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Die wilde Jagd beginnt!

Der Wind braust durch das blattlose Geäst. Es ist dunkel draußen. Kein Mond bescheint den Hof. Kälte steigt auf. Es ist soweit! Die Dunkelheit hat Überhand über das Licht gewonnen! Die dunkelste Nacht im Jahr steht vor der Tür. Und mit ihr beginnen die Zwölf Rauhen (in einigen Regionen beginnen diese erst mit der Mitrasnacht, dem heiligen Abend). Wenn ich hinaus lausche, so höre ich scharrende Hufe, ich spüre kalten Atem. Es sind die wilden Rosse, Hunde und Wölfe, die den Wode begleiten auf der wilden Jagd.

Mit dem Abenddämmern und dem Sinken der Sonne begann bei unseren Ahnen der ’neue‘ Tag und so ist nun Winteranfang, mit Beginn der längsten Nacht des Jahres. Ich habe diese Nacht mit Freunden zusammen bei einem wundervollen Konzert für die Weihnacht verbracht. Im Anschluss haben wir gemeinsam heiße oder alkoholische (oder beides zusammen) Getränke genossen und die Rauhnächte begrüßt. Morgen Nacht dann findet das Fest statt. Die Zeit der inneren Einkehr beginnt. Die rauhe Zeit beginnt, die Rauchzeit, die Zeit die Wohnung auszuräuchern und von allem Alten zu reinigen. Einige kennen diese Tradition vielleicht noch, kleine Rauchmännchen stehen in den Häusern und verströmen den Duft von entzündeten Räucherkegeln. Andere benutzen Räucherstäbchen. Oder Kräuterbündel, die entzündet werden. Der herbe Geruch mischt sich mit dem herrlichen Duft von Keksen, Mandeln, Äpfeln. Hmmmmm. Und dazu Kerzenschein. Was kann es schöneres geben?

Ich wünsche Euch allen besinnliche, entspannte und friedvolle Feiertage, egal wie Ihr sie begeht. Möget Ihr eine warme, kuschelige Zeit haben, mit gut gefüllten Kelchen und Tellern! Möget Ihr und all Eure Lieben zauberhafte Raunächte haben!

Schneekugel für Blog

Foto und Bearbeitung: LiBella
Model: Curtis Nike

 

 

 

 

Frohe Sonnenwende!

Curtis Nike, Winter 2013

Curtis Nike, Winter 2013

Noch mehr Altäre

Danke an Nephtis für dieses Altar-Foto und die Genehmigung es abzudrucken. Kontakt: Nephtis@freudenkinder.de

Danke an Nephtis für dieses Altar-Foto und die Genehmigung es abzudrucken.
Kontakt: Nephtis@freudenkinder.de

Als ich letzte Woche meinen Artikel über Altäre publiziert habe, da war ich schon erstaunt – und hoch erfreut – über die zahlreichen Reaktionen, die ich auf den Artikel erhalten habe. Und so ist es mir möglich Euch heute noch weitere Altäre vorzustellen.

Für diejenigen unter Euch, die sich vor allem inspirieren lassen möchten und kreative Anregungen für den eigenen Altar suchen oder aber auch nur neugierig sind, wie andere ihre Altäre gestalten, ist ein Blick hierher unbedingt zu empfehlen. Altäre aus allen Kulturen, aus allen spirituellen Richtungen der Welt werden hier gesammelt. Gegebenenfalls habt ihr auch die Möglichkeit Eure eigenen Altäre hier hoch zu laden.

Meine Altar-Aufräum Aktion hatte im übrigen durchschlagende Wirkung. Tatsächlich fühle ich mich jetzt sehr viel wohler mit dem Hausaltar und er ist auch in täglichem Gebrauch. Auch mein Geister-Altar, der im Flur steht und bei jedem Vollmond mit Opfergaben für die Hausgeister gefüllt wird, ist nun wieder sehenswert.

Meine Hausgeister sind gut im Saufen - schon einen Tag nach Vollmond ist die Schale wieder leer...

Meine Hausgeister sind gut im Saufen – schon einen Tag nach Vollmond ist die Schale wieder leer…

In der Ur- und Frühgeschichte wird ja allerlei ausgegraben und erforscht. Ich habe meinerzeit Ur- und Frühgeschichte studiert und ein stetes Hauptthema sind Gräber und ihre Beigaben. Dabei wurde immer geschaut, in welche Richtung die Gräber ausgerichtet gewesen sind und ob diese Ausrichtung bedeutungsvoll sein könne. Auch bei alten, megalitischen Tempelanlagen – beispielsweise auf Malta – wurde dies erforscht. Nun stellt sich die Frage: Wie ist es eigentlich heute? In welche Himmelsrichtungen werden Altäre ausgerichtet. Und warum ist das so?

Ist der Hausaltar in erster Linie dort angesiedelt, wo es sich räumlich ‚machen lässt‘? Also passt sich der Altar dem Raum an? Oder wird der Raum dem Altar angepasst? Wie macht ihr es? Richtet ihr Eure Hausaltäre aus?

Als ich meinen Hausaltar ‚einplante‘ habe ich meinerzeit extra überdacht wo ich ihn haben möchte und wie ich die Möbel entsprechend planen kann. Das er in Nord-östlicher Richtung ausgerichtet ist, ist dabei sekundär gewesen.

In unseren Ritualen ist der Altar oft Zentrum des Kreises, so dass wir uns um ihn herum positionieren. Eine Ausrichtung im klassischen Sinne gibt es also nicht. Die Funktion steht im Mittelpunkt.

Apropos Funktion: Ich habe inzwischen einiges über Hausaltäre, Ritualaltäre, zeitlich begrenzte Altäre geschrieben, doch die wesentliche Frage ist doch eigentlich: Was ist ein Altar überhaupt? Ist die hübsch angeordnete Sammlung von Eulen, Elefanten und Porzellanrosen meiner Mutter nicht auch ein Altar? Rein optisch würde es hin kommen (leider habe ich kein Foto der Sammlung parat – ich hoffe ihr glaubt mir auch so).

Hier würde ich mich ja gerne mal dem guten, alten Online-Lexikon der Menschen der Welt zuwenden, aber der Artikel über Altäre, der hier publiziert ist, ist absolut mangelhaft und zu meinem großen Bedauern auf christliche Altäre fixiert. So greife ich lediglich auf das offenkundige zurück, nämlich den Begriff ‚Altar‘ als solcher: Altar kommt aus dem lateinischen und kann mit ‚Opfertisch‘ übersetzt werden. Das oben genannte Online-Lexikon schreibt dazu noch: „Ein Altar (…) ist eine Verehrungsstätte für eine oder mehrere Gottheiten.“ (Siehe hier) Und da stehe ich nun als Religionswissenschaftlerin und staune. Was man doch im Internet so alles erfährt und lernen kann…

Ich habe vorhin schon meinen Altar für die Hausgeister erwähnt. Es ist ein klassicher ‚Opfertisch‘. Jeden Vollmond fülle ich das Opfergefäß mit einer offenkundig sehr wohlschmeckenden, alkoholhaltigen Flüssigkeit für meine Schutzgeister. Götter verehre ich an diesem Altar, der in meinem Flur steht, nicht. Somit handelt es sich um keine Verehrungsstätte für eine oder mehrere Gottheiten.

Corona Ingwolftohters kleiner Krafttieraltar

Corona Ingwolftohters kleiner Krafttieraltar

Dann habe ich ’sogenannte‘ Altäre gesehen, die ausschließlich Tieren gewidmet waren. Hier wurde Krafttieren, Totemtieren oder Schutztieren Raum geschaffen. Die Tiere wurden in Form von Skulpturen, Spielzeugtieren oder Bildern dargestellt. Die Altäre waren wohl gepflegt und entsprachen optisch und in der Handhabung dem, was offenkundig das Internet-Lexikon als Altar begreifen würde. Nur: Gottheiten wurden und werden hier nicht verehrt.

Ja, und dann gibt es noch die ‚Altäre‘, die weder Göttern, Geistern oder Tieren geweiht sind, sondern tatsächlich bestimmten Energien, die sich auf unterschiedlichen Ebenen ausdrücken können. Da sind Elementealtare zu nennen, Funktionsaltäre, die klassischen Magieraltäre, die die jeweilige magische Arbeit unterstützen, ja selbst Altäre, die filmischen Figuren, die Archetypen bedienen, geweiht sind.

Ob sich Severus im Grab umdreht, wenn er Coronas ihm geweihten Altar sieht?  Es gibt wohl eher reichlich Punkte für Slytherin!

Ob sich Severus im Grab umdreht, wenn er Coronas ihm geweihten Altar sieht?
Es gibt wohl eher reichlich Punkte für Slytherin!

Und um dem ganzen noch einen drauf zu setzen gibt es inzwischen sogar virtuelle Altäre für das Iphone. Da ich selbst solche Muggeltechnik nicht verwende, kann ich an dieser Stelle die Funktion nicht erläutern. Interessenten mögen einen Blick in diese Richtung wenden.

Also zusammenfassend ist zu sagen: Altäre müssen nicht Göttern geweiht sein, sie müssen nicht einmal materiell existieren, sondern die Intention der Errichtung und Behandlung des Altares ist ausreichend.

Und da kommt auch schon ein telepathischer Einwand von ‚Aussen‘: Solcherart komische Altäre für Tiere, Geister, verrückte Typen und Elemente sind doch ’neumodischer Kram‘, von Hexen ersonnen.

Dem kann ich widersprechen. Die Vorstellung, dass Altäre Göttern geweiht sein müssten, ist geprägt durch die westliche Vorstellung von dem, was Religiösität wohl ausmachen könnte. Im weitesten Sinne nämlich die Verehrung von Gottheiten. Schon unseren heidnischen Vorfahren wollte man das Verehren von Bäumen austreiben. Das dies nicht gelungen ist erfahren wir aktuell zum Weihnachtsfest. Zwar wird der in die Wohnung geholte Tannenbaum nicht als ‚Altar‘ bezeichnet, aber er wird als solcher behandelt. Er wird geschmückt und gepflegt, Geschenke werden unter ihm abgelegt, ja, manche singen sogar noch ein Lied für ihn!

Schon mal gesehen? Manche Leute holen sich in dieser Jahreszeit Bäume ins Haus!

Schon mal gesehen? Manche Leute holen sich in dieser Jahreszeit Bäume ins Haus!

Ob nun der Weihnachtsbaum als ‚Altar‘ betrachtet werden kann, darüber mag sich streiten lassen. Die ursprüngliche Funktion des Weihnachtsbaumes geht auf jeden Fall in diese Richtung.

In der Mongolei ist es auch üblich Hausaltäre zu haben. Diese Altäre sind sehr unterschiedlich gestaltet, ich habe während meiner Reise durch die Mongolei einige besichtigen können. Zuweilen sind die Altäre buddhistisch geprägt, zuweilen schamanistisch geprägt. Meistens verbinden sich diese Elemente. Besonders beliebt sind Ahnenaltäre.

Ein mongolischer Hausaltar.

Ein mongolischer Hausaltar.

Der hier abgebildete Altar ist der Altar einer mongolischen Schamanin. Auch hier vermischen sich buddhistische Elemente mit schamanistischen Elementen. Auffallend ist auch, dass die Ahnenfotos mit eingebunden werden.

In der Mongolei finden sich zudem viele sogenannte Ovoos (auch als Obo oder Owo bezeichnet). Hierbei handelt es sich um Steinhaufen, die in der Natur an wichtigen Stellen oder an Weggabelungen zu finden sind. Sie stimmen die Geister des Landes wohl und es bringt Glück einen Ovoo dreimal zu umrunden. Die blauen Tücher sind Opfergaben an die Geister. Auch ist es gut, wenn man beim Reisen einen Stein aufhebt und beim nächsten Ovoo ablegt. Somit erfüllt ein Ovoo die Funktion eines Altars.

Ovoo am Eingang einer Höhle im Gebiet der Mongolei.

Ovoo am Eingang einer Höhle im Gebiet der Mongolei.

So komme ich zu dem Schluß, dass der Begriff  ‚Altar‘ sehr weit gefächert werden kann. Auch die Tendenz neuzeitlicher Hexen, auf ihren Altären nicht nur Götter, sondern auch Hausgeister, Tiere oder sogar Filmfiguren zu ehren ist nicht auf die westliche Kultur beschränkt. In der Mongolei habe ich Hausaltäre gesehen, auf denen unter anderem Bilder von Sportlern der Region gestanden haben. Sowohl Sportler als auch Musiker sind in der Mongolei hoch verehrt und es ist selbstverständlich ihnen am Altar gutes zu wünschen oder aber auch zu hoffen, dass ein Teil ihrer Kraft einen selbst beflügelt.

Es gibt noch viel zu schreiben zum Thema Altäre, nach wie vor freue ich mich sehr über Euer Feedback, Eure Anregungen, Fragen, Impulse und Altar-Fotos. Altar Fotos werden hier nur dann abgedruckt, wenn ihr dem ausdrücklich zustimmt!

Ich danke Nephtis und Corona Ingwolftohter für ihre Fotos und die Genehmigung sie in meinem Blog einzubinden. Ich danke Kahvi für den genialen Link zu den Altarfotos! Und Nephtis danke ich für den Hinweis zum Pagan Altar App!

Frohe Weihnachten!

Liebe Freunde,

Draussen liegt der Schnee, darüber erhebt sich ein grauer Himmel.
Die Sonne steigt nur knapp über den Horizont, doch die Sonnenwendnacht liegt bereits hinter uns.
Die Rauhnächte warten mit ihren dunklen und zugleich verzauberten Stunden auf uns.
Ich möchte Euch allen eine wundervolle Weihnachtszeit wünschen.
Morgen Nacht kommt der Lichtgott zu uns zurück – einige feiern das Fest als Christi Geburt, andere als Mitrasnacht oder gedenken dem schönen Balder, und wieder andere feiern vor allem als Familienfest.
Egal wie DU diese Abend und die Weihenächte verbringst, ich wünsche Dir von Herzen
zauberhafte Weihenächte,
besinnliche Stunden
und
Freude im Kreis der Menschen und Geschöpfe, die Dir am Herzen liegen

Curtis Nike

P.S. Im folgenden das Skadi-Lied, welches noch ohne Melodie ist.

SKADI
– Skadi

Skandinavien sei nach mir benannt,
ich bin als die Herrin des Winters bekannt.

Die Wölfe, die Berge, ich liebe sie,
das Schneegestöber ist meine Heimat.
Man hielt mich in den Tiefen nie,
gebunden ward ich nicht einmal durch Heirat.

Ich bin die Göttin der Jagd, Öndurdis genannt,
weil mich vieles mit Skifahrt und Schnee verband.

In die Täler komme ich nur zur Winterzeit,
man kennt mich heute als Königin Schnee.
Dann wenn es bei den Menschen schneit
ich unbemerkt durch ihre Fenster seh‘.

Ich wünsche eine schöne Winterzeit,
und das ihr stets warm und geborgen seid.

07.12.12, Curtis Nike

Frohe Festtage!

 

Musenkuss-Info!

Mit großen Schritten geht es in die Weihnachtszeit! Der dritte Advent steht vor der Tür. Wer noch immer nach einem Weihnachtsgeschenk sucht und es pünktlich zum heiligen Abend haben möchte, bei Musenkuss kann noch heute bestellt werden, mit Heiligabend-Garantie! Alle Bestellungen, die heute eingehen, werden Euch pünktlich erreichen, dies garantiert Spreadshirt! Bei Bestellungen nach dem 14.12.12 wird diese Garantie nicht übernommen.

Übrigens: Passend zur Winderzeit ist Skadi, die Göttin der Jagd und des Skilaufens, zu Besuch bei Musenkuss. Reinschauen lohnt sich also immer!

Einen schönen dritten Advent wünsche ich Euch!

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