Deinem Ort, an dem Du aufgebrochen ist.
Du spürst Deinen Körper und kommst wieder in ihm an, regst Dich, streckst Dich und bist wieder zu Hause.
Willkommen zurück!
Nun kannst Du die Elemente verabschieden und den Kreis auflösen oder aber auch noch etwas für Dich in Deiner magischen Umgebung bleiben. Vielleicht magst Du auch aufschreiben, was in Dir vor sich ging während Deiner Reise und was passiert ist.
Ich freue mich darauf, wenn Du am 13.11. dabei bist.

Nicht vergessen die Klingel, Telefon und Handy wieder einzuschalten!

 

 

Das Denkarium

Das Denkarium im Einsatz. Danke für das Foto an Victoria Hegner

Das Denkarium im Einsatz. Danke für das Foto an Victoria Hegner, Fotobearbeitung: Curtis Nike

Freunde von ‚Harry Potter‘ wissen natürlich – spätestens nach Lesen des Romans ‚Harry Potter und der Feuerkelch‘ – genau was ein Denkarium ist. Hierbei handelt es sich um einen magischen Gegenstand in Form einer großen, silbernen Schale. Dieser Gegenstand befindet sich in Besitz von Albus Dumbledore und hat eine sehr nützliche Wirkung: Zerbricht man sich den Kopf über ein bestimmtes Problem oder eine Erinnerung, plagen einem schwere Gedanken oder fehlt einem zuweilen der gesunde Abstand zur eigenen Geschichte, so kann man seine Gedanken im Denkarium ablegen und ist für einen Moment ‚frei von ihnen‘. Was für eine schöne Vorstellung! Stress, Unruhe oder Ängste einfach mal ‚ablegen‘ und somit los sein! Das wäre doch toll, oder? Nun, ich habe eine gute Nachricht für Euch: Das geht tatsächlich! Und das Beste: Dafür braucht es kein teures Denkarium! Ein feuerfester Kessel reicht aus, um sich von unangenehmen Gedanken zu befreien.

Folgendes Ritual ist lediglich ein Vorschlag. Entwickelt es nach Euren eigenen Bedürfnissen und formt den Text so, dass er auf Eure Situation passt. Ich weise darauf hin, dass man sicherheitshalber während des Rituals einen Feuerlöscher, Löschsand oder einen Eimer Wasser parat haben sollte! Unabhängig davon, ob man daheim oder im Freien arbeitet. Und: Ja, ich selbst habe immer einen Handfeuerlöscher sowie eine Brandschutzunterlage im Einsatz, wenn ich mit der Feuerschale, die heute als Denkarium dient, arbeite.

Die optimale Zeit für diesen kleinen Zauber ist der abnehmende Mond.

Nehmt Euch ausreichend Zeit für Euch selbst. Am besten Ihr stellt das Telefon, Klingel und Mobiltelefon aus. Wenn es für Euch angenehm ist, so könnt Ihr eine CD mit entspannender Musik einlegen. Es geht darum die Gedanken zu sammeln und zu klären. Dabei stehen folgende Fragen im Raum:

  • Was treibt mich um?
  • Was belastet Körper, Geist und Seele?
  • Was plagt mich?
  • Was hindert mich daran, das Leben zu genießen?
  • Was raubt mir Kraft?

Formuliert Euer Problem, Eure schweren Gedanken, das was Euch umtreibt auf einem Zettel. Macht Euch dabei das Grundproblem so bewusst wie möglich, seht ihm noch einmal voll ins Gesicht. Macht dies unbedingt in Eurer ureigenen Zeit! Bei manchen geht es sehr schnell, aber zuweilen kann die Arbeit an Euch selbst hier eine kleine Kettenreaktion auslösen. Wenn Ihr das Gefühl habt für diesen Teil des Rituals auch mal ein oder zwei Tage zu benötigen, dann nehmt sie Euch! Je klarer Ihr mit Eurer Problematik umgeht, umso effektiver ist die anschließende Übergabe an die Flammen.

Wenn Ihr Eure Formulierungen abgeschlossen habt, dann aktiviert Euer persönliches Denkarium, beispielsweise Euren Feuerkessel. Ich persönlich benutze eine klassische Feuerschale mit kaltem Feuer und etwas Brennspiritus (damit der Zettel auch verbrannt wird).

Nun gebt Euren Zettel in die Flammen. Dabei könnt Ihr einen Zauber sprechen, den Ihr für das Problem selbst entwickelt habt. Ich habe Erinnerungen an Worte und Taten, die jemand gegen mich gerichtet hat, in die Flammen gegeben. Wunderbar befreiend! Es ist wie eine innere Reinigung.

Bedenkenswert ist natürlich: Das, was ihr hier in die Flammen gebt, das seid Ihr wirklich los!

Wie schön, dass es Magie gibt!

Möge der Zauber wirken! Foto: Victoria Hegner, Bildbearbeitung: Curtis Nike

Möge der Zauber wirken!
Foto: Victoria Hegner, Bildbearbeitung: Curtis Nike

Gegen mich gerichtete böse Gedanken,

ungute Taten, schadendes Zanken,

alles was Schmerzen und Kummer anrichtet

und nagend mein Strahlen, meine Kraft vernichtet,

all dies gebe ich in die klärenden Flammen hinein,

und damit schwindet alles Schlechte, wird rein.

Ich bin stark, ich bin schön, ich bin voller Energie,

mein Stern erstrahlt so kraftvoll wie nie!

Transformiert wird alles, was ich nicht brauch,

steigt auf mit des Feuers sanftem Rauch.

Von nun an ist das Herz mir leicht,

weil alles Schlechte von mir weicht.

So sei es!

Imbolc

Ein Altar im Freien mit Kerzenlicht.

Ein Altar im Freien mit Kerzenlicht.

Der Schneemond macht nun dem Hornung Platz. Der zweite Monat des Sonnenumlaufes bricht an und läutet den Festtag der Brigid (auch Brigit) ein. Sie ist die Strahlende, die Leuchtende, ihr Name ist ‚Erhabenheit‘. Möglicherweise stammt die irische Göttin Brigid von der altkeltische Göttin Brigantia ab.

Brigid ist als Göttin so bedeutend, dass ihr Name zuweilen gleichbedeutend mit der Bezeichnung ‚Göttin‘ verwendet wurde. Verehrt wird sie heute – wie früher – als Göttin der Dichtkunst und Kreativität, als Göttin der Inspiration und des Schmiedefeuers. Ihr Festtag, der Geburtstag Brigids, war ursprünglich der erste Februar, beginnend mit der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar. Die Festlichkeiten endeten in der Dämmerung des ersten Februars. Ursächlich dafür ist die Tatsache, dass – wie auch bei den Germanen – bei den Kelten der Tag mit der Nachtdämmerung begann. Zu späteren Zeiten wurde das Fest christianisiert und als Lichtmess auf den 2. Februar gesetzt.

Manche Hexen richten sich beim Feiern des Imbolc-Festes nach dem Mond.

Manche Hexen richten sich beim Feiern des Imbolc-Festes nach dem Mond.

 

Imbolc, Imbolg oder Oimelc ist ein Lichterfest. Die Tage werden nun spürbar länger. Atmet man am Morgen die Luft ein, so ist sie klar und noch voller Winterduft. Zugleich aber liegt in ihr der Schein der aufgehenden Sonne, die nun endlich ihren Tiefpunkt fühlbar überwunden hat. Vogelgezwitscher liegt in der Luft. Der Frühling ist schon am Horizont zu erkennen. Das Herz erwärmt sich. Zugleich beginnt auch die Natur langam zu erwachen. Das Lammen fängt nun langsam an. Zu Ostara werden die kleinen Lämmer bereits übermütig über die Wiesen springen.

Ein schönes Imbolg-Ritual, welches ich selbst schon mehrfach gemacht habe, ist das Erbauen von Papierschiffen (oder kleinen Holzflößen), auf denen eine Kerze Platz findet. Sie wird entzündet und das Schiff wird mit guten Wünschen für die kommende Saison in einen Fluss entlassen. Wer die Möglichkeit hat einen ‚Außenaltar‘ zu nutzen, kann auch hier sein Licht aufstellen und die Segenswünsche mit der Flamme der Kerze davon tragen lassen. Und natürlich geht das auch daheim, auf dem Hausaltar.

Ich wünsche Euch die Flamme der Inspiration und den Segen Brigids!

Imbolc-Wünsche

Imbolc-Wünsche

Wer übrigens durch diesen Artikel neugierig geworden ist und mehr darüber erfahren möchte, wie Hexen ihre Feste feiern, dem möchte ich dieses Buch wärmstens ans Herz legen.