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Da hilft nur noch ein Laserschwert!

16.02.2018

Ich bin ein Nerd! Und das, was heute morgen passiert ist beweist, dass ich es nicht verbergen kann. Egal wie gut ich es in manchen Situationen probiere. Naja, ich muß es doch wissen, wo ich es selbst beim letzten Hexenworkshop zu hören bekam: „Du bist ein Nerd!“ Vergegenwärtigen wir uns das: Ich bin ein Nerd selbst unter den Nerds. Das sollte mich zum Nachdenken bringen…

Doch beginne ich von Vorne …

Mein Wecker klingelt um 6.30 Uhr. Ich stehe auf, mache mir Kaffee in meinem Harry Potter Becher und husche ins Bad, wo ich mit meiner Laserschwert Zahnbürste gewissenhaft meine Pflicht erfülle. Heute wähle ich meine Kleidung sorgfältig aus. Nein, der obligatorische Star Wars Pullover bleibt liegen, statt dessen wähle ich ein schlichtes, schwarzes Kleid. Wer mich kennt weiß, dass man an einer Hand abzählen kann, wann ich mal ein Kleid anziehe. Ausser zu Ritualen, zu Jul oder zum Geburtstag meiner Eltern eher nicht. Was also ist los? Ganz einfach: Ich habe Euch vor Jahr und Tag schon einmal von meinem geplanten Hexenkeller geschrieben – die aufmerksame Leserschaft des Blogs erinnert sich vielleicht daran. Besagter Keller ist inzwischen zu einer Abstellkammer verkommen und ich habe vor drei Monaten einen Termin zum Abholen des Gerümpel vereinbart. Hier in Berlin dauert es lange, bis man einen Sperrmüll-Termin bekommt. Ausserdem kostet die Abholung nicht nur richtig Schotter, sondern man muß im Vorfeld auch genau angeben, was man entsorgt haben möchte. Ihr könnt Euch denken, dass sowas schwer planbar ist. Und so hat sich nach und nach noch das ein oder andere mit in meinen Keller geschlichen. Mein Ziel: Durch geschicktes Nachverhandeln das ganze Zeug zum Festpreis los werden. In Darth Vader oder Luke Skywalker Pullover fürchtete ich meine Verhandlungsgrundlage zu verlieren. Doch es sollte sich zeigen, dass ich ein so hoffnungsloser Fall bin, dass es inzwischen egal sein kann was ich an habe. Bei mir ist alles verloren.

Er wäre vielleicht hilfreich gewesen, aber auch wir schaffen es einen Hammer zu zerbrechen!

Als ich also um 7.00 Uhr in den Keller ging, um ihn aufzusperren und alles vorzubereiten, erwartete mich eine unangenehme Überraschung: Das Schloss der Kellertür klemmte. Ich bekam die Tür nicht auf. Also rüttel‘ ich, drücke die Tür, ziehe sie an, probiere mit dem Schlüssel rum. Nichts. Die Tür bleibt zu. Ich spüre wie Panik in mir aufsteigt. Dazu solltet ihr wissen: Wenn die BSR kommt, weil ich sie herbestellt habe, aber nichts abholt, so muß der Termin trotzdem voll bezahlt werden. Und das Ganze kostet 50 €. Also renne ich hoch in meine Wohnung und mache das, was Nerds in solchen Situationen tun: Ich rufe Mama und Papa an. Damit sie mich retten. Ja. Ehrlich. Mein Vater hat einen Zweitschlüssel zum Keller. Weit weg wohnt er auch nicht. Und die Telefonnummer von Thor (also den von Marvel), der mir die Tür hätte einschlagen können, hatte ich gerade nicht zur Hand. Also macht sich mein Vater mit dem Zweitschlüssel auf die Socken. Ich hingegen stürze wieder die Treppen runter in den Keller. Denn inzwischen ist die Berliner Stadt Reinigung angerückt. Wer nun meint, dass jahrelange persönliche Praxis und Meditation dazu führen, dass ich gelassen und ruhig den Herren von der BSR das Dilemma schildere, irrt. Meditation ist gut und sinnvoll. Aber heute werde ich hysterisch. Völlig ausser mir schildere ich den Männern das Problem. Sie sind sogleich bereit die Situation selbst in die Hand zu nehmen und versuchen die Tür zu öffnen. Nichts. Sie klemmt. Rütteln, drücken, ziehen, nichts hilft. Doch offenbar mache ich doch einen so mitleiderregenden Eindruck, dass sie sich bereit erklären bei zwei weiteren Anwohnern in der Nähe den Sperrmüll zu holen und dann noch einmal vorbei zu kommen. Bis dahin sollte mein Vater mit dem Zweitschlüssel da sein…

Ich renne ein bisschen hin und her, bis mein Vater anrückt. Endlich ist er da: Der Zweitschlüssel! Ich bin gleich erleichtert, wir stürmen in den Keller und… der Schlüssel funktioniert auch nicht. Wir rütteln, wir schütteln, wir ziehen, wir zerren, wir ölen Schlüssel und Schloß… die Tür bleibt zu. Das ist äusserst verwunderlich, denn gestern war mein Vater noch in besagtem Keller und hatte ein paar Sachen raus geholt. Wir versuchen es mit Gewalt. Der Schlüssel bricht ab. Das Schloss ist endgültig im Eimer.
Inzwischen rückte auch unsere gute Seele des Hauses, die Hausmeisterin, an. Wir schilderten das Dilemma (sie hatte auch noch eine Kleinigkeit für die BSR, die ich mit geben sollte) mit der Tür und beschlossen kurzerhand das Schloss aufzuschrauben.
„Dazu brauchen wir das Laserschwert!“ verkünde ich, renne wieder hoch in meine Wohnung und komme mit einem meiner Laserschwerter zurück. In der Zwischenzeit hatte mein Vater den Werkzeugkasten herbei geschafft. Ich zünde das Laserschwert und muß der geneigten Leserschaft an dieser Stelle offenbaren, dass es ein Diodenschwert ist und mit Sound ausgestattet als Taschenlampe dient. Es ist übrigens blau. Natürlich habe ich auch ein weißes, welches durch Umstellen des Kyberkristalls auf grün, rot oder blau geschaltet werden kann. Aber das weiße Laserschwert hat nicht nur beim Ein- und Ausschalten  Soundeffekte, sondern auch bei jeder Handbewegung. Das nervt beim Schrauben. Unter den Augen meines Vaters und der Hausmeisterin und im Strahlen des Laserschwertes löse ich die Schrauben aus dem Türschloss. Es ist ein robustes Schloss. Meine Aktion bewirkt nur eine leichte Lockerung. Mein Vater beschließt kurzerhand die Tür einzutreten. Trotz vollem Körpereinsatz gelingt dies jedoch nicht. Doch wofür hat man eigentlich einen Hammer? Beherzt wird alle Kraft aufgebracht, um das Türschloss zu zerschmettern. Es hält. Langsam werde ich echt sehr nervös. Doch da hat unsere Hausmeisterin eine Idee. Sie schafft einen schweren, metallenen Dreizack herbei. Weder mein Vater noch ich wissen wo er her ist. Uns ist der Dreizack nie zuvor aufgefallen und wir sind uns sicher, dass weder Neptun noch Aquaman unsere Nachbarn sind. Zumindest bis jetzt. Auch jetzt, wo ich diese Zeilen tippe, wundere ich mich über diesen obskuren Gegenstand in unserem Keller. 

Gemeinschaftlich wird der Dreizack – unter der Beleuchtung des Laserschwerts – zwischen Tür und Wand gestemmt. Zentimeter für Zentimeter wird das Werkzeug hoch geschoben, während mein Vater den Hammerkopf des zuvor eingesetzten Hammers ebenfalls zwischen Tür und Wand stemmt. Mit voller Kraft arbeiten Hausmeisterin und Vater, beide über 70 Jahre alt, daran die Lücke zu vergrößern. In der Zwischenzeit kommt die Tochter der Hausmeisterin runter und schaut nach uns: „Reisst ihr das Haus ab?“ fragt sie grinsend und verschwindet wieder. Vermutlich bringt sie sich in Sicherheit vor dem potentiel einstürzenden Bau.

Sauber durchgebrochen.

Es kracht ohrenbetäubend. Der Hammer bricht. Der Dreizack nicht. Wir geben nicht auf. Es knarzt, es scheppert, Schweiß strömt und dann: Zack! Die Tür ist aufgebrochen. Fast zeitgleich kommt die BSR. Ich renne die Kellertreppe hoch, winke mit dem Laserschwert: „Wir haben die Tür aufgebrochen!“ Die Männer staunen nicht schlecht, lachen, räumen.

Ja, am Ende sind wir alles los geworden an Sperrmüll, unter großem Gelächter und Schulterklopfen. Aber mal ganz ehrlich: Da hätte ich doch auch meinen Star Wars Pullover anziehen können, oder?

Ein stummes Zeugnis verzweifelter Gewalttaten

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Jahresrückblick 2017 – Vorschau 2018

06.01.2018

Ich wünsche Euch allen ein gesundes und frohes neues Jahr! Ich hoffe ihr hattet einen guten

Meine erste selbt gezüchtete Orchidee öffnete ihre erste Blüte!

Jahresübergang und konntet die Rauhnächte bisher besinnlich verbringen.
Für mich war die Silvesternacht recht verwirrend. Selten träume ich in der Silvesternacht etwas, was daran liegen mag, dass es sich stets um eine sehr laute und unruhige Nacht handelt. Doch dieses Jahr habe ich von Loki und Thor geträumt. Der Traum war zunächst etwas beunruhigend, da irgend etwas unschönes passiert war und Anwälte spielten in ihm eine Rolle. Am Ende wurde irgendwie die Kurve gekriegt und wir drei – Loki, Thor und ich waren von der Angelegenheit betroffen – kamen aus der Sache raus. Hm. Meine Glücksnuß für dieses Jahr verhieß mir: Tyrs Gerechtigkeit. Nun da hilft wohl nur: Vertrauensvoll in die Zukunft sehen… obgleich es ja auch ein erstaunlich schönes Jahresanfangs-Zeichen gab. Meine bisher eher triste Orichdeen-Zucht (sic!) hat genau zu Jahresbeginn ihre erste Blüte geöffnet. Ich habe nicht schlecht gestaunt.

In den vergangenen Jahren habe ich es mir angewöhnt einen Jahresrückblick zu schreiben, was für mich persönlich stets recht hilfreich war. Also möchte ich diese Tradition auch in diesem Jahr fortsetzen und beginne, wie stets, mit meinem Fenster zur Welt, meinem Blog: Im letzten Jahr wurde mein Blog 8.061 mal aufgerufen, ich habe 49 Beiträge publiziert und 104 Personen folgen mir hier. Hierfür möchte ich mich ganz herzlich bei Euch bedanken!

Ich selbst hatte ein wechselhaftes Jahr. Während ich mich Anfang des letzten Jahres noch optimistisch über meine Gesundheit äusserte, durfte ich im Mai dann erst einmal einen Krankenhausaufenthalt genießen. Die durchgeführte Operation haute mich dermaßen aus den Socken, dass ich einige Monate brauchte, um wieder meine alte Fitness zu erreichen. Im Moment erfreue ich mich einfach daran wieder mobil zu sein. Die persönliche Praxis mit regelmäßiger Meditation und leichten Übungen läuft bei mir seit Ende Oktober wieder normal und tut mir sehr gut. Durch die Entschleunigung kam ich allerdings wieder mehr zum Lesen und bin auch oft im Kino gewesen. Insgesamt 24 Romane und 11 Kinobesuche liegen hinter mir. Im Kino war ich oft mit meinen Eltern und zu den Romanen kommen noch unzählige Hörbücher und Hörspiele, die ich konsumiert habe. Das klingt vermutlich für manch einen Muggel viel, aber dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich so gut wie nie TV schaue.

Das Reisen habe ich 2017 sehr vermisst, denn ich hatte – bis auf ein verlängertes Wochenende kurz vor meiner OP – keinen Reiseurlaub. Irland fiel aus, auch eine Städtereise gab es in diesem Jahr nicht und Abstecher, um Freunde zu besuchen, waren mir auch nicht möglich. Vor allem Irland habe ich schmerzlich vermisst und wir hoffen, dass es in diesem Jahr wieder klappt.

Im Beruf hat sich bei mir einiges getan. Wie bereits angekündigt war ich auch 2017 – trotz Erkrankung – kreativ aktiv. Ich habe wieder etwas in den Kessel geworfen und auch der Hexenkalender für dieses Jahr wartet im Inhalt mit Beiträgen von mir auf. Zudem habe ich den Verkauf meiner kleinen, magischen Zauberprodukte ausgebaut. Und so hatte ich gleich zweimal die Möglichkeit mit meinem Verkaufsstand an einem Hexenevent Teil zu nehmen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Meine freien Tage enden heute und so nehme ich meine beratende Tätigkeit heute wieder auf. Kreative und magische Arbeit blühen.

Familiär mache ich so viel wie möglich mit meinen Eltern und hoffe, dass dies noch lange möglich sein wird. Kater Iggy ist inzwischen 13,5 Jahre alt, schläft viel und freut sich jetzt schon auf die wärmeren Frühlings- und Sommertage, da er dann rund um die Uhr auf dem Balkon ist, dort schläft und das Wetter genießt.

Quelle: Pixabay

Ziele für 2018 habe ich keine, ich werde sehen was das Jahr bringt.

Bleibt mir gewogen!

Herbst in Midgard

20.10.2017

Ein Herbstspaziergang mit Patrizia und Diana

Die Nacht zum Montag konnte ich wieder schlafen und so erfreute ich mich am Montag früh an einem Frühstück, gemeinsam mit meinen Gästen. Der Tag würde sonnig werden und das Esszimmer war sonnendurchflutet. Letzteres war jetzt nicht so optimal für mich, aber eine Sonnenbrille hilft da ja bekanntlich. Heute Abend würden wir ein kleines Meeting mit Freunden haben und magisch im Kessel rühren, so sollte dieser Vormittag und Mittag sehr entspannt verlaufen, mit Gesprächen und Spaziergängen am Landwehrkanal. Eben alles ganz gelassen.

Inzwischen in Asgard…
„Hat ja alles prima geklappt!“ freut Loki sich und schaut zufrieden rüber nach Midgard.
„Mehr Met!“ brummt Odin nur. Diese kleinen Hörner sind einfach stets zu früh leer.
„Was Du so unter ‚prima geklappt‘ verstehst. Nächtliche Lärmattacken und wackelnde Wände. Das ist mal wieder typisch für Dich.“ Thor schaut in sein Horn. Es ist auch schon wieder leer. Na, immerhin ist der Metkrug noch gut gefüllt.
„Musst Du gerade sagen, bei Deinem Gedonnere!“
„Mehr Met!“ verlangt Odin erneut.

„Ich nenne ihn ja nicht bei seinem Namen, ich nenne ihn höchstens Laufeyson“, klingt eine Stimme aus Midgard rüber.

Loki sitzt mit einem Mal kerzengrade. „Was soll das denn?“ er spitzt die Ohren, lauscht konzentriert, „ohoh. Muß mal eben weg, PR machen“, und der Herr Laufeyson springt auf und verschwindet.
„Hmmm“, Odin streckt sich und erhebt sich gemächlich von seinem Platz, „da gehe ich besser mit. Den lasse ich heute sicher nicht alleine los ziehen. Ich bin schließlich heute im Einsatz.“
Thor öffnet den Mund, schließt ihn wieder. Ehe er sich versieht ist er allein. Mit dem Metkrug. Immerhin. Den hat er jetzt für sich allein. Er füllt sein Horn, lehnt sich zurück und trinkt genüsslich. Entspannt streckt er die Beine aus. Die Sonne scheint angenehm auf seinen Bauch. Es könnte so schön sein, so entspannt, wenn nicht… Stimmen dringen an sein Ohr, sie kommen aus Midgard rüber. Er hört Odin, er hört Loki. Loki referiert. Es geht um Unfug, wie immer. Er sollte lieber trinken statt quatschen.
„Schwätzer“, knurrt Thor, leert sein Horn und erhebt sich, „den kann man nicht eine Minute quatschen lassen, ohne dass er Unsinn redet.“
Odin lacht. Loki lacht. Thor gesellt sich dazu. Sicher ist sicher.

Wir gehen am Kanal spazieren, genießen die frische Luft. Das Sonnenlicht bricht sich auf dem Wasser. Wir wandern zwischen den Welten. Und wir wandern nicht allein. Wir reden viel, die Worte fließen und wenn ein Muggel zufällig vorbei kommt und etwas aufschnappt, dann wird er vielleicht meinen er habe sich verhört. An einer Eisdiele bleiben wir hängen, setzen uns in die Sonne, genießen Eiscreme, und sind irgendwie nur halb hier und halb ganz woanders. Wenn Hexen zusammen kommen, dann wirkt Magie. Wenn die Götter mitmischen, dann wirkt schicksalhafte Transformation. Und am Ende haben alle sehr viel Spaß zusammen: Menschen wie Götter.

Ein Botschafter Odins.

Der Furcht entgegen

19.10.2017

Loki und seine Kinder -ein Feuersturm im Hintergrund.

Ein Tosen und Toben wütet über mir – wütet in mir. Mein Blut ist in Wallung, ich tobe innerlich, spüre die ungezügelte Kraft der Wut, die brodelt, in mir. Vor aufbrausender Erregung erzittere ich, mein Körper verkrampft sich und ich versuche mich aufzurichten. Doch die Nacht hat mich in ihrer Hand, drückt auf meine Brust wie ein Stein. Ich schaffe es nicht mich aufzurichten. Mein Herz rast. Die Wut droht zu überschäumen, ich möchte schreien, allein es geht nicht. Loki zerrt an seinen Fesseln, Schmerz fährt durch mich hindurch, die Erde bebt… tatsächlich. Die … Erde … bebt. Was in dieser Nacht geschieht, ich habe solcherart Aufruhr hier in diesem Haus noch nicht erlebt. Doch ich greife den Ereignissen voraus…

Die geneigte Leserschaft erinnert sich – ich hatte unerwarteten Besuch von Diana Paxon erhalten und so hatte ich den Samstagabend gemeinsam mit ihr und Thors Freundin Patricia Asunja verbracht. Und es war ein toller Abend, voller Gespräche um Reclaiming, die Göttinnen, Hexenkunst, Hexen und Magie. Wie in einer Zeitmaschine tauchten wir ab in die Vergangenheit und ich erfuhr viel über die Anfänge von Reclaiming in den USA, erinnerte mich an eigenes Erlebtes. Es war einfach schön. Gemeinsam sind wir essen gegangen, hatten Spaß und Freude, zusammen genossen wir hausgemachten Likör und erfreuten uns an unserer Gegenwart, um schließlich rechtschaffen müde in die Betten zu fallen… Ein schöner Tag geht zu Ende, eine magische Begegnung nimmt ihren Lauf und mit einem Male erschüttern Erdbeben mich…

Eine Party ist über mir im Gange. Sehr junge Menschen sind neu in unser Haus eingezogen und feiern ihre Wohnungseinweihung. Doch was über mir geschieht ist keine Party! Trotz Ohrstöpseln schlafe ich zunächst nur schwer ein, immer wieder erwache ich durch laute Musik und Radau. Dann… rumms… die Wände wackeln, mit einem Male bin ich hell wach, reiße die Augen auf und vor mir steht der Wolf… ‚das ist ja mein Kind…‘ er reißt das Maul auf. ‚Pst‘ flüstere ich. Das Brodeln beginnt, Zorn wallt in mir auf, Wut steigt in meinen Schädel, bohrt sich in mich, ‚ich gehe da jetzt rauf und sorge für Ruhe! Die mache ich fertig!‘ . Ich will mich erheben, heiße Glut durchflutet mich, mein Atem geht schwer, ich will schreien. Allein, mein Mund ist wie zugenäht, ich kann ihn nicht öffnen. Mein Körper ist schwer wie Eisen, ich kann mich nicht bewegen. Vor Verzweiflung und Wut schießen mir die Tränen in die Augen. Der Zorn ist wie eine Klinge, die mich durchschneidet. Wie gelähmt liege ich da.
Mit einem Male ist da ein Gesicht, eine Göttin erscheint über mir, sie lächelt. Ich kenne sie. Sie kommt von sehr weit weg, ihr Name ist Kuan Yin. Sie nimmt mich in die Arme, drückt mich an ihre Brust und wiegt mich. Irgendwann döse ich ein, erwache wieder, döse wieder ein. Gefesselt liege ich da, die ganze Nacht, über mir tobt es. Gegen sechs Uhr morgens wird es still. Ich verliere das Bewußtsein. 

Zwei Stunden später erwache ich in meinem Bett, pitschnass, zitternd, Lichtblitze vor den Augen und hinter meiner Stirn pocht es gefährlich. Das hatte ich lange nicht mehr und es ist ein schlechtes Zeichen. Eine Aura, die einem Anfall voraus geht. Dieser nächtliche Lärm macht mich fertig. Leider war es nicht das erste Mal, dass ich nachts wach wurde. Seit einigen Wochen ist es lauter als sonst. Doch in dieser Nacht war es am allerschlimsten. Ich muß etwas dagegen tun. Die Deckenleuchter haben geschwankt, die Bilder an den Wänden schaukelten hin und her, lösten sich aus ihrer Halterung. Das ist kein Lärm, das ist Körperverletzung. Ich fühle mich schwach und erschöpft, fürchte die Konfrontation. Angst ist in mir. Und doch: Ich muß etwas tun.
Durch den Anfall kann ich diesen Sonntag, auf den ich mich sehr gefreut hatte, nicht zusammen mit Diana und Patricia verbringen. Meine Krankheit ringt mich nieder. Thors und Odins Vertreterinnen in Midgard müssen ohne mich los ziehen und einen herrlichen Sonnentag genießen. Und ich muß mein Zimmer verdunkeln, bleibe alleine zurück in meinem kranken Körper. Mit Loki. Er sitzt da, schaut mich an. Unruhig. Ich muß handeln, aber mir geht es sehr schlecht. Sein Plan aber steht. Ich lasse zu, das er es tut, überlasse ihm meinen Körper. Ich kann ohnehin nicht viel mit mir anfangen heute.

Ich klingel an der Tür meiner Nachbarn, strahle über das ganze Gesicht. Es ist Mittag und mein verschlafener Nachbar öffnet mir. „Hallo“, sage ich fröhlich, „ich freue mich, dass Sie sich so wohl bei uns im Haus fühlen und gut angekommen sind.“ Mein Nachbar lächelt ebenfalls, er ist wirklich sehr müde. Kein Wunder. Meine Stimme wird etwas leiser, dunkler, rauer, „aber wir einigen uns auf eins: Was heute Nacht geschehen ist, dass wird nie wieder geschehen.“ Er schaut mich verdutzt an, „was meinen Sie?“ Ich lache. Ich lache wirklich. Lauthals. Dann sehe ich ihn in die Augen, tief, lang und zwinkere, „wir wissen beide wovon wir hier reden. Das heute Nacht, das war keine Party. Das war ein Erdbeben.“ ich verkneife mir den Kommentar ‚und für die bin ich zuständig‘, sondern lasse mein Gesicht versteinern, „dieses Erdbeben hat die Wände wackeln lassen, die Lampen zum schwanken gebracht und ein Bild fiel herunter. Das wird nicht mehr geschehen. Lesen Sie ihren Mietvertrag, halten Sie sich dran und wir können alle in Zukunft gut schlafen“, Ich lächle, „das wollte ich nur kurz in einem Gespräch klären. Und jetzt: Gute Nacht.“ Ich gehe.

Ich lege mich in mein Bett und schlafe erst einmal ausgibig. Eines ist klar: Nie wieder lasse ich mir auf dem Kopf rum tanzen! Und während ich im Halbschlaf bin stelle ich fest, dass meine Angst vor unangenehmen Konfrontationen verschwunden ist…

Demnächst geht es hier wieder etwas heiterer zu, versprochen!

 

Eine Hexe auf Wanderschaft

18.10.2017

Das Licht bricht sich im Herbstlaub

Der Herbst zeigt sich von seiner goldenen Seite. Das Sonnenlicht bricht durch das farbige Laub der Bäume und sprenkelt den Boden mit leuchtenden Tupfen, die Luft duftet nach Laub, etwas Sonne und kommenden Winden. Ein wundervolles Wetter für ein Frühstück im Freien, unter den Bäumen. Irgendwo in Asgard sitzen drei beisammen, ihr kennt sie alle. Sie sitzen an einem hölzernen Tisch, auf einer Bank. Brot, Butter, Käse, Lachs und Honig stehen bereit, Met steht in einer großen Karaffe, um die Hörner wieder aufzufüllen.

„Meine Priesterin zieht durch das Land im Herzen Europas und wird die Göttin Berolina besuchen“, brummt Odin nach einer Weile und zwinkert, sein Methorn ist doch tatsächlich schon wieder leer. „Sie benötigt eine Herberge, ein warmes Bett, einen Ort, an dem sie ruhen kann. Welchen Ort nur soll ich ihr weisen?“
„Ich kümmere mich darum“, und schon springt Loki enthusiastisch von seinem Platz an der Tafel auf, ohne überhaupt abzuwarten was die Anderen zu sagen haben, und rauscht davon.
Skeptisch sieht Thor ihm nach, „ob das so eine gute Idee ist die Sache ihm zu überlassen“, er schüttelt den Kopf.
Odin schaut auf seinen Sohn, lächelt, grinst dann und beginnt schließlich schallend zu lachen. Sein Lachen erfasst seinen Körper, schüttelt ihn durch und die Krempe seines Huts rutscht ihm in die Stirn, „das, mein Lieber, ist die beste Idee von allen!“
‚Ist das schon wieder so ein abgekartetes Spiel zwischen Odin und Loki? Oder lässt Odin den Verrückten wieder machen was er will?‘ fragt sich Thor innerlich. Er ist sich nicht sicher, was hier gerade abläuft, aber vielleicht sollte er diesmal ein Auge auf die Situation haben… er könnte ja… ja! Er könnte ja auch mal kräftig mitmischen…

So – oder ähnlich – muß es sich in etwa abgespielt haben, denn anders lässt es sich wohl kaum erklären was in den letzten Tagen so abgelaufen ist…
Am letzten Samstag in den Nachmittagsstunden, ich sitze gerade im Pub und schaue Fußball, kommt der Anruf: „Diana sitzt vor Deinem Haus und wartet auf Einlass.“ Und ich laufe los, das Fussballspiel hat meine Mannschaft ohnehin schon verloren, und hotte nach Hause. Mein Pub ist nur drei Minuten von meiner Wohnung entfernt. Glücklich ist, wer noch eine echte Eckkneipe in der Straße hat. Ich laufe also los und da sitzt Diana Paxon auf einer Bank vor meiner Heimstatt in der Sonne und lächelt mir entgegen. In diesem Leben begegnen wir uns das erste Mal, begrüßen uns und ich lasse Diana ein in meine Heimstatt, wie es unter Heiden üblich ist: Einer wandernden Hexe, die ein Bett, Ruhe und ein gutes Frühstück benötigt, verwehre ich – wenn der Raum frei ist – nicht meine Gastfreunschaft. 

In den nächsten Tagen haben Götter und Menschen ihre schiere Freude, Magie wird sprühen, Energien werden transformiert und im Wind flüstern die Stimmen der Raben und Krähen. Runen wirken ihre Zauber und zwischen den Welten tanzen die Funken.

Ich danke Odin, ich danke Thor, ich danke Loki,
ich danke den Krähen und den Katzen,
ich danke Diana und Patricia,
ich danke Mara und Bianca
für eine wilde Reise,
göttlichen Spaß
und
eine Menge Hausaufgaben 😉

Weiteres folgt…